Finanzen

Fed: Zinserhöhung immer stärker gefordert

Lesezeit: 1 min
13.10.2016 09:47
Trotz interner Differenzen über den rechten Zeitpunkt für eine geldpolitische Straffung steuert die Fed auf eine Zinserhöhung zu.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Wie aus den am Mittwochabend (MESZ) veröffentlichten Protokollen der September-Sitzung hervorgeht, waren sich die stimmberechtigten Mitglieder im Offenmarktausschuss einig, dass sich die Argumente für einen Schritt nach oben verstärkt haben. Mehrere Mitglieder dringen demnach sogar darauf, dass die Zinsen "relativ bald" steigen sollten.

Doch die von der Fed im Begleittext aufgenommene Passage, wonach die Notenbank den derzeitigen Zinssatz "bis auf weiteres" beibehalten wolle, sorgte für Zündstoff auf der Sitzung. Laut den Mitschriften waren einige Währungshüter in Sorge, dass dies in der Weise falsch ausgelegt werden könne, dass die Fed ihre Entscheidung eher am Kalender als an der Konjunkturentwicklung ausrichten werde.

Die US-Zentralbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, schaut insbesondere auf den Jobmarkt und die Inflationsrate. Laut Fed Vize-Chef Stanley Fischer scheute sie vorigen Monat auch deshalb vor einer Erhöhung zurück, um den Arbeitsmarkt nicht auszubremsen. Die Entscheidung fiel mit sieben zu drei Stimmen. Im September hatte sich der Boom am US-Jobmarkt leicht abgeschwächt.

Im Fed-Führungskreis ist laut Protokoll zudem weiter umstritten, ob die Inflationsrate mit zuletzt 1,7 Prozent bereits nahe genug ans Ziel der Fed von 2,0 Prozent herangerückt ist, um eine Zinserhöhung zu rechtfertigen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld liegt seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Viele Händler erwarten, dass die Fed erst im Dezember die Zinszügel anziehen wird. Denn eine Erhöhung Anfang nächsten Monats und damit wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen vom 8. November wird an den Märkten als unwahrscheinlich eingeschätzt.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Unions-Justizminister fordern Nachbesserungen beim Cannabis-Gesetz
30.05.2024

Die Justizminister von CDU und CSU kritisieren, dass Gerichte immer wieder Cannabis-Schmuggler freisprechen. Aus ihrer Sicht liegt das an...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Was die USA über Kriegswirtschaft gelernt hat: Der Aufstieg der Mesoökonomie – TEIL 2
30.05.2024

Die USA stehen vor vielfältigen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Problemen, die eine fördernde Wirtschaftsmentalität...

DWN
Politik
Politik Reich und Arm: Die Unterschiede werden größer in Deutschland
30.05.2024

Erst die Corona-Pandemie, dann der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Beides nicht nur unerfreulich an sich, sondern auch zwei weitere...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft BKA: Bisher größter Schlag gegen weltweite Cyberkriminalität
30.05.2024

Das Bundeskriminalamt und internationale Behörden haben die Operation „Endgame“ gestartet. In den vergangen zwei Tagen wurden weltweit...

DWN
Immobilien
Immobilien Graue Energie: Wie Architekten helfen wollen, die CO2-Bilanz zu retten und die Klima-Katastrophe zu verhindern
30.05.2024

Alle reden von Holzbau, Lehmfassaden und Verdichtung. Manche Architekten fragen sich, ob man überhaupt Flächenfraß und Wachstum...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Blinken deutet Flexibilität bei Einsatz von US-Waffen in Russland an
30.05.2024

In der Debatte um den Einsatz westlicher Waffen durch die Ukraine gegen militärische Ziele in Russland hat US-Außenminister Antony...

DWN
Politik
Politik DWN-SERIE zur Europawahl (Teil 3): Das Wahlprogramm der AfD für die EU
30.05.2024

Am Sonntag, dem 9. Juni, findet in Deutschland die Abstimmung zur Europa-Wahl statt. Erstmals werden auch 16-Jährige über die...

DWN
Politik
Politik Russland plant nach zwei Jahren Ukraine-Krieg Steuererhöhungen
30.05.2024

Russland muss wegen hoher Rüstungs- und Verteidigungsausgaben in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine an anderer Stelle haushalten. Eine...