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Anja Karliczek soll neue Bildungsministerin werden

Lesezeit: 2 min
26.02.2018 00:25
Bundeskanzlerin Merkel hat ihre Kabinettsliste vorgestellt und überrascht mit einer neuen Bildungsministerin.
Anja Karliczek soll neue Bildungsministerin werden

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Jan Dörner von der AFP über die von der CDU vorgesehene, neue Bildungsministerin, Anja Karliczek:

Sie ist die Überraschung unter den CDU-Kandidaten für das neue Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel: Anja Karliczek. Die dreifache Mutter aus dem Münsterland soll das Ministerium für Bildung und Forschung übernehmen, obwohl sie anders als die scheidende Amtsinhaberin Johanna Wanka keine große Erfahrung in dem Bereich hat. Doch die 46-jährige Westfälin kann auf einen großen Vertrauensvorschuss der Kanzlerin setzen.

Es gehe ihr darum, dass ein Minister die Fähigkeit habe, "Neues aufzunehmen, um dann ein Amt auszufüllen", sagte Merkel am Sonntag bei der Vorstellung ihrer Kabinettskandidaten für den Fall eines Zustandekommens einer erneuten großen Koalition. "Das traue ich Anja Karliczek zu."

Die am 29. April 1971 im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren geborene Karliczek war der breiteren Öffentlichkeit bisher wenig bekannt: Sie sitzt seit 2013 im Bundestag und ist seit dem vergangenen Jahr parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion. Als Finanzpolitikerin befasste sie sich unter anderem mit einer Reform der Lebensversicherung sowie der betrieblichen Altersvorsorge und dem Bund-Länder-Finanzausgleich.

Doch nach der Bundestagswahl ließ Karliczek in Interviews mit ihrer Heimatzeitung bereits erkennen, dass sie über ihren Arbeitsbereich hinaus denkt. "Innerhalb Europas wird erwartet, dass wir mit Frankreich zusammen Ideen entwickeln, wie der Fahrplan der nächsten Jahren sein soll", sagte sie vor Beginn der Koalitionsverhandlungen mit CSU und SPD den "Westfälischen Nachrichten". "Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass Europa eigenständiger werden muss."

Nach dem Abitur auf dem Goethe-Gymnasium Ibbenbüren absolvierte Karliczek eine zweijährige Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Deutschen Bank in Osnabrück. Zu Beginn des Jahres 1993 wechselte sie in den familieneigenen Hotelbetrieb und absolvierte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, bevor sie in leitender Funktion im Hotelgewerbe arbeitete. Nachdem sie mit ihrem Mann Lothar drei Kinder bekommen hatte, begann Karliczek im Jahr 2003 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität in Hagen, das sie fünf Jahre später als Diplom-Kauffrau abschloss.

Die 1998 in die Junge Union eingetretene designierte Ministerin wurde 2004 erstmals in den Rat der Stadt Tecklenburg gewählt. Schon in ihrer zweiten Wahlperiode übernahm sie ab 2009 den Posten der Vize-Fraktionsvorsitzenden. Es folgten zwei Jahre später der Vorsitz über den CDU-Stadtverband Tecklenburg sowie die Wahl zur Fraktionschefin. 2013 zog die zielstrebige Christdemokratin schließlich über ein Direktmandat in ihrem Wahlkreis Steinfurt III in den Bundestag ein.

Seitdem hat sie sich in der Unionsfraktion so profiliert, dass sie nun Nachfolgerin von Bildungsministerin Wanka werden soll, die schon vor geraumer Zeit ihren Rückzug angekündigt hatte. Dass Merkels Wahl auf die Münsterländerin fiel, dürfte auch auf eine Empfehlung von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) zurückzuführen sein.

Zweifel an Karliczeks Eignung für das Bildungsressort wollte Merkel am Sonntag gar nicht erst aufkommen lassen. Ein Verteidigungsminister müsse schließlich auch keine Soldatenlaufbahn absolviert haben, sagte die Kanzlerin. Insofern müsse eine Wissenschaftsministerin "ein offenes Herz natürlich für die Wissenschaft haben, aber sie muss nicht selber Wissenschaftlerin gewesen sein".

Die Kabinettsliste der CDU:

Hendrik Hoppenstedt (Staatsminister für die Zusammenarbeit von Bund und Ländern), Anja Karliczek (Ministerin für Bildung und Forschung), Annegret Kramp-Karrenbauer (Generalsekretärin), Peter Altmaier (Wirtschaftsminister), Ursula von der Leyen (Verteidigungsministerin), Jens Spahn (Gesundheitsminister), Julia Klöckner (Agrarministerin), Helge Braun (Kanzleramtsminister), Monika Grütters (Staatsministerin für Kultur und Medien) und Annette Widmann-Mauz (Staatsministerin für Integration im Kanzleramt). (Foto: dpa)

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