Politik

USA und Türkei kämpfen in Syrien gemeinsam gegen al-Kaida

Lesezeit: 2 min
16.08.2017 01:46
Die Türkei hat mit der Sicherung der Grenze zu Syrien begonnen. Der Kampf der Türkei und Russlands richtet sich gegen die al-Kaida und wird nun auch aktiv von den USA unterstützt.
USA und Türkei kämpfen in Syrien gemeinsam gegen al-Kaida

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Das Pentagon sieht den Kampf gegen al-Kaida in Syrien als eine vordringliche Aufgabe an. Eric Pahon, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: "Die Vereinigten Staaten kämpfen weiter gegen al-Kaida-Ziele im Raum Idlib und in ganz Syrien, um die USA vor Terroranschlägen zu schützen."

Die Türkei hat damit begonnen, Sicherheitsvorkehrungen entlang ihrer 150 Kilometer langen Grenze mit der syrischen Provinz Idlib zu treffen, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters. Der türkische Premier Binali Yildirim sagte in der vergangenen Woche, dass die Provinz Idlib von "Terroristen" kontrolliert wird. Deshalb müsse die Türkei die Grenze sichern. Die USA unterstützen die türkischen Maßnahmen. Pentagon-Sprecher Pahon: "Die USA und die Türkei stimmen sich eng in Fragen der Sicherheit und der Terrorismusbekämpfung im Rahmen unserer und sicherheitspolitischen und militärischen Zusammenarbeit ab. US- und türkische Beamte haben ihre gegenseitige Besorgnis über die Situation in Idlib diskutiert und wir beobachten weiterhin die Situation, um sicherzustellen, dass die USA, die Türkei und Europa und die weitere Region nicht von Terroranschlägen bedroht sind, die von Idlib ausgehen."

Diese Position zeigt, dass der Kurswechsel in Washington nun auch operative Folgen hat: Die USA hatten die zu al-Kaida gehörende al-Nusra-Front lange Zeit in Syrien unterstützt. Moskau hatte gefordert, dass die US-Regierung Russland die Positionen der al-Nusra-Söldner mitteile, damit Russland gegen die islamistischen Söldner vorgehen könne.

Die Nachfolgeorganisation der radikalislamischen Al Nusra hatte Ende Juli die strategisch wichtige Provinz Idlib in Syrien erobert. Die Miliz kämpft sowohl gegen die Türkei als auch gegen Russland. Sie nennt sich nun Hayat Tahrir al-Scham (HTS).

Der türkische Syrien-Experte Hüsnü Mahalli sagte dem Sender Halk TV, dass die HTS-Kämpfer in Syrien aus diversen Regionen in die Provinz Idlib strömen würden. Die Zahl der dortigen Kämpfer liege schätzungsweise bei 30.000 bis 50.000: "Während die Regierung in Damaskus mit verschiedenen Gruppen landesweite Friedensabkommen geschlossen hat, lehnen die Al-Nusra-Kämpfer Friedensvereinbarungen ab. Es besteht die Gefahr, dass die Al-Nusra-Front sich in Richtung der türkischen Grenze bewegt und dort Angriffe gegen die Türkei startet oder in die Türkei flüchtet (…). Zweitens bestehen diese Kämpfer zu mindestens 50 Prozent aus ausländischen Kämpfern. Es handelt sich um Tschetschenen, Dagestani, Zentralasiaten, Uiguren und Kämpfern aus diversen arabischen Staaten (…). Das ist kein Problem, das nur die Türkei, Russland oder Syrien betrifft. Zwischen den USA und Russland gibt es eine ernste Vereinbarung darüber, diese Terroristen komplett zu säubern", so Mahalli. Die Washington Post bestätigt in einem Bericht die Kooperation zwischen der US-Regierung und dem Kreml in Syrien.

Der türkische Minister für Zoll und Handel, Bülent Tüfenkçi, kündigte am 11. August an, den türkisch-syrischen Grenzübergang Bab al-Hawa schließen zu wollen. "Diese Entscheidung haben wir getroffen, nachdem eine Terrororganisation den Grenzübergang auf der syrischen Seite unter seine Kontrolle gebracht hat", zitiert die Zeitung Birgün den Minister.

Brett H. McGurk, Sonderbeauftragter der USA für die Anti-ISIS-Koalition, sagte im vergangenen Monat, dass die Provinz Idlib "der sicherste Rückzugsort von Al-Qaida" seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sei. "Idlib ist jetzt ein großes Problem", zitiert die New York Times McGurk. Doch unklar bleibt, wann die USA oder Russland eine Offensive auf Idlib starten werden. "Die Situation in Idlib wird genau beobachtet und die Bedrohung durch HTS wird ernst genommen. Es besteht die Möglichkeit, dass die internationale Gemeinschaft zu einem späteren Zeitpunkt reagiert. Aber es ist unklar, wer dies tun wird. Derzeit hat der Kampf gegen ISIS Priorität", sagte Samuel Heller von der US-Denkfabrik Century Foundation Al-Monitor.

Wie kritisch die Lage immer noch ist, zeigt der Abschuss eines syrischen Kampfjets, über den Sky Arabia berichtet. Der Pilot ist demnach von Söldnern gefangengenommen worden. Wer hinter dem Abschuss steckt, ist noch unklar.

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