Spahn will Pflegekräfte aus dem Kosovo und aus Albanien holen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
15.07.2019 11:35
Gesundheitsminister Jens Spahn möchte Pflegekräfte in großer Zahl aus Albanien und dem Kosovo nach Deutschland holen.
Spahn will Pflegekräfte aus dem Kosovo und aus Albanien holen
Eine Frau wird in Berlin in einem Seniorenpflegeheim von einer Pflegerin betreut. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), begrüßt die Bemühungen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um Pflegekräfte aus dem Kosovo. Dass die Pflegekräfte dann womöglich in dem Balkanstaat fehlen, stritt Westerfellhaus am Montag im ZDF-"Morgenmagazin" nicht ab - die Pflegekräfte könnten in Deutschland aber "womöglich Qualifikationen für die Zukunft des Kosovo" gewinnen, zitiert ihn die Nachrichtenagentur AFP.

Westerfellhaus rief die Bundesregierung dazu auf, schneller Visa für einwanderungswillige Pflegekräfte zu erteilen. Es sei "unerträglich, dass man innerhalb der deutschen Botschaften nicht alles daran wirft, die Visa zu beschleunigen", sagte er. Das Außenministerium solle auch prüfen, ob die Visumsvergabe nicht aus den Botschaften nach Deutschland verlagert werden könnte.

Ob die Pflegekräfte auch dauerhaft in Deutschland bleiben, hängt Westerfellhaus zufolge davon ab, ob die Kollegen sie hier wertschätzend empfangen und gut einarbeiten. Außerdem seien gute Sprachkenntnisse entscheidend für eine gelingende Integration. Unklar ist, wie schnell die neuen Mitarbeiter aus dem Kosovo die deutsche Sprache erlenen können und ab wann sie dann zur Pflegearbeit zugelassen werden sollten.

Die Anwerbung osteuropäischer Pflegekräfte sei aber nur ein Teil der "Konzertierten Aktion", mit der Spahn den Pflegenotstand in Deutschland lösen wolle. Dazu gehöre auch, die Arbeitsbedingungen in der Pflege allgemein attraktiver zu machen. So könnten auch gelernte Pflegekräfte, die nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, zur Rückkehr in ihre alte Profession motiviert werden.

Spahn reist am Montag in das Kosovo, um dort mit seinem Amtskollegen Uran Ismajli eine Vereinbarung zur Anwerbung von Pflegekräften zu unterzeichnen. In Deutschland fehlen zehntausende Pflegekräfte, weshalb Spahn in Balkanländern Nachwuchs anwerben will.

Besonders im Kosovo und in Albanien gebe es ein gutes Potenzial an jungen Fachkräften, sagte er kürzlich der "Bild am Sonntag". "Dort ist die Pflegeausbildung oft deutlich besser, als wir denken."

Laut Statistischem Bundesamt sind etwa 3,4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Wegen der allgemeinen Alterung der Gesellschaft wird ihre Zahl weiter steigen - während die Pflegebranche mit Nachwuchsmangel zu kämpfen hat.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik Poseidons verdrecktes Paradies: Die Tragik eines rechtsfreien Raums

Diese Woche befasst sich Ronald Barazon mit der Verschmutzung der Weltmeere. Ein eindrucksvoller Essay: Tiefgehende Analyse und flammende...

DWN
Politik
Politik Immer noch unangreifbar, aber nicht mehr Zentrum der Welt: Die USA werden ihr Imperium aufgeben müssen

In Folge vier der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, wie die geografische Lage der USA ihre Außen-, Sicherheits-...

DWN
Finanzen
Finanzen Größte Krise seit hundert Jahren: Jetzt hilft nur noch ein radikaler Schuldenschnitt

Weder unser Geld noch unsere Forderungen sind noch durch reale Wirtschaftsleistungen gedeckt - ein Nährboden für gesellschaftliche...

DWN
Politik
Politik Ein Licht im Osten, Teil zwei: Putin wird ein Weißrussland ohne Lukaschenko akzeptieren

Lukaschenko läuft die Zeit davon: Das sagt der ehemalige polnische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident, Donald Tusk, im zweiten Teil...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach Verzweiflungs-Tat: Türkische Zentralbank auf Konfliktkurs mit Erdogan

Die Zentralbank hat die Leitzinsen deutlich angehoben und damit gegen den Willen von Präsident Erdogan gehandelt.

DWN
Technologie
Technologie Vollständig transparente Sonnenkollektoren revolutionieren die Solar-Technologie

Mit einer neuen Technologie ist es möglich, Fenster an Gebäuden anzubringen, die gleichzeitig als Sonnenkollektoren genutzt werden, um...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nach dem Brexit: Entsteht ein neuer Handelsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok?

Ein verstärkter Handel mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion könnte den Brexit für Deutschland und Europa wirtschaftlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Finanzelite profitiert von angeblichem Enthüllungsbericht: Frontalangriff auf die Deutsche Bank

Das Medienportal "Buzzfeed" behauptet, bisher unbekannte Verfehlungen der Deutschen Bank aufgedeckt zu haben. DWN-Kolumnist Ernst Wolff...

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 1. Teil: Vereint gegen Deutschland und Russland

Polen begegnet Deutschland und Russland traditionell mit Argwohn. Warschau ist längt nach Washington ausgeschwenkt, um bald eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronas Erbe: Schulden, Schulden und noch mehr Schulden

Seit Jahren steigen die Schulden weltweit deutlich an. Seit Jahresbeginn sind nun alle Dämme gebrochen. Die EU hat derweil Eurobonds durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans aggressive Geldpolitik ist gescheitert: Werden EZB und EU daraus lernen?

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ist zurückgetreten, weil er mit seiner Wirtschaftspolitik gescheitert ist. EZB und EU können aus den...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

celtra_fin_Interscroller