Politik

Türkei ist interessanter Markt für Trumps Immobilien-Firma

Lesezeit: 2 min
22.04.2017 02:32
Türkei ist interessanter Markt für Trumps Immobilien-Firma

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Trump Towers in Istanbul sind ein Symbol für die Präsenz der Familie des US-Präsidenten in der Türkei. Kritiker sehen einen klaren Interessenkonflikt zwischen  der Agenda des Präsidenten und den geschäftlichen Interessen seines Familienunternehmens.

Inhaber der Trump Towers Istanbul ist der türkische Medienzar Aydin Dogan. Die Towers bestehen aus zwei Türmen, die 39 und 37 Stockwerke haben. Das Gebäude verfügt über Büros und Privatwohnungen. Im unteren Teil befindet sich eine Einkaufs-Mall mit einem Durchmesser von 62.350 Quadratmeter. Die Gebäude wurden von der deutschen Architektin Brigitte Weber entworfen, die seit Jahrzehnten in der Türkei lebt. Die Einweihung der Trump Towers erfolgte im Jahr 2012. Die Einweihungszeremonie wurde vom damaligen türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan vorgnommen. Dogan hatte Donald Trump eine Lizenzgebühr gezahlt, um die Gebäude Trump Towers nennen zu dürfen. In Europa war Dogan der erste Geschäftsmann, der die Erlaubnis von Trump bekam, seinen Namen nutzen zu dürfen. Ivanka Trump sagte damals, dass es in den Geschäftsgebäuden eine Mischung aus türkischen und ausländischen Marken gebe. Besonders erfreulich sei, dass sich in den Gebäuden ein Disney-Theater für Kinder befinde. "Wir hoffen, dass wir weitere Projekte in der Türkei umsetzen werden", zitiert Yapi.com Ivanka Trump.

Nach Angaben des Wall Street Journal zahlt Dogan an Trump jährlich eine Summe zwischen einer und fünf Millionen Dollar, um den Markennamen Trump benutzen zu dürfen. Türkische Medien hatten zuvor berichtet, dass sich die Lizenzssumme auf genau fünf Millionen Dollar belaufe, so Voice of America (VoA). Die Trump Towers wurden für insgesamt 400 Millionen Euro gebaut. „Die Türkei ist das perfekte Land für Investments. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es eines der bevorzugten Länder für unsere Investitionen ist“, zitieren die Deutsch Türkischen Nachrichten Trump aus einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dogan im Jahr 2012.

Im vergangenen Jahr forderten die regierungsnahen türkischen Medien von Dogan, den Namen Trump nicht mehr als Markennamen zu benutzen. Auslöser der Kritik an Dogan waren die anti-muslimischen Aussagen Trumps im Wahlkampf. "Und sie haben auch noch eine Marke auf seinen Namen hierher gebracht. Diejenigen, die seinen Namen als Marke auf die Gebäude geschrieben haben, sollten diesen Namen sofort beseitigen. Ich habe damals auch einen Fehler gemacht und war bei der Eröffnungszeremonie anwesend", zitiert Birgün Erdogan.

Trump gab im Jahr 2015 zu, dass es einen Interessenkonflikt bezüglich der Türkei gebe. "Ich habe einen kleinen Interessenkonflikt, weil ich ein großes, großes Gebäude in Istanbul habe (…) Es heißt Trump Towers und besteht aus zwei Türmen, statt des üblichen einzelnen Turms", zitiert Mother Jones Trump.

Doch auch Trumps Sohn Eric hat offenbar enge geschäftliche Beziehungen mit der Türkei. Nach der US-Präsidentschaftswahl flog er auf Einladung eines türkischen Geschäftsmanns in die Türkei, um dort gemeinsam mit dem Geschäftsmann in der Süd-Türkei auf Hirschjagd zu gehen, berichtet Politico. Zudem gilt der türkische Unternehmer Mehmet Ali Yalcindag nach Angaben von Donald Trump zu seinen engsten Freunden, berichtet die New York Times. Yalcindag hat Anteile an den Trump Towers Istanbul. Yalcindag ist der Schwiegersohn von Aydin Dogan.

Im Jahr 2007 hatte die Baufirma Yesil Insaat verkündet, dass Trump den Bau eines Golf Ressorts in Antalya, Cesme oder Bodrum plane, berichtet das Immobilienportal Emlak Kulisi.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Enthüllung: Webseiten veröffentlichen Philipp Amthors Lobby-Brief an Wirtschaftsminister Altmaier

Im Zusammenhang mit den Lobby-Aktivitäten des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor für die umstrittene Firma Augusts Intelligence wurde im...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstand warnt vor ernsten Folgen des gegenwärtigen Klima-Aktionismus

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft warnt vor den konkreten Folgen der verschärften Klima-Politik der Bundesregierung. Die...

DWN
Technologie
Technologie Die Renaissance der deutschen Atomkraft wirft ihre Schatten voraus

Die US-Regierung hat offenbar erkannt, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern nur unter Einbeziehung der Atomkraft machbar sein wird....

DWN
Finanzen
Finanzen Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Banken und Politik fürchten sowohl Inflation als auch Deflation, wenn diese zu stark werden. Doch verhindern können sie beide letztlich...

DWN
Politik
Politik Deutsche sehen in USA größere Bedrohung als in Russland

Einer Umfrage zufolge sehen die Deutschen in den USA eine größere Bedrohung als in China oder Russland.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Raps so teuer wie nie zuvor

Die Preise für Raps sind auf ein Rekordhoch gestiegen. An den Märkten machen sich Knappheitsängste breit.

DWN
Politik
Politik Auf der Kippe: Geopolitische Kräfte torpedieren Europas Wirtschaftsabkommen mit China

Das bahnbrechende Wirtschaftsabkommen der EU mit China steht auf der Kippe. Grüne und Sozialdemokraten organisieren den Widerstand im...

DWN
Politik
Politik „Defender Europe 21“: Startschuss für massives Militärmanöver in Europa

In Europa ist eine riesiges US-geführtes Manöver angelaufen. Nach Angaben der amerikanischen Streitkräfte werden in den nächsten Wochen...