Politik

Venezuela: Auseinandersetzungen vor Militärbasis gemeldet

Lesezeit: 1 min
30.04.2019 14:17
In Venezuela spitzt sich die Lage zu. Der selbsternannte Oppositionsführer Guaido hat eigenen Angaben zufolge Teile der Streitkräfte hinter sich. Es werden Auseinandersetzungen mit der Polizei berichtet.
Venezuela: Auseinandersetzungen vor Militärbasis gemeldet

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet:

Im Machtkampf in Venezuela hat sich eine Gruppe der Streitkräfte gegen Staatschef Nicolás Maduro gestellt und einen führenden Oppositionspolitiker befreit. Der selbsterklärte Übergangspräsident Juan Guaidó sagte am Dienstag, er habe gegen Maduro nun die Unterstützung "mutiger Soldaten". Die Regierung prangerte einen "Putschversuch" an und rief ihre Anhänger auf, sich um den Präsidentenpalast in Caracas zu scharen. Die Regierung in Madrid warnte vor einem "Blutvergießen".

"Heute sind mutige Soldaten, mutige Patrioten, mutige Männer, die die Verfassung unterstützen, unserem Aufruf gefolgt", sagte Guaidó in einem in Online-Netzwerken verbreiteten Video, das ihn zusammen mit uniformierten Männern auf einer Militärbasis in Caracas zeigt. Bislang galt die Armee als wichtigste Stütze Maduros.

Der Oppositionspolitiker Leopoldo López erklärt derweil, er sei von Soldaten aus der Haft "befreit" worden. López veröffentlichte im Kurzbotschaftendienst Twitter ein Bild, das ihn mit uniformierten Männern zeigte. Die "Operation Freiheit" und die "letzte Phase" zur Beendigung der Maduro-Regierung hätten begonnen, schrieb López. In Guaidós Video ist López zusammen mit dem Übergangspräsidenten auf der Militärbasis zu sehen.

Die Regierung machte "rechte Putschisten" am Dienstag für die sich überschlagenden Ereignisse verantwortlich. Derzeit sei die Regierung dabei, "Verräter" innerhalb der Armee zu bekämpfen, die sich im Viertel Altamira in Caracas versammelt hätten, schrieb Kommunikationsminister Jorge Rodríguez im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Er rief die Bevölkerung zu "höchster Alarmbereitschaft" auf, um den "Putschversuch abzuwehren und den Frieden zu retten". Verteidigungsminister Vladimir Padrino erklärte dagegen in einer Twitter-Botschaft, die Lage in den Kasernen sei "normal".

Der Vorsitzende der von Maduro zur Entmachtung des Parlaments eingesetzten verfassunggebenden Versammlung, Diosdado Cabello, rief die Regierungsanhänger auf, sich um den Präsidentenpalast in Caracas zu versammeln. "Wir werden sehen, was sie gegen unser Volk ausrichten können", sagte er im Staatsfernsehen.

Derweil rief Kolumbiens Präsident Iván Duque das gesamt Militär des Nachbarlandes auf, Guaidó zu unterstützen. Sie sollten sich auf die "richtige Seite der Geschichte" stellen und die "Diktatur und Usurpation Maduros" zurückweisen, schrieb Duque bei Twitter.

Kolumbiens Außenminister Carlos Holmes Trujillo forderte eine Dringlichkeitssitzung der sogenannten Lima-Gruppe. Dieser gehören 13 Länder aus Lateinamerika und der Karibik sowie Kanada an.

Die spanische Regierung warnte vor einem "Blutvergießen". "Wir unterstützten einen demokratischen und friedlichen Prozess", sagte eine Regierungssprecherin in Madrid zu Journalisten. Sie erneuerte die Forderung nach sofortigen Neuwahlen.

Guaidó liefert sich seit Monaten einen Machtkampf mit Maduro. Für den 1. Mai hatte Guaido zu neuen Massenprotesten aufgerufen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Politik
Politik Östliches Mittelmeer: Großmächte kämpfen um das Herz der Welt

Im östlichen Mittelmeer wetteifern die internationalen Mächte um Einfluss auf Energieressourcen, Pipelines und die Handelsstraße zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Internet-Gigant JD.com - lohnt sich der Einstieg?

DWN-Börsenexperte Andreas Kubin analysiert die Aussichten für die Aktie des chinesischen Online-Händlers JD.com.

DWN
Politik
Politik Die Inflation in der Euro-Zone ist auf dem Vormarsch

Die Lebenshaltungskosten stiegen im März um 1,3 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr.

DWN
Deutschland
Deutschland Merkel im Alarm-Modus: „Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geworben.