Vom Kaffeebauer zum Kunden

Wie Starbucks Blockchain zum Kaffee-Tracking einsetzen will

In Kooperation mit Microsoft setzt Starbucks Blockchain-Technologie ein, um die Kaffeeproduktion vom Kaffeebauern bis zum Kunden zu verfolgen.

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Künftig will Starbucks Blockchain-Technologie einsetzen, damit die Kunden genau nachverfolgen können, wer ihren Kaffee angebaut hat. (Foto: Starbucks)

Künftig will Starbucks Blockchain-Technologie einsetzen, damit die Kunden genau nachverfolgen können, wer ihren Kaffee angebaut hat. (Foto: Starbucks)

Die in den USA ansässige Kaffeekette Starbucks hatte ihre Initiative „Bean to Cup“ im vergangenen Jahr angekündigt. Dabei will sie zusammen mit Landwirten in Costa Rica, Kolumbien und Ruanda ein Blockchain-basiertes Kaffee-Tracking-System erproben.

So nutzt Starbucks Blockchain-Technologie zum Kaffee-Tracking

Das System soll es den Kunden ermöglichen, den Weg des Kaffees vom Bauernhof bis zur Tasse zu verfolgen. Den Kaffeebauern in Costa Rica, Kolumbien und Ruanda soll es neue finanzielle Möglichkeiten eröffnen. Das Pilotprojekt ist Open Source, damit die Ergebnisse sich verbreiten.

Am Montag auf der Microsoft Build Conference präsentierten die beiden Unternehmen eine Reihe gemeinsamer Initiativen. Zu den weiteren Projekten gehören vorausschauende Drive-In-Bestellungen und der Einsatz des Internets der Dinge in verschiedenen Cafés.

Starbucks entwickelt eine Funktion für seine mobile App, die den Kunden Informationen darüber anzeigt, woher ihr verpackter Kaffee kommt, wo er angebaut wurde und was Starbucks unternimmt, um die Bauern an diesen Orten zu unterstützen, wo und wann er geröstet wurde und vieles mehr.

Für Starbucks, das sich seit langem dem ethischen Einkauf verschrieben hat, ist es nicht neu zu wissen, woher der verwendete Kaffee kommt. Allein im vergangenen Jahr arbeitete Starbucks mit mehr als 380.000 Kaffeefarmen zusammen.

Die Rückverfolgbarkeit des Kaffees in Echtzeit wird durch den Azure Blockchain Service von Microsoft unterstützt. Jede Zustandsänderung wird in der Starbucks Blockchain erfasst, sodass alle Parteien der Lieferkette einen vollständigeren Überblick über den Weg der Produkte erhalten.

Die Starbucks Blockchain kann den Landwirten nicht nur mehr Informationen und Sichtbarkeit verschaffen, sobald die Bohnen ihre Farmen verlassen haben, sondern ermöglicht es den Kunden auch, die Auswirkungen ihres Kaffeekaufs auf die Menschen zu sehen, die sie damit unterstützen.

Personalisierte Empfehlungen

Starbucks nutzt bereits eine Art maschinelles Lernen, damit die mobile Starbucks-App in komplexen, unvorhersehbaren Umgebungen auf der Grundlage externer Rückmeldungen gute Entscheidungen trifft. Innerhalb der App erhalten die Kunden maßgeschneiderte Bestellvorschläge, die über eine Plattform generiert werden, die in Microsoft Azure aufgebaut und gehostet wird.

Durch diese Technologie erhalten die 16 Millionen aktiven App-Nutzer Empfehlungen für Speisen und Getränke, die auf lokalen Ladenbeständen, beliebten Angeboten, dem Wetter, Tageszeiten, Community-Präferenzen und auf früheren Bestellungen basieren.

Anfang dieser Woche tauchten Details auf, die darauf hindeuten, dass Starbucks Bitcoin-basierte Zahlungen nach einem Equity Deal mit der amerikanischen Kryptowährungshandelsplattform Bakkt akzeptieren wird. Es wird berichtet, dass keine tatsächlichen Bitmünzen von der Kette verarbeitet werden, da die Kryptowährung sofort in Fiat-Währung transferiert wird.

Vorausschauende Drive-In-Bestellungen

Da die Technologie zur Personalisierung die früheren Bestellungen von Drive-In-Kunden nicht kennt, wie das für App-Kunden der Fall ist, generiert sie relevante Drive-In-Empfehlungen auf der Basis von mehr als 400 weiteren Kriterien auf Filialebene.

Diese Empfehlungen werden proaktiv auf einem digitalen Menü-Display angeboten, über das die Kunden ihre Bestellungen abgeben können. Starbucks testet diese Technologie derzeit in seinem Innovationszentrum in Seattle. Die Einführung ist in Kürze geplant.

Internet der Dinge

Jeder Starbucks-Laden verfügt über mehr als ein Dutzend Geräte, von Kaffeemaschinen über Mühlen und Mixer, die rund 16 Stunden am Tag in Betrieb sein müssen. Ein Fehler in einem dieser Geräte kann zu hohen Reparaturkosten führen und Kunden verärgern.

Um Störungen zu reduzieren und seine Geräte sicher in der Cloud zu verbinden, setzt Starbucks Azure Sphere von Microsoft ein, das man entwickelt hat, um die kommende Welle von Geräten für das Internet der Dinge (IoT) in seinen Ladeneinrichtungen zu sichern.

Die IoT-fähigen Maschinen sammeln mehr als ein Dutzend Datenpunkte für jeden Schuss Espresso, von der Art der verwendeten Bohnen über die Temperatur und die Wasserqualität des Kaffees bis hin zu mehr als 5 Megabyte Daten im Acht-Stunden-Betrieb.

Microsoft arbeitete mit Starbucks zusammen, um ein externes Gerät namens Guardian Module zu entwickeln, das die verschiedenen Geräte des Unternehmens mit Azure Sphere verbindet, um Daten sicher zu sammeln und Probleme mit den Geräten proaktiv zu identifizieren.

Diese Lösung ermöglicht es Starbucks auch, neue Kaffee-Rezepte direkt an die Maschinen zu senden, was zuvor durch die manuelle Lieferung der Rezepte mehrmals im Jahr geschehen ist. Jetzt kann Starbucks die Rezepte sicher aus der Cloud auf Knopfdruck auf Azure Sphere-fähige Geräte übertragen.

„Denken Sie an die Komplexität – wir müssen zu 30.000 Geschäften in fast 80 Märkten gelangen, um diese Rezepte zu aktualisieren“, sagt Jeff Wile, Senior Vice President of Retail and Core Technology Services bei Starbucks Technology. Das übergreifende Ziel von Azure Sphere sei es, von der reaktiven Wartung zu einem Ansatz überzugehen, der Probleme abwehrt, noch bevor sie auftreten.

Längerfristig plant Starbucks, Azure Sphere für zusätzliche Anwendungen wie die Verwaltung von Lagerbeständen und die Bestellung von Verbrauchsmaterialien zu nutzen. Zudem wird das Unternehmen die Hersteller seiner Geräte ermutigen, die Lösung in zukünftige Versionen ihrer Produkte einzubauen.

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