Inflation in der Türkei überschreitet Marke von 15 Prozent

Die Inflation in der Türkei hat im Juni den höchsten Wert seit 2003 erreicht.

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Die schwache Lira lässt die Inflation in der Türkei stark steigen. Wie das Statistikamt Turkstat am Dienstag in Ankara mitteilte, lagen die Verbraucherpreise im Juni 15,4 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Das ist die höchste Inflationsrate seit Oktober 2003, also seit fast 15 Jahren. Die Erwartungen von Analysten wurden deutlich übertroffen. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 12,2 Prozent gelegen.

Im Monatsvergleich legten die Verbraucherpreise ebenfalls kräftig um 2,6 Prozent zu. Im Vormonat waren sie noch deutlich schwächer um 1,3 Prozent gestiegen. Die türkische Lira verlor nach den Daten weiter an Boden. Zu US-Dollar und Euro büßte sie in etwa ein Prozent an Wert.

Die steigende Inflation setzt die Notenbank der Türkei unter Druck. Sie hat in den vergangenen Monaten zwar ihre Leitzinsen angehoben und zudem ihr Leitzinssystem umgestellt. Allerdings kämpft die Zentralbank um ihre Unabhängigkeit. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, die Geldpolitik künftig stärker beeinflussen zu wollen. Erdogan ist ein Gegner hoher Zinsen, die als klassisches Instrument zur Inflationsbekämpfung und Währungsstützung gelten.