Technologie
Apple wird nach hinten durchgereicht

Apples iPhone ist größter Verlierer im globalen Handelskrieg

Wie Daten des Marktbeobachters IDC zeigen, sind die Verkäufe von Apples iPhone weltweit eingebrochen. Der Marktanteil liegt nur noch bei rund 10 Prozent.
04.08.2019 07:53
Lesezeit: 2 min

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres wurden weltweit 333,2 Millionen Smartphones verkauft, so vorläufige Daten des Marktbeobachters IDC. Das entspricht einem Anstieg zum ersten Quartal um 6,5 Prozent, aber einem Rückgang zum zweiten Quartal 2018 um 2,3 Prozent.

China und die USA verzeichneten gegenüber den anderen Weltregionen innerhalb der letzten zwölf Monate die stärksten Verkaufsrückgänge. In China zeichnet sich jedoch in der ersten Jahreshälfte wieder eine gewisse Erholung ab.

Die Verkäufe von Apples iPhone sind im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18,3 Prozent eingebrochen. Damit sinkt der Marktanteil des Unternehmens auf nur noch 10,1 Prozent - weit abgeschlagen hinter den Konkurrenten Samsung und Huawei aus Südkorea beziehungsweise China, die beide zulegten.

Samsung konnte seine Verkäufe um 5,5 Prozent steigern und hat nunmehr einen Marktanteil auf 22,7 Prozent. Huawei konnte seine Verkäufe um 8,3 Prozent steigern und hat nunmehr einen Marktanteil von 17,6 Prozent.

Samsung hatte Schwierigkeiten, seine Flaggschiffe zu verkaufen, da die Kunden ihre älteren Geräte heute länger nutzen oder sich für eine kostengünstigere Variante entscheiden. Zudem warten zahlreiche treue Samsung-Kunden wahrscheinlich auf die bevorstehende Ankündigung des nächsten Galaxy Note-Geräts.

Für Huawei hat der Umsatz in China einen historischen Höchststand erreicht. Er machte im zweiten Quartal 62 Prozent der verkauften Geräte aus. Dies ist zum Teil auf die Folgen des Handelskriegs zwischen China und den USA zurückzuführen. Denn Huawei hat erhebliche Personalressourcen nach China zurückverlegt, wobei der Schwerpunkt auf dem Management der Vertriebskanäle in kleineren chinesischen Städten lag.

"Trotz der großen Unsicherheit um Huawei hat es das Unternehmen geschafft, seine Position auf Platz zwei in Bezug auf den Marktanteil zu halten", sagte Ryan Reith, Program Vice President bei den Worldwide Mobile Device Trackern von IDC.

Auch wenn Apples Markanteil deutlich eingebrochen ist und jetzt in der Nähe der Hersteller Xiaomi und OPPO liegt, hat das Unternehmen laut IDC weiterhin eine dominante Stellung im Handy-Markt. Denn die Zahl der verwendeten iPhones wächst weiter - darunter auch ältere oder überarbeitete Modelle.

"Wenn man sich die Spitze des Marktes ansieht - Samsung, Huawei und Apple - verlor jeder Anbieter ein wenig Anteil gegenüber dem letzten Quartal, und wenn man die Liste der nächsten drei - Xiaomi, OPPO und vivo - betrachtet, profitierten alle. Ein Teil davon hängt mit dem Zeitpunkt von Produkteinführungen zusammen."

Ähnlich wie im PC-Markt nimmt die Bedeutung größerer Player auf dem Smartphone-Markt immer weiter zu. Im zweiten Quartal hatten die führenden fünf Anbieter einen Marktanteil von zusammen 69 Prozent. Die führenden zehn Anbieter hatten zusammen 87 Prozent. Da in vielen Märkten der Welt die 5G-Technologie eingeführt wird, erwartet IDC große Herausforderungen für kleinere Anbieter.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien erhalten Auftrieb nach positivem Auftakt der Berichtssaison
21.10.2026

Neue Rekordhochs und überraschende Bilanzen: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die US-Märkte aktuell beflügeln.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...

DWN
Finanzen
Finanzen Analyse: Bei der Luxusaktie zeichnet sich eine Wende ab
21.10.2026

Nach mehreren Jahren schwacher Verkäufe und sinkender Gewinne sind die Erwartungen an den Luxuskonzern deutlich zurückgegangen. Die...

DWN
Politik
Politik Europa wird zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt von einem politischen Sturm erschüttert
21.10.2026

Europa müsste gleichzeitig seinen größten Haushalt beschließen, die Ukraine stützen und dem wachsenden Druck aus den USA, Russland und...

DWN
Technologie
Technologie In Lettland wurde ein neues Gerät zum Bitcoin-Mining für zu Hause entwickelt – Bitcube
21.10.2026

Das Technologieunternehmen Power Mining hat Bitcube auf den Markt gebracht, ein in Lettland entwickeltes Gerät zum Bitcoin-Mining für den...

DWN
Immobilien
Immobilien Blaupause oder teures Experiment? Berlins historischer Anlauf zur Vergesellschaftung
21.10.2026

Linke, Grüne und SPD in Berlin haben ihre Sondierungen beendet und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Der entscheidende Knackpunkt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelskrieg mit China vermeiden: Merz fordert Fairness statt Eskalation
21.10.2026

Die EU will sich stärker gegen unfaire Handelspraktiken schützen. Bundeskanzler Friedrich Merz betont jedoch, dass es dabei nicht um...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ukraine-Wirtschaft schwächelt: Experten senken Wachstumsprognose deutlich
21.10.2026

Die massiven russischen Angriffe verschlechtern die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine spürbar. Das Wiener Institut für...