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Immobilien: Weltweite Blase könnte platzen

Lesezeit: 2 min
03.12.2018 17:29
In wichtigen Immobilienmärkten auf der ganzen Welt beginnen die Preise zu sinken.

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In wichtigen Immobilienmärkten auf der ganzen Welt mehren sich die Anzeichen für einen deutlichen Abschwung und ein Ende der seit Jahren anhaltenden Preissteigerungen. So berichtet das Wall Street Journal, dass sich immer mehr potentielle Käufer keine Immobilie in den großen Ballungszentren der USA mehr leisten können.

Als Beispiel für die Entwicklung berichtet die Zeitung aus Dallas: „Die Zahl der Verkäufe im einst lebhaften Wohnungsmarkt von Dallas beginnen zu stocken. In der wohlhabenden Vorstadt Frisco senken Bauherren die Preise für neue Häuser um bis zu 150.000 Dollar. Allein in einer vom Wallstreet Journal besuchten Straße standen Häuser im Wert von etwa 4 Millionen US-Dollar leer. Einige Bauherren sind so verzweifelt, dass sie den Makler Louis Vuitton-Handtaschen oder Super Bowl-Tickets mit Hin- und Rückflug schenken, wenn diese Käufer für ihre Immobilie finden.“

Ein wichtiger Grund für den Abschwung sei die Tatsache, dass sich viele Menschen die geforderten Preise nicht mehr leisten könnten, weswegen die Verkäufer ihnen entgegenkommen müssten. Seit 2007 sind die Median-Hauspreise in Dallas Informationen des Wallstreet Journals zufolge um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung der Kunden liegt jedoch in der geldpolitischen Normalisierung der Zentralbank Federal Reserve begründet. Die Leitzins-Anhebungen haben dazu geführt, dass die Zinsen bei den Hypotheken ebenfalls steigen, weil diese sich im Allgemeinen an den Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen orientieren. Die Leitzinsanhebungen verteuern damit Schulden, mit denen Immobilien in den meisten Fällen erworben werden.

„Mit steigenden Hypothekenzinsen suchen die Käufer zunehmend nach günstigeren Häusern. Dies drängt die Bauherren zur Suche nach billigerem Land, wo sie mehr Häuser bauen können, welche bei 300.000 Dollar oder weniger liegen. Studien zufolge sind die Hauspreise im laufenden Jahr im Vergleich zu Vorjahr um rund 3.000 Dollar gesunken, was darauf hindeutet, dass Bauherren zu niedrigeren Preisen bauen.“

Die Großbank Bank of America hatte vor einigen Wochen in einem Marktbericht gewarnt, dass der Höhepunkt bei der Zahl der verkauften Immobilien in den USA inzwischen überschritten worden sei: Diese Entwicklung spiegele eine sinkende Erschwinglichkeit, stärkere Preissenkungen und die sich verschlechternde Stimmung im Markt für Wohnimmobilien wider. In dem Wochenbericht warnt Chefökonomin Michelle Meyer, dass „der Immobilienmarkt nun nicht mehr Rückenwind für die Wirtschaft beisteuert, sondern Gegenwind.“ Die Volkswirte von Bank sind der Ansicht, dass der Höhepunkt erreicht wurde, als die Verkäufe bestehender Eigenheime im November 2017 etwa 5,72 Millionen Stück erreichten. Von nun an erwartet sie bestenfalls eine Seitwärtsbewegung.

Zudem sind in den USA die Bauausgaben im Oktober überraschend gesunken. Die Ausgaben seien im Monatsvergleich um 0,1 Prozent zurückgegangen, teilte das US-Handelsministerium am Montag in Washington mit. Analysten hatten hingegen einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Außerdem wurde der Wert für den Vormonat leicht nach unten revidiert. Demnach habe es im September ebenfalls einen Rückgang um 0,1 Prozent im Monatsvergleich gegeben. Ursprünglich war eine Stagnation geschätzt worden.

Auch am weltweit teuersten Immobilienmarkt – Hongkong – zeichnet sich ein Rückgang der Preise ab. Diese sind nun den zweiten Monat hintereinander gesunken. In der vergangenen Woche wurde demnach mit 1,3 Prozent der größte Rückgang seit März 2016 registriert, wie aus dem Centa-City Leading Index hervorgeht. Verglichen zum Höchststand im August gingen die Preise demnach um rund 5 Prozent zurück. Die Anzahl der Immobilienkäufe sank im November zudem auf den niedrigsten Wert seit 2016.

Auch in Hongkong bewirken die Leitzinserhöhungen der Federal Reserve, dass sich die Hypothekarzinsen erhöhen, weil der Hongkong-Dollar an den US-Dollar gekoppelt ist und die Hongkonger Zentralbank deshalb mit den Leitzinserhöhungen in den USA mithalten muss. Die Großbank Goldman Sachs erwartet, dass die Notierungen bis zum Jahr 2020 zwischen 15 und 20 Prozent nachgeben werden.

Auch in Australien zeigen sich Hinweise, welche für ein Platzen der Immoblienpreis-Blase sprechen. Dem CoreLogic Daily Home Value Index zufolge sanken im November im Großraum Sydney, dem größten Immobilienmarkt Australiens, die Preise für Einfamilienhäuser im Jahresvergleich um 9,2 Prozent. Die Preise für Eigentumswohnungen fielen um 5,5 Prozent und die Preise für alle anderen Arten von Wohnungen fielen insgesamt um 8,1 Prozent. Der Gesamtindex für Sydney liegt nach einem Rückgang von 1,4 Prozent zwischen Ende Oktober und Ende November nun etwa 9 Prozent unter seinem Höchststand vom September letzten Jahres.


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