Cyber-Angriffe auf Frachtschiffe im Mittelmeer häufen sich

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
10.12.2018 17:27
Im östlichen Mittelmeer finden unverhältnismäßig viele Cyber-Angriffe auf die Navigationssysteme von Frachtschiffen statt.
Cyber-Angriffe auf Frachtschiffe im Mittelmeer häufen sich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Zwischen dem 18. März und dem 4. November 2018 verloren insgesamt 16 Frachtschiffe im östlichen Mittelmeer ihre Verbindungen zum GPS an Bord. Die Ursache blieb bisher ungeklärt. Auch in den Monaten zuvor hatte es immer wieder derartige Vorfälle gegeben, die auf Cyber-Angriffe hindeuten. Ein NATO-Vertreter sagte im Oktober 2018, dass die Vorfälle untersucht werden, so Hellenic Shipping News.

Am 23. März 2018 veröffentlichte die US-amerikanische Maritime Authority (MARAD) eine Mitteilung, die Schiffe vor möglichen GPS-Störungen im östlichen Mittelmeer warnte. Bis zum Sommer hatten die Vorfälle das Allied Maritime Command (MARCOM) der NATO alarmiert. "In den vergangenen Monaten wurden mehrere elektronische Interferenzen entdeckt, insbesondere GPS- und AIS-Interferenzen sowie mögliche GPS-Störungen im östlichen Mittelmeerraum", so die MARAD in einer Mitteilung vom 31. Juli 2018.

In der Region haben die militärischen Spannungen in den vergangenen Jahren zugenommen, vor allem vor der Küste Syriens. Der Suez-Kanal ist eine wichtige Handelsroute: Im März durchquerten 1.450 Schiffe aller Größen die Wasserstraße, von denen etwa ein Drittel Öltanker oder LNG-Schiffe waren, so die Suez-Kanalbehörde. Diese Schiffe beförderten allein etwa 61 Millionen Barrel Rohöl oder fast zwei Millionen Barrel pro Tag.

Mitte März verlor ein Schiff in Port Said, dem nördlichen Tor zum ägyptischen Suezkanal, plötzlich und unerklärlicherweise alle Verbindungen zu GPS an Bord. Die Ursache der Störung wurde nach einer Untersuchung von US Navigation Center of Excellence (NAVCEN) als "unbekannte Störung" angegeben.

In den folgenden Tagen meldeten Schiffe in und um Port Said und den Suez-Kanal plötzliche und unerklärliche Ausfälle ihres GPS. Die Störungen konzentrierten sich auf den Suez-Kanal, fanden aber auch entlang eines Meeresstreifens nördlich von Zypern bis zur libanesischen Küste statt. Die NATO hat auch Störungen an der Südküste der Türkei gemeldet.

Nach Angaben eines MARCOM-Sprechers gibt es im östlichen Mittelmeer zahlreiche Kriegsschiffe, die mit verschiedenen Sendern arbeiten. Es sei davon auszugehen, dass dies die Ursache ist. "In der Region gibt es zahlreiche Kriegsschiffe, die alle mit leistungsstarken Sendegeräten arbeiten", so der Sprecher.

Hans Tino Hansen von Risk Intelligence zufolge sollen die militärischen Operationen der ägyptischen Armee auf der Sinai-Halbinsel und die russischen Schiffe vor der syrischen Küste ursächlich sein für die Störungen.

Im Jahr 2017 verlor ein Frachtschiff, das von Zypern nach Dschibuti fuhr, zehn Stunden lang die Kontrolle über sein GPS-System. Das GPS-System sollte ihn dann anschließend in Gewässer führen, die von Piraten kontrolliert werden. Tech News berichtet, dass das IT-System des Frachtschiffs vollständig gehackt wurde.

CyberKeel, ein Sicherheitsunternehmen für den Seeverkehr, empfiehlt, dass Schiffe ihre Navigationssysteme abstellen, wenn sie durch Gewässer fahren, in denen bewaffnete Piraten operieren. Manchmal sollten sie ihre GPS-Daten fälschen, um einen anderen Ort anzugeben, damit sie von Piraten elektronisch nicht entdeckt werden können.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Ticker: Merkel warnt vor stark steigenden Infektionszahlen

Lesen Sie alle wichtigen Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Politik
Politik Corona: Erst haben unsere Politiker Deutschland in die Krise geführt - jetzt vollenden EU-Bürokraten das Werk

Die Corona-Maßnahmen in Deutschland waren unnötig, das Missmanagement der Politiker geht aber munter weiter. Die Auswirkungen für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wer am stärksten vom Rückgang der Reallöhne in Deutschland betroffen ist

Die Löhne der Deutschen sind im laufenden Jahr erstmals seit Langem wieder gesunken.

DWN
Politik
Politik Steckt George Soros hinter dem Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien?

Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev sagt, dass vor zwei Jahren in Armenien ein Regime-Change im Auftrag des US-Investors George...

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 2. Teil: Ein mächtiger amerikanischer Vorposten in Europa

Lesen Sie heute den 2. Teil der großen DWN-Analyse "Polen und die USA".

DWN
Politik
Politik Russland, China und die Türkei sind die „neuen Imperien“

EU-Außenminister Borrell meint, dass Russland, China und die Türkei die „neuen Imperien“ seien. Die EU müsse die „Sprache der...

DWN
Politik
Politik Griechische Polizei: Migranten-Organisationen spionieren gezielt Küstenwache aus, um Schleusern zu helfen

Mehrere Migranten-Organisationen sollen systematisch die griechische Küstenwache ausspioniert haben, um türkischen Schlepperbanden...

DWN
Politik
Politik Immer noch unangreifbar, aber nicht mehr Zentrum der Welt: Die USA werden ihr Imperium aufgeben müssen

In Folge vier der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, wie die geografische Lage der USA ihre Außen-, Sicherheits-...

DWN
Finanzen
Finanzen Intervention der türkischen Zentralbank verpufft, Lira-Verfall beschleunigt sich

Die Leitzinsanhebung der türkischen Zentralbank ist wirkungslos verpufft, der Wertverfall der Landeswährung Lira beschleunigt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Größte Krise seit hundert Jahren: Jetzt hilft nur noch ein radikaler Schuldenschnitt

Weder unser Geld noch unsere Forderungen sind noch durch reale Wirtschaftsleistungen gedeckt - ein Nährboden für gesellschaftliche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple baut in Dänemark gigantischen Windpark - größer als der Kölner Dom

Ein schleppender Neubau und anhaltende Proteste von Anwohnern haben in der Vergangenheit die Windparkbranche belastet. Jetzt kommen...

DWN
Technologie
Technologie Miele sucht mit neuem Back-Robot Anschluss an die Marktführer aus Übersee

Beim lukrativen Geschäft mit digitalisierten Haushaltsgeräten liegt der deutsche Hersteller Miele aus Gütersloh weit hinter den...

DWN
Politik
Politik Poseidons verdrecktes Paradies: Die Tragik eines rechtsfreien Raums

Diese Woche befasst sich Ronald Barazon mit der Verschmutzung der Weltmeere. Ein eindrucksvoller Essay: Tiefgehende Analyse und flammende...

DWN
Marktbericht
Marktbericht DAX fest im Griff der Corona-Diskussionen - heute Lagarde mit Rede

Die Diskussionen über die Ausbreitung der Pandemie wirken sich wieder negativ auf die Börsen aus. Heute werden erneut Konjunkturdaten...

celtra_fin_Interscroller