Politik

US-Regierung erwägt Kriminalisierung von Bitcoin

Lesezeit: 2 min
03.12.2017 15:01
Zwischen der US-Regierung und der Bitcoin-Community zeichnet sich ein fundamentaler Konflikt ab.
US-Regierung erwägt Kriminalisierung von Bitcoin

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Justizausschuss des US-Senats befasst sich derzeit mit dem Gesetzentwurf S.1241, der darauf abzielt, das vorsätzliche Verschweigen von Eigentum oder die Kontrolle eines Finanzkontos zu kriminalisieren. Das berichtet CoinTelegraph. Der Gesetzentwurf, der bereits im Juni vorgelegt worden war, sorgt derzeit in der Bitcoin-Community für Unruhe, wie die Diskussionen in zahlreichen Bitcoin-Foren zeigen. Das Gesetz würde nämlich die Definition von "Finanzkonto" und "Finanzinstitut" ändern und damit digitale Währungen sowie digitale Börsen ebenfalls erfassen. Laut Senatorin Dianne Feinstein wird der Gesetzentwurf benötigt, um bestehende Geldwäsche-Gesetze zu aktualisieren.

Die Sorge der Anleger wird durch eine aktuelle Entwicklung in den USA begründet: Die Betreiber der Handelsplattform Coinbase nun wurden laut BTC-Echo per Gerichtsurteil gezwungen, der Bundessteuerbehörde IRS die Identität von über 14.000 Anlegern mitzuteilen. Betroffen seien alle Nutzer, sofern ihr Handelsvolumen von Anfang 2013 bis Ende 2015 auf einen Schlag 20.000 US-Dollar überschritten hat. Die Finanzbehörde gehe in vielen Fällen von Steuerhinterziehung aus.

Der Gesetzentwurf würde die Definition von "Finanzinstitut" in Section 53412 (a) von Titel 31, United States Code, ändern. Der Text soll nun lauten: "Ein Aussteller, ein Erlöser oder ein Kassierer von Prepaid-Zugangsgeräten, digitaler Währung oder einem digitalen Austauscher oder einer digitalen Währung." Die Regelung zielt darauf ab, die Anonymität von Bitcoin und anderen Kryptowährungen aufzuheben. Die Aktualität ist eines der zentralen Merkmale für die Attraktivität von Blockchain-basierten Währungen.

Im Falle einer Verabschiedung hätte die Gesetzesvorlage laut CoinTelegraph weitreichende Folgen für die Nutzer digitaler Währungen sowohl in den USA als auch im Ausland.

Mehrere Kommentatoren der Branche haben sich zu dem vorgeschlagenen Gesetz geäußert. Ton Vays behauptete, dass Konfrontationen nicht ausgeschlossen seien: "Es ist schlecht (...). Ich denke, es wird zu einer Konfrontation zwischen Bitcoin – und zwar sowohl Bitcoin-Besitzern als auch Nutzern – mit der US-Regierung kommen."

In seiner Aussage vor dem Ausschuss hat John A. Cassara behauptet, dass das Thema der virtuellen Währungen interessant ist:

"Senator, ich bin nur froh, dass ich meine Karriere bereits hinter mir habe. Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn es um digitale Währungen geht. Es ist extrem, extrem herausfordernd (...). Ich denke, wenn man sich die Matrix ansieht, so legen diese nahe, dass digitale Währungen heute nur ein kleiner Bruchteil der Bedrohung sind, der wir ausgesetzt sind. Doch das muss nicht bedeuten, dass es in fünf bis zehn Jahren genauso sein wird. Wir sind an einer Weggabelung und es wird sehr, sehr interessant zu sehen, wie es weitergeht. "

Cointelegraph berichtet, dass das Weiße Haus Kryptowährungen aktiv überwacht. Dies bedeute, dass die Regierung versuche, das erste erfolgreiche dezentralisierte Währungssystem der Welt zu regulieren. Mit der wachsenden Beteiligung der Wall Street und der immer größer werdenden Aufmerksamkeit der Medien sei es nicht überraschend, dass die Regierungen ihre Bemühungen verstärke, die digitale Währung zu regulieren.

Orchestriert wird die Initiative der USA-Regierung durch prominente Wortmeldungen: Zuletzt forderte der Ökonom Joseph Stiglitz bei Bloomberg ein glattes Verbot der Bitcoin, weil diese der Allgemeinheit nicht nütze.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Riesenboom für Krypto-Währungen: 350 Millionen PayPal-Nutzer können jetzt mit Bitcoin bezahlen

PayPal hat offiziell bestätigt, dass es Online-Händlern und ihren Kunden ab 2021 Zahlungen mit den vier Kryptowährungen Bitcoin,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 1

Die Finanz-Instrumente sind heftig umstritten. Einige sehen sie als notwendige Absicherungs-Vehikel, andere nur als reine...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman: Wenn Biden die US-Wahlen gewinnt, explodiert der Silberpreis

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November empfiehlt Goldman Sachs Investoren, sich vom Dollar zu trennen und Silber zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Blühende Landschaften: Ostdeutschland entwickelt sich zum Zentrum der europäischen Elektro-Mobilität

Ostdeutschland steht eine glänzende Zukunft bevor: Das sagt die Ökonomin Dalia Marin.

DWN
Finanzen
Finanzen Preise für Strom und Gas ziehen weiter deutlich an

Die Preise für Strom und Gas in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Ein Ende der Teuerung ist indes nicht abzusehen, wie Daten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens Gamesa zieht mit neuem Großauftrag deutsche Windparkbranche aus der Talsohle

Die deutschen Windpark-Entwickler, die schon länger unter Druck standen, entwickeln sich wieder besser. Während Siemens Gamesa (SG) eine...

DWN
Politik
Politik US-Experten warnen vor Inlands-Terrorismus vor der US-Wahl

Einer Analyse der Pentagon-Denkfabrik RAND zufolge könnte es vor und während der US-Präsidentschaftswahlen zu Terroranschlägen kommen....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Finanzen
Finanzen Türkische Lira markiert neue Allzeit-Tiefstände

Die Entscheidung der Zentralbank, den Leitzins unverändert zu lassen, hat zu einem neuerlichen Einbruch der türkischen Landeswährung...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Ständiges Warten aufs neue US-Konjunkturpaket drückt Dax immer weiter in die Verlustzone - heute Blick in die Türkei

Die Woche läuft derzeit an den deutschen Börsen alles andere als gut. So treiben unter anderem die steigenden Corona-Zahlen den Anlegern...

DWN
Deutschland
Deutschland Messerattacke in Dresden hat islamistischen Hintergrund, Generalbundesanwalt ermittelt

Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden hat offenbar einen islamistischen Hintergrund. Der 2015 eingereiste...