In Deutschland kommt es beim Kauf von Fahrzeugen nicht selten zu Betrugsfällen, bei denen der Käufer einen hohen finanziellen Schaden erleiden muss.
Deshalb sollten potenzielle Autokäufer zunächst darauf achten, ob die Reifen des Fahrzeugs abgenutzt sind. Im besten Fall muss die Profiltiefe mindestens vier Millimeter betragen. Es ist auch darauf zu achten, ob die Reifen gleichmäßig abgefahren wurden.
Auf der Reifenflanke befindet sich eine DOT-Nummer (Department of Transportation Number). Sie gibt das Herstellungsdatum des Reifens an. Die erste beiden Ziffern geben die Produktionswoche, die letzten beiden das Produktionsjahr an. So ist beispielsweise bei der DOT CUNB A1 B6 0209 die Kalenderwoche, in der die Reifen produziert wurden, auf die zweite Kalenderwoche und das Produktionsjahr auf 2009 anzusetzen.
Das Magazin Wirkaufendeinauto.de emfpiehlt für den Fall, dass es sich um alte und abgenutzte Reifen handeln sollte: „Fordere im Zweifel einen neuen Satz Reifen, einen geringeren Ankaufspreis oder nimm gleich vom Kauf Abstand.”
Beim Kauf von Autos kann der Verkäufer auch den Tacho manipuliert haben. Eine Tacho-Manipulation wird vorgenommen, um einen höheren Kaufpreis zu erzielen. Dabei wird der Kilometerstand vorsätzlich zurückgesetzt. Der Verkäufer macht sich hierbei nach §22 b Straßenverkehrsgesetz (StVG) strafbar. Der Käufer sollte hierbei darauf achten, dass die Kilometerlaufleistung mit dem Fahrzeugalter übereinstimmt. Auf den Verschleiß ist ebenfalls zu achten. Wenn Pedale, Sitze oder Lenkräder ungewöhnlich abgenutzt wurden, der Kilometerstand aber gering ist, könnte ein Betrugsfall vorliegen.
Das Magazin empfiehlt zusätzlich: „Lass Dir das Scheckheft des Autos zeigen und kontrolliere durch einen Anruf bei der eingetragenen Werkstatt, ob die Daten korrekt sind. Die Werkstatt hält die Angaben zum Ölwechsel und der Kilometerlaufleistung auf Service-Zetteln oder in ihrer Datenbank fest.”
Ein weiterer Fall betrifft Gebrauchtwagenkäufen aus dem Ausland. Davon ist in jedem Fall abzuraten. Zahlungen per Vorkasse oder Anzahlungen sollten nicht getätigt werden.
Bei Verkäufen von Autos kommen oftmals auch „Strohmänner” im Auftrag professioneller Autohändler zum Einsatz, die den Autoverkauf als Privatverkauf angeben. Damit will der professionelle Autohändler über die „Strohmänner” die Sachmängelhaftung umgehen. Eine Sachmängelhaftung der Verkäufers entfällt beim Privatverkauf per Vertragsausschluss. Für diese Fälle empfiehlt das Magazin: „Lass Dir den KFZ-Brief vor dem Kauf zeigen und überprüfe den letzten Vorbesitzer. Stimmt er nicht mit dem auftretenden Verkäufer überein, spricht das umso mehr für einen Strohmann eines professionellen Autohändlers, der vorgibt, ein Privatverkäufer zu sein.”
Eine derzeit weit verbreitete Betrugsmethode erfolgt bei Online-Autobörsen. Dort geben angebliche Verkäufer gezielt falsche Kontakt-Telefonnummern an, damit der potenzielle Käufer ihn per Email erreichen muss. Der angebliche Verkäufer macht anschließend einen Termin mit dem potenziellen zur Testfahrt aus. Später äußert der angebliche Verkäufer Bedenken, weil er nicht jedem trauen kann. Als Vertrauensbeweis fordert er vom potenziellen Käufer, dass dieser eine bestimmte Geldsumme über Western Union an einen Verwandten oder Bekannten des Käufers überweist und ihm einen Scan von der Auftragsbestätigung zukommen lässt. Der angebliche Käufer fälscht anschließend den Scan, indem er den Namen des Zahlungsempfänger ändert. Anschließend holt er das Geld selbstständig bei Western Union ab.
Der ADAC klärt potenzielle Autokäufer auf seiner Webseite auf.