Politik

G 8-Gipfel: Keine Einigung auf Strategie gegen Euro-Krise

Lesezeit: 1 min
19.05.2012 21:57
Beim G 8 Gipfel in Camp David gab es eine gute, freundschaftliche Atmosphäre, in welcher die Teilnehmer zu dem Ergebnis kamen, dass sie die Krise in Europa auf unterschiedlichem Weg geben wollen.
G 8-Gipfel: Keine Einigung auf Strategie gegen Euro-Krise

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Goldman Sachs-Berater Der italienische Ministerpräsident Mario Monti wurde auf dem G 8-Gipfel in Camp David zum Moderator bestellt, um zwischen dem Wachstums Flügel (Obama, Hollande) und der Sparer-Fraktion (mehr oder weniger nur Merkel) zu vermitteln.

Es gab viele höfliche Floskeln, wie jene, dass alle wachsen und zugleich sparen wollen. Im Schlußstatement las sich das dann so: "Unser Ziel ist es, Wachstum und Jobs zu schaffen. Die globale Wirtschaft zeigt gewisse Anzeichen der Erholung, aber auch einige starke Gegenwinde. Vor diesem Hintergrund fühlen wir uns verpflichtet, unsere Volkswirtschaften zu stärken. Wie räumen ein, dass die richtigen Maßnahmen dafür nicht dieselben für alle von uns sind."

Damit ist klar, dass die unterschiedlichen Auffassungen über die Lösung der Euro-Krise nicht harmonisiert werden konnten. Ebenso wie bei der Finanztransaktionssteuer, wo der französische Vorschlag abgelehnt wurde, gibt es eben im Moment keine Übereinstimmung, wie die europäische Staatsschuldenkrise gelöst werden kann.

Man konnte bei dem Gipfel den Eindruck gewinnen, dass sich die Staatsoberhäupter der G 8 damit abgefunden haben, dass sie diese Krise nicht mehr lösen können. Ob sie hoffen, dass noch ein Wunder geschieht, oder ob sie einfach nur noch gleichgültig das Urteil der Märkte erwarten - über die Motive für die beispiellose Untätigkeit haben wir keine Belege. Klar wurde nur, dass US-Präsident Barack Obama keine weiteren Turbulenzen in Europa wünscht, weil er gerne im November wiedergewählt werden möchte. Klar wurde auch, dass die EU mit José Manuel Barroso und Herman Van Rompuy zwei Vertreter entsandt hatte, deren Anwesenheit nichts beitragen konnte, was zu mehr Einigkeit geführt hätte.

Der beste Beweis dafür, dass die Regierungschefs mit ihrem Latein am Ende sind, ist die erneute Betonung, dass sich alle Beteiligten der Dringlichkeit des Problems bewußt seien. Diese Phrase begleitet nun wirklich schon wortgleich jeden Gipfel. Noch nie sind jedoch wirkliche Taten gefolgt. In dieser Hinsicht reiht sich Camp David nahtlos in die Reihe der bisherigen Gipfel ein.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Politik
Politik Verfassungsgericht absichern? - Buschmann will Entwurf vorlegen
25.02.2024

Muss die Arbeitsgrundlage des Bundesverfassungsgerichts im Grundgesetz gegen Demokratiefeinde abgesichert werden? Die Union schlägt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Falschgeld: Bundesbank meldet kräftigen Anstieg - darauf müssen Sie achten!
25.02.2024

Die Deutsche Bundesbank meldet einen Anstieg gefälschter Banknoten und Münzen. Einzelne Bundesländer sind besonders stark betroffen. Wie...

DWN
Politik
Politik „Das Bündnis Sahra Wagenknecht gefährdet die Linkspartei in ihrer Existenz“
24.02.2024

Eine neue Figur ist auf das politische Schachbrett gekommen: das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Wie diese neue Partei die politischen...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Vermögensregister und Bargeldbeschränkungen: Risiko für Anleger
23.02.2024

Das EU-Vermögensregister gehört derzeit zu den größten Risiken für Anleger. Daher ist es wichtig, sich jetzt zu überlegen, wie man...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die deutsche Wirtschaftskrise ist eine Chance für Start-ups
24.02.2024

Die Berliner Unternehmerin Julia Derndinger spricht im exklusiven DWN-Interview über den aktuellen Zustand der deutschen Gründerszene,...

DWN
Technologie
Technologie Googles KI generiert nach zu viel Diversität keine Bilder von Leuten
24.02.2024

Google lässt seine KI-Software Gemini vorerst keine Bilder von Menschen mehr erzeugen, nachdem sie Nutzern nicht-weiße Nazi-Soldaten und...

DWN
Politik
Politik Dringend: Deutschlands Wirtschaft fordert Steuerreform
24.02.2024

Führende Industrieverbände fordern steuerpolitische Reformen: Sie präsentieren ein Spektrum an Maßnahmen, von der Senkung der...

DWN
Politik
Politik UN-Chef Guterres: Höchste Zeit für Frieden in der Ukraine
24.02.2024

Zwei Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres ein Ende der Kämpfe verlangt - und eindringlich vor...