Schock für Stahlarbeiter

Nach geplatzter Fusion: Thyssenkrupp kündigt massiven Stellen-Abbau an

Gerade erst freuten sich die Mitarbeiter von Thyssenkrupp über die nicht zustande gekommene Fusion mit dem indischen Stahlriesen "Tata Steel". Doch jetzt macht sich bei der Belegschaft Entsetzen breit: Vorstands-Chef Guido Kerkhoff kündigt Stellenstreichungen an - und Personal-Chef Oliver Burkhard spricht schon von betriebsbedingten Kündigungen.

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Streik: Stahlarbeiter in Dortmund im März dieses Jahres. (Foto: dpa)

Kampfbereit: Stahlarbeiter von Thyssenkrupp in Dortmund, März 2019. (Foto: dpa)

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will nach der geplatzten Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten „Tata Steel“ in den kommenden drei Jahren 6.000 Stellen abbauen. Davon entfallen etwa 4.000 Stellen auf Deutschland, so Vorstandschef Guido Kerkhoff. Betriebsbedingte Kündigungen könnten bei einem Abbauprogramm dieser Größenordnung nicht ausgeschlossen werden, ergänzte Personalvorstand Oliver Burkhard. In der Gesamtzahl seien 2.000 Stellen enthalten, die auch bei der Stahlfusion mit Tata gestrichen werden sollten. «Es ist ein recht tiefgreifender Einschnitt», sagte Burkhard.

Für die rund 27.000 Stahlarbeiter von Thyssenkrupp sei das Veto der EU-Kommission «ein harter Schlag», sagte Kerkhoff. Ihnen hätten die Fusion mit Tata «eine Zukunftsperspektive gegeben». Die IG Metall hatte eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. September 2026 sowie eine langfristige Standortsicherung erreicht. Dieser Tarifvertrag werde jetzt nicht in Kraft treten, sagte Burkhard.

Thyssenkrupp hatte zuvor mitgeteilt, dass die seit mehr als einem Jahr angestrebte Stahlfusion mit Tata Steel voraussichtlich nicht zustande kommen werde. Man erwarte, dass die EU-Kommission die Fusion untersage. Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstehen.