Deutschland

Regierungs-Kreise: Bank-Einlagen in Deutschland sind sicher

Lesezeit: 2 min
17.03.2013 18:30
Die Bundesregierung ist bemüht, die in Deutschland aufkeimende Sorge um die Sicherheit der deutschen Bank- und Sparguthaben zu beruhigen. Die Situation in Zypern sei mit der in Deutschland „in überhaupt keiner Weise vergleichbar“.
Regierungs-Kreise: Bank-Einlagen in Deutschland sind sicher

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Euro-Gruppen-Vorsitzende Jeroen Dijsselbloem hat in Brüssel ausweichend auf die Frage geantwortet, ob die Erhebung einer Zwangs-Abgabe zur Banken-Rettung wie in Zypern auch anderswo möglich sei. Er wollte dies nicht dementieren, sagte jedoch, so etwas sei „derzeit nicht geplant“ (hier).

In ganz Europa beginnt man, sich nach dem überfallsartigen Zugriff der EU auf die Bank-Konten aller zypriotischen Bürger (hier) Sorgen um das eigene Bank-Konto zu machen. Der britische Schatzkanzler John Osborne sagte, das Problem werde alle Staaten betreffen – zunächst im Hinblick auf Zypern, weil dort auch ausländische Staatsbürger zur Kasse gebeten werden.

Die Hauptsorge der Deutschen gilt einem möglichen Bank-Run: In Zypern bleiben die Banken bis Dienstag geschlossen (mehr hier). Die Bankomaten trocknen langsam aus, Online-Überweisungen sind nicht mehr möglich.

Was passiert, wenn sich die Lage verschärft – und auch die Deutschen plötzlich in Panik verfallen und auf die Banken stürmen, um ihr Geld abzuheben.

Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten erhielten aus Regierungskreisen die Erklärung, dass der Fall Zyperns einzigartig sei: „Es wurde in der Eurogruppe ein punktgenaues Programm für den speziellen Fall Zypern, dessen Probleme im deutlich überdimensionierten Finanzsektor ihren Ursprung haben, gefunden. Durch das Programm werden der Finanzsektor auf Zypern, die zypriotische Wirtschaft und der zypriotische Staat stabilisiert, ohne dass die Zukunft Zyperns durch eine nicht tragfähige und zu große Staatsverschuldung verpfändet wird. Das ist in überhaupt keiner Weise mit der Situation in Deutschland oder den anderen Staaten der Eurozone vergleichbar.

Im Klartext: Die Bank- und Spareinlagen sind nach Darstellung deutscher Regierungskreise sicher. Es bestehe kein Anlass zu Panik.

In Berlin sieht man den Vorgang in Zypern als einen zweistufigen Akt: „Der grundsätzlich in der Eurogruppe verabredete Anknüpfungspunkt, was die Sonderabgabe betrifft, ist, dass man ein Konto auf Zypern bei einer zypriotischen Bank hat. Die Frage der Staatsbürgerschaft ist dabei nicht entscheidend.“

Die EZB macht mächtig Druck auf die zypriotische Regierung, damit sie das Gesetz verabschiedet, aufgrund dessen die Banken die Zwangsabgabe einheben können. Um einen massiven Bank-Run zu verhindern, wurde „in der Eurogruppe verabredet, die Sonderabgabe auf den Konten, die betroffen sind, zu sperren“. Die „Rechtsgrundlage für die Abführung der Sonderabgabe“ müsse nun „das zypriotische Parlament beschließen“.

