Finanzen

Lufthansa: Arbeitgeberverband warnt Piloten vor neuen Streiks

Lesezeit: 1 min
01.12.2016 10:44
Der Arbeitgeberverband BDA warnt die Piloten bei der Lufthansa vor neuen Streiks. Diese würden der gesamten deutschen Wirtschaft schaden.
Lufthansa: Arbeitgeberverband warnt Piloten vor neuen Streiks

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Lufthansa – neue Streiks bei Deutschlands größter Fluggesellschaft könnten der Wirtschaft wachsende Schäden zufügen. Trotz der aktuellen Streikpause der Piloten der Lufthansa warnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, vor weiteren Arbeitsniederlegungen und Flugausfällen in den nächsten Wochen, berichtet die dpa. „Ein Streik soll einen Interessenausgleich hervorbringen, nicht Kunden vergraulen und damit Arbeitsplätze und die Existenz gefährden“, sagte Kramer.

Zuvor hatte bereits der Vorstandschef von Siemens, Joe Kaeser, die Piloten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Die häufigen und andauernden Streiks bei der Lufthansa sind nicht nur eine Belastung für hunderttausende Passagiere. Die Streiks schaden auch zunehmend der deutschen Wirtschaft und der 'Marke Deutschlands', die für Verlässlichkeit und Qualität steht“, sagte Kaeser dem Blatt.

Nach einer sechstägigen Streikwelle kehren die Piloten am Donnerstag vorerst an ihre Arbeitsplätze zurück. Auch am Freitag soll nicht gestreikt werden.

Am Mittwoch strich Lufthansa wegen des Pilotenstreiks noch einmal 890 Flüge, davon waren rund 98 000 Passagiere betroffen. Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings hoben wie geplant ab. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Rund 40 Flüge würden noch ausfallen.

Die Lufthansa hat inzwischen eine Erhöhung der Bezüge um 4,4 Prozent in zwei Stufen sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017 fordert, will dieses Angebot prüfen und sich am Donnerstag äußern.

Im Einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft ein, hieß es.

Laut Lufthansa waren an den sechs Streiktagen seit vergangenem Mittwoch mehr als 525 000 Passagiere von insgesamt 4461 Flugausfällen betroffen. Lediglich am Sonntag und Montag legten die Piloten eine Pause ein. Das Unternehmen geht von einem Schaden von 10 bis 15 Millionen Euro täglich aus.

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, LufthansaCargo und Germanwings.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Kampf gegen das Bargeld: Australiens Zentralbank startet Testphase für digitale Währung

Die Zentralbank Australiens arbeitet an der Einführung einer digitalen Währung. Damit folgt sie einem Aufruf der Bank für...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfnebenwirkungen: TK meldet fast eine halbe Million Behandlungen in 2021

Die Debatte um Impfnebenwirkungen der Corona-Impfstoffe nimmt wieder Fahrt auf. Die Techniker Krankenkasse musste nun Daten offenlegen, die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fußball-Bundesliga: Die bunte Welt der Sponsoren

Die neue Bundesligasaison bietet vielen Unternehmen eine große Bühne, um ihre Zielgruppen zu erreichen und ihre Produkte zu bewerben....

DWN
Finanzen
Finanzen EZB traut sich nicht: Maßnahmen gegen Inflation sind äußerst zaghaft

Zwar hat EZB hat die geldpolitische Straffung tatsächlich begonnen und ihre Bilanz schon um 90 Milliarden Euro reduziert. Doch im Kampf...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wie Frankreich der Dijon-Senf ausgegangen ist

In den Regalen von Frankreichs Supermärkte herrscht ein akuter Mangel an Dijon-Senf. Dies ist vor allem die Folge zweier ganz unerwarteter...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OPEC stellt Weichen für Drosselung der Öl-Förderung

Die OPEC bereitet den Markt auf eine Drosselung der Öl-Förderung vor. Zugleich erwartet die IEA eine steigende Nachfrage. Öl könnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Die größten Vermögensverwalter der Welt setzen plötzlich auf Krypto

Die Vermögensverwalter Abrdn, BlackRock und Charles Schwab haben im August massive Geschäfte im Krypto-Sektor gestartet. Sie erwarten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energie-Krise: Russland erhöht Erdgas-Lieferungen an Ungarn

Ungarn hatte Russland um mehr Gas gebeten, um die Energieversorgung für den kommenden Winter sicherzustellen. Dieser Bitte kommt Gazprom...