Deutschland

Kartellamt genehmigt Fusion von Karstadt und Kaufhof

Lesezeit: 1 min
09.11.2018 14:13
Das Bundeskartellamt hat die Fusion von Kaufhof und Karstadt genehmigt.
Kartellamt genehmigt Fusion von Karstadt und Kaufhof

Der Fusion der Warenhausketten Kaufhof und Karstadt steht nichts mehr im Weg. Wie Reuters berichtet, genehmigte das Bundeskartellamt heute den Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Einzelhändler. „Weder aus der Perspektive der Verbraucher, noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken", erklärte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Mitte September hatten die Eigentümer der beiden Warenhäuser - der nordamerikanische Handelsriese HBC und die österreichische Beteiligungsgesellschaft Signa von Investor Rene Benko - den Zusammenschluss der einstigen Erzrivalen vereinbart. Damit wollen die beiden Warenhäuser ihre Zukunft sichern, vor allem im harten Wettbewerb mit dem Onlinehandel.

Bei der Entscheidung sei berücksichtigt worden, dass das Internet-Shopping für viele Kunden mittlerweile eine Alternative zu Kaufhäusern sei, teilte das Kartellamt mit. Die beiden Einzelhandels-Unternehmen erzielten 2017 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro, also weitaus weniger als die rund neun Milliarden Euro, die der Online-Marktführer Amazon in Deutschland umsetzt.

Kaufhof und Karstadt hätten nur in einzelnen Warengruppen und Regionen Marktanteile von mehr als 25 Prozent, erläuterte das Kartellamt. Die Warengruppen Gepäck, Wäsche, Sport und Outdoor, Spiele und Spielwaren, Heimtextilien sowie Büro- und Schreibwaren seien näher geprüft worden, weil die Marktstellung der beiden Einzelhändler hier am stärksten sei. Es hätten sich aber keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken ergeben, die eine Untersagung des Zusammenschlusses rechtfertigen würden.

Die beiden Marken Kaufhof und Karstadt sollen nach der Fusion zunächst erhalten bleiben. Das Gemeinschaftsunternehmen soll 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Besonders in der Kaufhof-Belegschaft geht die Sorge um, dass es zu zahlreichen Stellenstreichungen kommen wird. Karstadt-Eigner Benko hat indes Spekulationen über einen massiven Stellenabbau bei Kaufhof zurückgewiesen. HBC und Signa versprechen sich von der "Fusion unter Gleichen" allerdings durchaus Einsparungen. Insidern zufolge könnte einer der beiden Hauptsitze - Köln (Kaufhof) oder Essen (Karstadt) - aufgegeben werden. Führen soll das fusionierte Unternehmen der jetzige Karstadt-Chef Stephan Fanderl.

HBC hatte Kaufhof im Oktober 2015 übernommen. Doch die Kette mit ihren aktuell 96 Warenhäusern in Deutschland kommt nicht in Schwung.

Karstadt gehört seit 2014 zu Signa. Unter dem Namen Karstadt gibt es noch 79 Warenhäuser in Deutschland. Zu der Gruppe gehören auch die Luxus-Warenhäuser um das KaDeWe in Berlin.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Deutschland
Deutschland Hohe Gerichte sind sich einig: Ein Recht auf Barzahlung gibt es nicht

Das Bundesverwaltungsgericht und der Europäische Gerichtshof bringen das Bargeld weiter in Bedrängnis.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zinswende: Der globale Schuldenturm vor dem Kollaps

In den USA steigen die Zinsen, während die Wirtschaft schwächelt und zahlreiche positive Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zu Ende...

DWN
Politik
Politik In den Straßen von San Francisco: DWN-Leser gerät in die Mühlen der US-Justiz

DWN-Leser Horst Zeck berichtet, wie er es in Kalifornien mit Polizei und Justiz zu tun bekam.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie man Wein zu Geld machen kann

Im Zeitalter mickriger Renditen locken Investitionen in gute Tropfen. Aber wie empfehlenswert ist die Geldanlage in Wein?

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ukraine-Krieg ist es nicht: Das sind die wahren Gründe für die hohen Energiepreise

Die Hoffnung, dass nach dem Ende des Ukraine-Kriegs die Preise wieder sinken, wird sich nicht erfüllen.

DWN
Technologie
Technologie DB Schenker plant Roboter-Küstenschiff ohne Besatzung

Autonome Autos werden noch eine Zeitlang auf sich warten lassen - die Entwicklung von autonomen Schiffen ist schon viel weiter...

DWN
Politik
Politik Die Stärke des Rubels ist nur eine Inszenierung: Verscherzt Putin es sich mit dem russischen Volk?

Russland macht die Welt glauben, dass niemand dem Rubel etwas anhaben kann. Doch in Wahrheit hält die russische Zentralbank den Kurs...