Finanzen

Dänemark: Geldpolitik der EZB führt zur Überhitzung der Konjunktur

Lesezeit: 1 min
23.12.2017 18:28
Der dänische Finanzminister fordert die EZB zu einer Straffung ihrer Geldpolitik auf.
Dänemark:  Geldpolitik der EZB führt zur Überhitzung der Konjunktur

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Dänemark  
EZB  

Dänemarks Finanzminister Kristian Jensen warnt vor Gefahren einer Konjunkturüberhitzung durch die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Viele Länder in Europa hätten mittlerweile einen selbsttragenden Konjunkturaufschwung, sagte Jensen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die EZB müsse allmählich anfangen, die Geldflut einzudämmen und die Geldpolitik zu straffen. „Nicht nur Dänemark, sondern auch eine Reihe von Euro-Ländern, vor allem Deutschland, leiden unter einem Arbeitskräftemangel. Die niedrigen Zinsen könnten dort zu einer möglichen Überhitzung führen.“

Die dänische Landeswährung Krone ist seit vielen Jahren de facto an den Euro gekoppelt. Damit ist die Zentralbank des nordischen Landes quasi gezwungen, den Leitzinsen der EZB zu folgen.

In Reaktion auf die weltweite Finanzkrise und die Euro-Schuldenkrise hat die Euro-Notenbank ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,0 Prozent gesenkt. Dort liegt er noch immer. Zudem legten die Euro-Wächter ein billionenschweres Anleihe-Kaufprogramm auf, um Banken zur stärkeren Kreditvergabe anzuregen. Die Transaktionen sollen noch bis Ende September 2018 laufen. Erst weit nach Ablauf der Käufe will die EZB nach bisherigen Planungen wieder an ihren Zinsen rütteln.

Ein Ende des Kaufprogramms ist jedoch nicht absehbar, obwohl der Umfang der Käufe ab Januar 2018 von monatlich 60 Milliarden Euro auf dann 30 Milliarden Euro halbiert wurde. Der Hauptzweck des Programms besteht nämlich darin, die Anleihe-Renditen hoch verschuldeter Euro-Staaten wie Italien, Portugal und Frankreich an den Kapitalmärkten zu drücken. Denn indem die EZB Händlern anbietet, ihnen die Papiere jederzeit abzukaufen, sehen diese ein geringes Ausfallrisiko der Länder und folglich können sie auch keine hohen Renditen mehr von diesen verlangen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Nach Todesfällen in Norwegen: China fordert Streichung des Impfstoffs von Pfizer und BioNTec

China fordert, dass der Corona-Impfstoff von BioNTec/Pfizer weltweit gestrichen wird. Zuvor waren 23 Personen in Norwegen nach einer...

DWN
Technologie
Technologie „Cyber-Pandemie“: Klaus Schwab hatte Szenario für Großangriff auf Stromversorgung vorgetragen

Im November 2020 hatte der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, gesagt: „Wir alle wissen, dass das erschreckende Szenario...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Corona-Lockdown wird bis zum Juni 2021 andauern

Die Bevölkerung und das deutsche Unternehmertum sollten sich nichts vormachen lassen. Der Lockdown wird in verschiedenen Intensitäten bis...

DWN
Politik
Politik Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft ist zu Ende: Wie Angela Merkel viele Brände löschte - und einige Feuer neu entfachte

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert einen - humorigen, aber höchst kompetenten - Rückblick blickt auf die sechsmonatige deutsche...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Lohnt sich der Einstieg noch oder ist es zu spät?

Wer in Bitcoin investieren will, braucht aufgrund der extremen Kurssprünge starke Nerven. Wer dafür bereit ist, erfährt hier, wie in...

DWN
Deutschland
Deutschland Reale Gefahr: Wenn ein Cyber-Angriff auf unser Stromnetz stattfindet, bricht die Nahrungsmittelversorgung zusammen

Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf das deutsche Stromnetz ist real. Sollte tatsächlich ein Cyber-Angriff stattfinden, würde die gesamte...

DWN
Politik
Politik Über 10.000 in Wien bei Demo gegen Corona-Maßnahmen

In Wien fand am Samstag eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung statt. Ihr wohnten über 10.000...

DWN
Politik
Politik „Die Roten säubern“: In Spanien sind die Militärs gegen die linke Regierung

In Spanien herrscht in Militärkreisen eine große Unzufriedenheit mit der Regierung. Ehemalige hochrangige Ex-Militärs gehen sogar...

DWN
Deutschland
Deutschland Nicht länger ein sanfter Riese: Deutschland muss die EU geopolitisch anführen

Im zweiten Teil seiner Rezensionen von wichtigen Neuerscheinungen befasst sich der renommierte Wissenschaftler Helmut K. Anheier mit zwei...

DWN
Technologie
Technologie Neue Gesichtserkennungs-Technologie kann politische Gesinnung der Bürger aufdecken

Einer neuen Gesichtserkennungs-Technologie zufolge soll es möglich sein, die politische Gesinnung einer Person zu entschlüsseln. Doch die...

DWN
Politik
Politik Will Angela Merkel den totalen Lockdown?

Die Politik diskutiert über eine weitere Verschärfung des Corona-Beschränkungen bis zum Sommer.

DWN
Politik
Politik Schwere Unruhen in Belgien: Mann stirbt nach Corona-Kontrolle in Polizeigewahrsam

Ein Mann, der gegen die Corona-Regeln verstoßen haben soll, wurde von der belgischen Polizei verhaftet. Wenig später starb er in...

DWN
Politik
Politik Spahn missbrauchte Fragerunde als Werbung für Laschet

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte auf dem digitalen CDU-Parteitag für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als neuen Parteichef...

DWN
Politik
Politik Biden gegen Putin: In der Ukraine wird es gewaltig krachen

Unter Joe Biden als US-Präsident wird der Ukraine-Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreichen. Doch diesmal dürfte Washington gewillt...