Politik

Russland verlegt vier Bataillone der Militär-Polizei nach Syrien

Lesezeit: 2 min
29.07.2017 02:53
Die russische Regierung hat vier Bataillone Militärpolizisten nach Syrien verlegt.
Russland verlegt vier Bataillone der Militär-Polizei nach Syrien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministers Sergej Shoigu werden in einer Deeskalationszone Syriens derzeit vier Bataillone der russischen Militärpolizei eingesetzt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Um wie viele Militärpolizisten es sich handelt, sagte Shoigu nicht. Den genauen Einsatzort gab er aus Sicherheitsgründen ebenfalls nicht bekannt.

Im Mai hatten sich Russland, die Türkei und der Iran darauf geeinigt, vier Deeskalationszonen einzurichten. Russland machte daraufhin Druck auf die Regierung in Damaskus. Ziel war, dass die syrische Luftwaffe ihre Flüge über diesen Zonen einstellt. Der syrische Präsident Baschar al-Assad gab daraufhin nach und stellte die Flüge ein.

Die Einrichtung der Deeskalationszonen in Verbindung mit der türkischen Militäroperation „Euphrats Shield“, die von Russland in Kauf genommen wird, zahlt sich offenbar aus. Die türkische Wirtschaftszeitung Finansgündem berichtet, dass bisher 46.750 Syrer über die türkisch-syrische Grenze in ihre Heimat Syrien zurückgekehrt seien. Die Menschen sollen allesamt in den Gebieten Nordsyriens angesiedelt werden, die zuvor unter der Kontrolle der Terrormiliz ISIS standen. Das türkische Militär hatte ISIS zuvor aus diesen Gebieten vertrieben. Derzeit sollen durchschnittlich 200 Syrer am Tag aus der Türkei nach Syrien zurückkehren.

Die im Norden Syriens operierenden Kurden-Milizen der YPG hingegen sind unzufrieden mit der Kooperation zwischen Russland, der Türkei und dem Iran sowie mit der Einrichtung der Deeskalationszonen. Eine Sprecherin der Kurden-Milizen und der PYD, sagte in einem Interview mit AP, dass der Einsatz der USA mit dem Sieg über ISIS in Rakka nicht enden sollte. Die USA müssten als Garant der Stabilität in Syrien weiter aktiv werden, bis sich eine politische Zukunft des Landes abzeichnet. „Wenn die Amerikaner die Sicherheit dieser Gebiete erhalten und ihr (eigenes) Land vor Terrorismus schützen wollen, müssen sie weitermachen, bis in Syrien ein demokratisches System eingerichtet wird“, sagte die Sprecherin. Die Kurden-Milizen setzen sich für ein föderales System in Syrien mit einer weitgehenden Autonomie der Kurdengebiete ein. Doch die Regierung in Damaskus und die Türkei sind strikt gegen diese Lösung, da sie einen Zerfall des Landes befürchten.

In der syrischen Provinz Idlib vollzog sich zu Beginn der laufenden Woche eine dramatische Entwicklung. Die Nachfolgeorganisation der radikalislamischen Al Nusra hat die strategisch wichtige Provinz erobert. Die Miliz kämpft sowohl gegen die Türkei als auch gegen Russland.

Der US-Informationsdienst Stratfor, die Nachrichtenagentur Reuters, Open Democracy – eine Organisation des US-Milliardärs George Soros – und weitere Stimmen sind der Ansicht, dass der plötzliche Aufstieg der radikalen Islamisten in Idlib das Ergebnis des Stopps des CIA-Programms für die Söldner in Syrien sei. Da US-Präsident Trump die Bewaffnung und finanzielle Unterstützung der Söldner in Syrien gestoppt habe, werde dieses Vakuum nun von radikalen Islamisten genutzt – so lautet der Vorwurf.

Der Vorstoß der radikalen Islamisten in Idlib bedeutet aber vor allem, dass die Einrichtung einer Deeskalationszone in dieser Provinz gefährdet ist. Das stellt einen Rückschlag sowohl für Russland als auch die Türkei dar.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Reisen nur noch mit Corona-Impfung? Digitaler Gesundheitspass wird zur Realität

Alsbald soll beim internationalen Flugverkehr ein digitaler Gesundheitspass, der dann wegen der Corona-Krise als Impfpass dienen soll, zum...

DWN
Politik
Politik Blockade der Corona-Milliarden: Der Ton zwischen Brüssel, Warschau und Budapest wird rauer

Im Streit um die von Brüssel geforderte Verknüpfung der Auszahlung von Corona-Milliardenhilfen mit der „Rechtstaatlichkeit“ der...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Währungssystem: Pandemie begünstigt die Einführung des digitalen Dollars

Die Pandemie hat viele Zentralbanken davon überzeugt, dass sie digitale Währungen ausgeben müssen. Die US-Notenbank Fed will so schnell...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Türkische Söldner in Hinterhalt gelockt, Israel greift Region Damaskus an

Kurdische Söldner sollen türkische Milizen am Dienstag in einen Hinterhalt gelockt haben. Israel griff syrischen Medienberichten zufolge...

DWN
Politik
Politik Spahn sagte nur: „In dieser“ Pandemie wird es keine Impflicht geben

Die Medienöffentlichkeit behauptete, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Impfpflicht ausgeschlossen habe. Doch das stimmt...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Dax: Börsianer warten auf Entscheidungen über Corona-Restriktionen

Die Börsen haben heute Morgen mit leichten Verlusten eröffnet. Die Anleger warten darauf, wie sich Bund und Länder über die...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Politik
Politik Das große Geschäft mit den Impfstoffen hat begonnen

Die EU einigt sich mit dem US-Hersteller Moderna, Bill Gates‘ Impfallianz erhält hunderte Millionen Dosen des Herstellers AstraZeneca...

DWN
Technologie
Technologie "Himmelsdrachen": Deutsches Unternehmen entwickelt Technologie, die Satelliten ersetzen kann

Ein Stuttgarter Unternehmen hat einen sogenannten "SkyDragon", einen Himmelsdrachen, für den Flug in der Stratosphäre entwickelt.

DWN
Politik
Politik DWN EXKLUSIV: Klare Botschaft an alle - USA entsenden Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben die USA Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten entsendet. Die Mission sollte als...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt ist es soweit: Bundesregierung erwägt Einführung eines Corona-Soli

Medienberichten zufolge erwägt die Bundesregierung, einen Corona-Soli einzuführen, um den wirtschaftlichen Schaden der Corona-Krise...

DWN
Finanzen
Finanzen Mehrere Zahlungsausfälle erschüttern Chinas Anleihemarkt

In den vergangenen Tagen konnten mehrere staatlich kontrollierte Unternehmen ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Ausländische...

DWN
Politik
Politik „Great Reset“: Wie das Weltwirtschaftsforum China seit Jahren hofiert und lobt

Seit Jahren bauen das Weltwirtschaftsforum unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive...

DWN
Deutschland
Deutschland Augenzeugen: Auto rast in Tor des Bundeskanzleramts in Berlin

Vor dem Bundeskanzleramt ist es am Vormittag zu einem Zwischenfall gekommen.