Und so sieht der Fahrplan der Eurogruppe aus, wie ihn Regierungskreise in Berlin skizzieren:

„Nachdem das zypriotische Parlament die Rechtsgrundlage für die Sonderabgabe beschlossen hat und da wo erforderlich die Parlamente der Mitgliedsstaaten der Eurogruppe grundsätzlich zugestimmt haben, dass der von der Eurogruppe beschlossene Weg der Stabilisierung Zyperns der richtige ist, muss die Eurogruppe die Troika ermächtigen, mit Zypern die Details eines Hilfsprogramms in der Form eines Memorandum of Understanding (MoU) zu verhandeln.“

„Im Anschluss daran müssen dann da, wo erforderlich, zunächst die Parlamente der einzelnen Euroländer - in Deutschland beispielsweise der Bundestag - über das in dem MoU vereinbarte Hilfsprogramm abstimmen, bevor die Eurogruppe es endgültig freigibt.“

„Möglicher Abschluss des ganzen Verfahrens 2. Aprilhälfte.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Westeuropas Automarkt stürzt auf 30-Jahres-Tief

Dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer zufolge wird auch 2021 ein rabenschwarzes Jahr für Europas Autobranche.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Verfassungsrechtler und Banker warnen: Green Deal der EU nur mit Ökodiktatur möglich

Ein Ex-Bundesverfassungsrichter warnt davor, dass Deutschland und Europa in eine „Öko-Diktatur“ abgleiten könnte. Doch auch Analysten...

DWN
Politik
Politik Merkel stellt Verbindung zwischen Pandemie und Umweltschutz her – drohen uns nun Klimabeschränkungen?

Angela Merkel zufolge erhöht die Zerstörung der Natur die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern wie das Corona-Virus. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Jens Spahn: Ein Mann und seine Abenteuer

Die bisherige Karriere von Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn ist aufregend verlaufen. Die DWN zeichnen die wichtigsten Stationen...

DWN
Politik
Politik Opposition: Bundesregierung will Mitsprache des Bundestags bei Corona in speziellem Gremium „versenken“

Die Oppositionsparteien FDP und Grüne kritisieren Pläne der Bundesregierung zur Bildung eines speziellen Gremiums.

DWN
Politik
Politik Steinmeier erwägt staatliche Regulierung der sozialen Medien im Namen der Freiheit und der Demokratie

Bundespräsident Steinmeier meint: „Die Demokratien der Welt müssen ihre Verfasstheit auch im Digitalen sichern, gegen Feinde von innen...

DWN
Finanzen
Finanzen Springt die US-Notenbank als Retter ein, wenn es zum Preis-Krach beim Bitcoin kommt?

Ein Finanzanalyst spricht von einem „Bitcoin-Casino“, bei dem der Preis über eine „Buy & Hype“-Taktik künstlich in die Höhe...

DWN
Finanzen
Finanzen City of London fürchtet Abzug des billionenschweren Derivategeschäfts in die EU

In der City of London liegen die Nerven blank. Den Verlust kleinerer Märkte an den Kontinent nahm man noch hin, nun droht mit einem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Trotz Brexit: RWE bringt in Großbritannien Schlüsselprojekt für Windenergie voran

Viele deutsche Industrieunternehmen stehen zwar wegen des Brexits unter Druck. Doch nicht so der Energiekonzern RWE, für den...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wird die OPEC+ die Ölproduktion erhöhen?

Es gibt einige Hinweise darauf, dass die OPEC+ am Donnerstag die Ölproduktion ankurbeln wird. Russland unterstützt dieses Vorhaben,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Held von Hanoi: Mann rettet Mädchen nach Sturz aus dem 12. Stockwerk

Vietnam feiert einen Lastwagenfahrer, der einem aus einem Hochhaus stürzenden Kind das Leben gerettet hat.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona-Rezession wie Zweiter Weltkrieg – der Tod des Gastgewerbes ist beschlossene Sache

Die aktuelle Corona-Rezession weist große Ähnlichkeiten mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf. Aus einem...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker - Vorbild Israel: EU arbeitet an „Grünem Pass“ für Geimpfte

Die EU-Kommission arbeitet an einem Gesetz zur Einführung eines „Grünen Passes“, der geimpften Bürgern offenbar Vorteile gegenüber...