Aktien von Italiens Banken brechen ein

In Italien sind die Banken-Werte an der Mailänder Börse abgeschmiert.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Ein Händler an der Mailänder Börse während der Finanzkrise, am 08.10.2008. Auch heute schmieren Italiens Banken ab. (Foto: dpa)

Ein Händler an der Mailänder Börse während der Finanzkrise, am 08.10.2008. (Foto: dpa)

Die Aktien italienischer Banken sind am Dienstag unter erheblichen Druck geraten. Die Institute halten in großem Umfang europäische Staatsanleihen . Der italienische Bankenindex brach um bis zu 5,6 Prozent ein, so stark wie zuletzt vor knapp zwei Jahren.

Eine kürzlich von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich durchgeführte Studie zeigt, dass italienische Staatsanleihen fast 20 Prozent der Vermögenswerte italienischer Banken ausmachen – eines der höchsten Niveaus weltweit. Insgesamt gibt es zehn Banken mit italienischen Staatsschuldtiteln, die mehr als 100 Prozent ihres Kernkapitals ausmachen, welches zur Messung der Zahlungsfähigkeit von Banken verwendet wird, so eine Untersuchung von Eric Dor, Direktor für Wirtschaftsstudien an der IESEG School of Management.

Die Liste umfasst Italiens zwei größte Kreditgeber, Unicredit und Intesa Sanpaolo, deren Engagement in italienischen Staatsanleihen entspricht 145 Prozent ihres Tier-1-Kapitals. Außerdem sind die drittgrößte Bank Italiens, Banco BPM (327 Prozent), Monte dei Paschi di Siena (206 Prozent), BPER Banca (176 Prozent) und Banca Carige (151 Prozent) aufgeführt.

Auch der Banken-Index für die Euro-Zone steuert mit einem Minus von 5,1 Prozent auf den größten Tagesverlust seit Sommer 2016 zu. Die Aktie der Deutschen Bank rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von zehn Euro und war mit 9,71 Euro zeitweise so billig wie zuletzt vor eineinhalb Jahren.

Wie angespannt die Lage ist, illustriert eine Bemerkung von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Veranstaltung in Berlin am Montag. Merkel kritisierte die Banken und sagte: „Viele der Banker, die mit viel, viel Geld dann irgendwo verschwunden sind und ihr ganzes Leben nie wieder arbeiten müssen, haben im Grunde mit zu verantworten, dass Millionen von Menschen in Europa arbeitslos geworden sind.“

In der Finanzkrise hatten sich die Banken und die Regierungen gegenseitig die Schuld für den Crash zugeschoben.

Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils knapp zwei Prozent auf 12.633 beziehungsweise 3418 Punkte. Der Leitindex der Mailänder Börse fiel zeitweise sogar um 3,7 Prozent auf ein Zehn-Monats-Tief von 21.122,51 Zählern. Der Euro geriet ebenfalls unter die Räder und war mit 1,1528 Dollar so billig wie zuletzt vor zehn Monaten.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.