Deutschland

Pannenserie bei Regierungsfliegern: Maas steckt in Mali fest

Lesezeit: 1 min
01.03.2019 11:16
300.000 Kilometer ist Heiko Maas pannenfrei geflogen. Jetzt hat es auch den Bundesaußenminister erwischt: Der SPD-Politiker steckt in Mali fest. Derzeit wartet er darauf, von der Luftwaffe abgeholt zu werden.
Pannenserie bei Regierungsfliegern: Maas steckt in Mali fest

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Pannenserie bei den Regierungsfliegern reißt nicht ab: Bundesaußenminister Heiko Maas ist zum Abschluss seiner fünftägigen Westafrika-Reise wegen eines Hydraulikschadens in Mali liegen geblieben. Seine Mittelstreckenmaschine vom Typ A319 konnte ihn am Donnerstagabend nicht wie geplant von der malischen Hauptstadt Bamako zurück nach Berlin bringen. Der SPD-Politiker nahm es gelassen. «Ich bin jetzt mehr als 300 000 Kilometer pannenfrei geflogen», sagte er. Irgendwann erwische es jeden.

Eine größere Ersatzmaschine vom Typ A340 ist am Freitagmorgen um 9.00 Uhr am Flughafen Köln/Bonn gestartet, um Maas und seine Delegation abzuholen. Die Luftwaffe versicherte auf Twitter, dass die Maschine um 15.00 Uhr landen und dann nach 90 Minuten wieder startklar sein werde. Sollte das klappen, würde Maas mit 19 Stunden Verspätung in Berlin landen.

Der Außenminister ist seit Sonntag in Westafrika unterwegs und hatte vor Mali das Nachbarland Burkina Faso und Sierra Leone besucht. Mit ihm reisen drei Bundestagsabgeordnete sowie knapp 40 Mitarbeiter, Journalisten und Sicherheitskräfte. Die Planungsänderung verkündete der Chef der Delegation am Abend auf einer Kulturveranstaltung in Bamako, nach der es eigentlich zurück nach Deutschland gehen sollte. Stattdessen ging es zurück ins Hotel.

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr setzt die A319 für Kurz- und Mittelstrecken ein. Die Maschine verfügt über 44 Sitzplätze und hat eine Reichweite von etwas mehr als 7.000 Kilometern. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte der Deutschen Presse-Agentur, an der Maschine sei ein Hydraulikleck in einer Größenordnung festgestellt worden, die «außerhalb der Toleranzgrenze» liege.

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Pannen bei der Flugbereitschaft gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kam deswegen Ende November zu spät zum G20-Gipfel in Buenos Aires. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) blieb im Januar für längere Zeit in Sambia hängen, musste sogar einen Besuch in Namibia absagen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steckte im November wegen eines Triebwerksdefekts stundenlang in Südafrika fest und wenig später dann noch einmal in Äthiopien. Und im Oktober legten Nagetiere in Indonesien die Maschine von Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) lahm.

Der CSU-Politiker Müller hatte sich lautstark über die Pannen beschwert. Sie seien ein Debakel für Deutschlands Ruf als High-Tech-Land, schimpfte er. Das schade der Marke „Made in Germany“ .

Derzeit gehören 14 Flugzeuge der Hersteller Airbus und Bombardier zur Flugbereitschaft. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat inzwischen die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben. „Das ist auch nötig, ich glaube, das merken alle“, sagte sie Anfang Februar bei der Verkündung dieses Schritts.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Keine Hausaufgaben mehr? Die Grünen und ihr verhängnisvoller Irrweg
21.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik China-Besuch: Habeck fordert Überarbeitung der deutschen China-Strategie
21.06.2024

Kaum in Peking angekommen, äußert sich Robert Habeck mit klaren Worten - auch Richtung Berlin. Der Vizekanzler fordert eine...

DWN
Finanzen
Finanzen „Energiepreisbremsen schaffen Planungssicherheit für Unternehmen“
21.06.2024

Der Inflationsanstieg auf 2,4 Prozent im Mai deutet auf eine langfristige Herausforderung hin, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski und...

DWN
Politik
Politik Bildungskollaps: Zuwanderung, Unterfinanzierung, Leistungsabfall – Deutschlands Schulen am Limit!
21.06.2024

Aktuelle Studien attestieren einen rapiden Abbau der schulischen Leistung, immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss und eine hohe soziale...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Habecks Asienreise: Strategischer Schachzug gegen Russland?
21.06.2024

Die Besuche des Bundeswirtschaftsministers Robert Habecks in Südkorea und China zielen darauf ab, die Handelsbeziehungen zu stärken und...

DWN
Politik
Politik Ungarischer Regierungschef Viktor Orbán über neue EU-Führung: „Koalition für Krieg und Migration“
21.06.2024

Manfred Weber (EVP-CSU) ist für ihn ein „Beelzebub“, Ursula von der Leyen ihm gegenüber nur eine „kleine Ministrantin“. Auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VARTA kappt Umsatzziel: Aktie sackt ab! Gehen die Lichter bald aus?
21.06.2024

„Hundertprozentige Verlässlichkeit ist für VARTA die Basis jedes Handelns – ob in Produkten, Prozessen oder Beziehungen.“ Dieser...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wenn China angreift - Menschen in Taiwan bereiten sich auf Tag X vor
21.06.2024

Seit siebzig Jahren schwelt der Konflikt zwischen China und Taiwan. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage jedoch zugespitzt. Wann...