Gemischtes

Deutsche Autobauer: Hohe Abhängigkeit von China

Lesezeit: 1 min
03.07.2018 10:31
Die deutschen Autobauer sind einer Studie zufolge außerordentlich abhängig vom chinesischen Markt. Die Japaner sind dagegen breiter aufgestellt.
Deutsche Autobauer: Hohe Abhängigkeit von China

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Volkswagen etwa verkaufte vergangenes Jahr zwei von fünf Autos in China, wie eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung des Centers of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ergab. Audi verkauft dort jedes dritte, BMW jedes vierte und Daimler jedes fünfte Fahrzeug. Das birgt laut CAM-Leiter Stefan Bratzel erhebliche Risiken.

Das CAM untersuchte die Verkaufszahlen von 20 Autoherstellern in den wichtigsten Märkten. Mit Abstand am größten war vergangenes Jahr China, dort wurden 28 Prozent aller Autos verkauft.

Volkswagen ist dort mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent führend und verkaufte 4,18 Millionen Autos (Plus 5,1 Prozent zum Vorjahr), gefolgt vom US-Hersteller General Motors mit 16,7 Prozent Marktanteil und 4,04 Millionen verkauften Autos (Plus 4,4 Prozent). GM ist dabei sogar noch abhängiger vom chinesischen Markt als VW: 42 Prozent aller GMs weltweit wurden in China verkauft.

Audi, Daimler und BMW verkauften jeweils rund 590.000 Autos, was einem Marktanteil von 2,5 Prozent entspricht. Daimler konnte seine Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel steigern, BMW um ein Sechstel. Audi hingegen stagnierte, was laut Bratzel auch an Machtkämpfen mit chinesischen Händlern lag.

Durch eine starke Präsenz in China könnten die Marken vom Wachstum überdurchschnittlich profitieren und Schwächen in anderen Regionen kaschieren, erklärte Bratzel. "Allerdings gehen globale Hersteller dabei auch hohe Risiken ein, wenn der dominante Absatzmarkt in Turbulenzen gerät." Langfristig erfolgreich seien Hersteller, die ausgeglichen und in vielen Märkten aktiv sind und schnell auf Veränderungen reagieren können.

Ein Beispiel sei der japanische Autobauer Toyota, der ein Viertel seiner Autos in die USA verkauft, ein Fünftel in den Heimatmarkt Japan, und 13 Prozent nach China. Auch in Südostasien sei Toyota stark, in Europa hingegen weniger. Durch die breite Aufstellung sei Toyota von Nachfrageschwankungen in einzelnen Ländern weniger abhängig als etwa VW. VW setzt voll auf China und hat seine Absätze dort seit 2011 fast verdoppelt.

Noch ausgeglichener ist der koreanische Hersteller Hyundai, der 17 Prozent seiner Autos in den USA verkaufte, 14 Prozent in Europa und 17 Prozent in China. Allerdings stagnierten die weltweiten Verkaufszahlen der Koreaner im vergangenen Jahr.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Geldmenge sprengt alle Kategorien – Vorboten eines inflationären Jahrzehnts?

Die in den Vereinigten Staaten zirkulierende Geldmenge explodiert. Die Preise im Dollar-Raum dürften merklich anziehen, die Währung unter...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdogan und Biden holen zum Schlag gegen dezentrale Kryptowährungen aus

In der Türkei wurden im Verlauf von Razzien 62 Mitglieder einer Kryptowährungs-Handelsplattform festgenommen. Ihnen wird tausendfacher...

DWN
Deutschland
Deutschland Jetzt wird es ernst: Ab Samstag 0:00 Uhr greift die Bundes-Notbremse

Ab Samstag gelten in den meisten Landkreisen und Städten schärfere Corona-Beschränkungen. Damit betritt die Bundesrepublik in vieler...

DWN
Finanzen
Finanzen Auszug oder Umbau: Was tun, wenn Senioren das Haus zu groß wird?

Senioren haben auf dem Immobilienmarkt meistens ein anderes Problem als der suchende Rest: Ihnen steht nach Auszug der Kinder oder Verlust...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ausgerechnet jetzt: Banken verschärfen ihre Kreditvergabepolitik für den Mittelstand

Die deutschen Banken verschärfen ihre Kreditvergabepolitik – allerdings nur für den Mittelstand.

DWN
Politik
Politik Corona-Berichterstattung: Folgen die deutschen Medien bereitwillig der politischen Rhetorik?

Die Kritik an der einseitigen Corona-Berichterstattung seitens der Medien nimmt zu.

DWN
Politik
Politik Corona-Kriminalität: Wie professionelle Betrüger weltweit an der Pandemie verdienen

Überall auf der Welt versuchen professionelle Betrüger, aus der Pandemie Profit schlagen. Beispiele reichen vom Verkauf gefälschter...

DWN
Finanzen
Finanzen Selbst überfliegende Kryptowährungen sind nicht vor irdischen Problemen gefeit

In der bekanntesten Weltraumserie aller Zeiten dringt das Raumschiff Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat....