Mittelstand ist auf Abschwung der Konjunktur gut vorbereitet

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
13.01.2019 17:40
Der Mittelstand ist auf eine mögliche Konjunkturflaute gut vorbereitet.
Mittelstand ist auf Abschwung der Konjunktur gut vorbereitet

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der deutsche Mittelstand kann einer möglichen Abschwächung der Konjunktur mit Zuversicht entgegensehen. Das Sachanlagevermögen der Unternehmen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, die Eigenkapitalbestände sind hoch. Darüber hinaus sind die Firmen größtenteils solide finanziert, das heißt, über 80 Prozent der von ihnen aufgenommenen Kredite verfügen über eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren, so dass sich die erwartete Zinswende – Marktbeobachter erwarten, dass die EZB im Sommer die Leitzinsen erhöhen wird –  nur langsam in ihren Bilanzen niederschlagen wird. Experten gehen davon aus, dass ein Zinsanstieg um zwei Prozent die Umsatzrendite um gerade einmal 0,1 Prozent sinken lassen würde.

Nach einer Analyse des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wird sich der Großteil der Indikatoren im Jahr 2019 verbessern. So werden die Eigenkapitalquote von 39,1 Prozent (2018) auf 39,5 Prozent (2019) und das Umsatzwachstum von 4,9 Prozent auf 5,3 Prozent steigen. Auch die Anlageneffizienz (der pro Euro Sachanlage erzielte Umsatz) wird sich erhöhen, und zwar von 2,21 Euro auf 2,25 Euro. Das Gleiche gilt für den Rohgewinn pro Mitarbeiter (39.800 Euro versus 40.400 Euro), während die Personalproduktivität, also der pro Euro Personalaufwand erzielte Umsatz, mit 4,20 Euro gleichbleibt. Zurückgehen wird allerdings die Umsatzrendite, und zwar von 6,0 Prozent auf 5,8 Prozent.

Dass sich die Konjunktur etwas verschlechtern wird, gilt für die Mehrheit der Analysten als ausgemacht. Hauptfaktoren dafür sind – neben der oben bereits angesprochenen Zinserhöhung – die Probleme der Automobil-Industrie (nachlassende Nachfrage nach Neuwagen sowie hohe Kosten durch Umstellung auf Elektromobilität und durch die notwendige Forschung im Bereich autonomes Fahren), ein Nachlassen der Nachfrage aus China sowie die allgemeine Unsicherheit, die durch US-Strafzölle, einen amerikanisch-chinesischen Handelskrieg sowie den Brexit ausgelöst werden.

Der Mittelstand zeigt sich dann auch bei weitem nicht mehr so optimistisch wie Ende 2017, als 41,3 Prozent der vom DSGV Befragten die Geschäftslage für 2018 besser einschätzte als die Geschäftslage im Jahr 2017 (55,7 Prozent glaubten an keine Veränderung, 2,7 Prozent an eine Verschlechterung). Bei der kürzlich (Ende 2018) durchgeführten Umfrage glaubten gerade mal 4,3 Prozent an eine Verbesserung im Jahr 2019 (83,3 Prozent glaubten an keine Veränderung, 12,4 Prozent an eine Verschlechterung).

Tatsache bleibt jedoch, dass sich ein Abschwung der Konjunktur von einem gegenwärtig sehr hohen Niveau aus vollziehen würde. Der deutsche Mittelstand ist auf diesen Abschwung vorbereitet – er hat in den vergangenen Jahren hervorragend gewirtschaftet.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik Poseidons verdrecktes Paradies: Die Tragik eines rechtsfreien Raums

Diese Woche befasst sich Ronald Barazon mit der Verschmutzung der Weltmeere. Ein eindrucksvoller Essay: Tiefgehende Analyse und flammende...

DWN
Politik
Politik Immer noch unangreifbar, aber nicht mehr Zentrum der Welt: Die USA werden ihr Imperium aufgeben müssen

In Folge vier der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, wie die geografische Lage der USA ihre Außen-, Sicherheits-...

DWN
Finanzen
Finanzen Größte Krise seit hundert Jahren: Jetzt hilft nur noch ein radikaler Schuldenschnitt

Weder unser Geld noch unsere Forderungen sind noch durch reale Wirtschaftsleistungen gedeckt - ein Nährboden für gesellschaftliche...

DWN
Politik
Politik Ein Licht im Osten, Teil zwei: Putin wird ein Weißrussland ohne Lukaschenko akzeptieren

Lukaschenko läuft die Zeit davon: Das sagt der ehemalige polnische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident, Donald Tusk, im zweiten Teil...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach Verzweiflungs-Tat: Türkische Zentralbank auf Konfliktkurs mit Erdogan

Die Zentralbank hat die Leitzinsen deutlich angehoben und damit gegen den Willen von Präsident Erdogan gehandelt.

DWN
Technologie
Technologie Vollständig transparente Sonnenkollektoren revolutionieren die Solar-Technologie

Mit einer neuen Technologie ist es möglich, Fenster an Gebäuden anzubringen, die gleichzeitig als Sonnenkollektoren genutzt werden, um...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nach dem Brexit: Entsteht ein neuer Handelsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok?

Ein verstärkter Handel mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion könnte den Brexit für Deutschland und Europa wirtschaftlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Finanzelite profitiert von angeblichem Enthüllungsbericht: Frontalangriff auf die Deutsche Bank

Das Medienportal "Buzzfeed" behauptet, bisher unbekannte Verfehlungen der Deutschen Bank aufgedeckt zu haben. DWN-Kolumnist Ernst Wolff...

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 1. Teil: Vereint gegen Deutschland und Russland

Polen begegnet Deutschland und Russland traditionell mit Argwohn. Warschau ist längt nach Washington ausgeschwenkt, um bald eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronas Erbe: Schulden, Schulden und noch mehr Schulden

Seit Jahren steigen die Schulden weltweit deutlich an. Seit Jahresbeginn sind nun alle Dämme gebrochen. Die EU hat derweil Eurobonds durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans aggressive Geldpolitik ist gescheitert: Werden EZB und EU daraus lernen?

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ist zurückgetreten, weil er mit seiner Wirtschaftspolitik gescheitert ist. EZB und EU können aus den...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

celtra_fin_Interscroller