Finanzen

Flüssiggas aus den USA ist zu teuer für China

Lesezeit: 1 min
28.10.2017 21:29
US-amerikanische Produzenten von Flüssiggas wollen den chinesischen Markt erobern. Das Vorhaben könnte an den von ihnen geforderten hohen Preisen scheitern.
Flüssiggas aus den USA ist zu teuer für China

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

US-amerikanische Produzenten von verflüssigtem Erdgas („liquified natural gas – LNG) wollen ihre Exporte nach China deutlich steigern. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Vertreter der Branche US-Präsident Donald Trump und Handelsminister Wilbur Ross Anfang November auf ihrer Reise nach China begleiten. Wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet, stammen 10 der 29 Unternehmen, die Trump und Ross begleiten werden, aus der Energiebranche. „Wir sind auf einer Mission, um mit den Chinesen zu reden und Verträge zu unterzeichnen“, wird der Gründer des LNG-Ausrüsters Delfin Midstream von Reuters zitiert.

China ist der drittgrößte Markt für Flüssiggas und gilt aufgrund hoher Wachstumsraten als Zukunftsmarkt. Im Jahr 2015 importierte das Land rund 62.000 Tonnen LNG. Im Jahr 2016 waren es bereits rund 200.000 Tonnen. Im laufenden Jahr dürfte es eine weitere beträchtliche Steigerung geben, weil die Regierung zahlreiche Regionen im Norden und Nordosten des Landes mit Erdgas statt mit Kohle beheizen will. Zudem sollen zehntausende Boiler auf den Gasbetrieb umgestellt werden, um die Emissionen von Schadstoffen zu reduzieren. Die Regierung in Peking rechnet damit, dass der Bedarf an Erdgas bis zum Jahr 2020 auf 320 Milliarden bis 360 Milliarden Kubikmeter steigen wird – die Steigerung wäre in etwa so groß wie der gesamte japanische Bedarf eines Jahres.

Die Expansion nach China dürfte den Amerikanern jedoch nicht leichtfallen. Im Gegensatz zu den Platzhirschen aus Australien, Katar und Malaysia bieten sie ihr Erdgas zu weitaus höheren Preisen an. So lag der durchschnittliche Preis, den China für US-amerikanisches LNG bezahlte, in den vergangenen 12 Monaten bei 7,62 Dollar pro Millionen Britischer Thermaleinheiten (mmBtu). Der Durchschnittspreis für australisches LNG lag dagegen bei 6,54 Dollar.

Die gegenwärtig mit Australien und Katar vereinbarten Verträge gelten bis in die 2030er Jahre. Die Chinesen scheuen zudem davor zurück, mit den Amerikanern langfristige Verträge abzuschließen, weil nicht klar ist, wie sich die Preise in den kommenden Jahren entwickeln werden. Reuters berichtet, dass sie deshalb – wenn überhaupt – Lieferverträge mit Laufzeiten unter 5 Jahren abschließen werden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Biden gegen Putin: In der Ukraine wird es gewaltig krachen

Unter Joe Biden als US-Präsident wird der Ukraine-Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreichen. Doch diesmal dürfte Washington gewillt...

DWN
Politik
Politik Sachsen sperrt „Quarantäne-Verweigerer“ künftig in alten Flüchtlingsheimen ein

Die sächsische Landesregierung wird sogenannte Quarantäne-Verweigerer künftig in speziellen Einrichtungen einsperren. Die Maßnahme wird...

DWN
Politik
Politik Corona und Antisemitismus: Mahnende Worte eines Rabbis an Europa

Im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten schilderte Rabbi Abraham Cooper vom „Simon Wiesenthal Center“, dass die Juden in...

DWN
Politik
Politik US-Arzt stirbt nach Corona-Impfung, Fall wird untersucht

In Florida ist ein Arzt nach einer Corona-Impfung verstorben. Während seine Ehefrau einen Zusammenhang zwischen der Impfung und seinem...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Lohnt sich der Einstieg noch oder ist es zu spät?

Wer in Bitcoin investieren will, braucht aufgrund der extremen Kurssprünge starke Nerven. Wer dafür bereit ist, erfährt hier, wie in...

DWN
Politik
Politik Merkel drängt auf landesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen

Bei einem vorgezogenen Spitzentreffen kommende Woche sollen nach dem Willen der Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßnahmen...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Direktorin Schnabel: „Die Inflation ist nicht tot“

EZB-Direktorin Isabel Schnabel bereitet die Öffentlichkeit auf deutlich steigende Preise vor.

DWN
Deutschland
Deutschland Das letzte Rätsel der RAF: Drei Terroristen sind immer noch auf Raubzug

Seit fünf Jahren ist bekannt: Mehrere Raubüberfälle gehen auf das Konto früherer RAF-Terroristen. Nur zu fassen sind sie nicht. Die...

DWN
Politik
Politik Deutschland ist für Friedrich Merz zweitrangig: An erster Stelle steht die Finanz-Industrie

Friedrich Merz könnte morgen CDU-Vorsitzender und im September Bundeskanzler werden. Für Deutschland wäre das eine denkbar schlechte...

DWN
Deutschland
Deutschland "Aus Liebe zu Deutschland": Was sich in unserem Land ändern muss

Der renommierte Wissenschaftler Helmut K. Anheier stellt eine Reihe von Büchern vor, die sich mit Deutschlands Zukunft befassen. Darunter...

DWN
Politik
Politik Great Reset: Wohnen in winzigen Minihäusern soll das „Klima retten“

Um im Rahmen des Great Reset die negativen Auswirkungen von Wohnhäusern auf das Klima zu reduzieren, sollen beim Bau nur noch...

DWN
Deutschland
Deutschland Schneemassen legen Teile Süddeutschlands lahm, massiver Temperatursturz in Griechenland

Im Südwesten Deutschlands haben Schneestürme den Verkehr teilweise zum Erliegen gebracht. Eine Frau starb. In Griechenland stürzten die...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona: Die schwedischen Politiker haben eine Strategie, die deutschen üben sich in Aktionismus - und richten so langfristig schwere Schäden an

DWN-Gastautor Christian Kreiß argumentiert, dass Deutschlands Politiker die langfristigen Folgen der harten Corona-Maßnahmen nicht sehen...

DWN
Politik
Politik „Nancy Antoinette“, „Crazy Nancy“: Wie Trump sich Nancy Pelosi zur Erzfeindin machte

Donald Trump hat im Verlauf seiner Präsidentschaft inländischen und ausländischen Politikern eine Reihe von beleidigenden Spitznamen...