Politik
Heftige Kämpfe

Syrische Armee rückt gegen Islamisten in Idlib vor

Syrische Regierungstruppen und Islamisten haben sich schwere Kämpfe im südlichen Teil der Provinz Idlib geliefert.
08.08.2019 10:10
Lesezeit: 1 min
Syrische Armee rückt gegen Islamisten in Idlib vor
Aktuelle militärische Gefechte im Süden der Provinz Idlib. (Grafik: syria.liveuamap.com)

Nach dem Scheitern einer Waffenruhe im Nordwesten Syriens haben syrische Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten eine Stadt und ein Dorf von Dschihadisten zurückerobert. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten die Stadt al-Sakat und das Dorf al-Arbain in der Provinz Hama am Mittwoch unter ihre Kontrolle gebracht, erklärte die sogenannte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte – bei der es sich um eine Person in London handelt – wie AFP berichtet. Beide Gemeinden liegen am südlichen Rand der Provinz Idlib, welche von Söldnern der radikalislamischen Hayat Tahir al-Sham (HTS) kontrolliert wird.

Der größte Teil von Idlib sowie einige Bezirke von Hama, Aleppo und Latakia stehen unter der Kontrolle des syrischen Al-Kaida-Ablegers HTS. Vor einer Woche hatte die syrische Regierung einer neuen Waffenruhe für Idlib zugestimmt - allerdings unter Bedingungen: Die Söldner sollten ihre Truppen aus einer entmilitarisierten Zone um Idlib abziehen. Das lehnten die HTS-Dschihadisten am Samstag ab. Am Montag erklärte die Regierung die Waffenruhe für beendet.

Seit Dienstag gab es in der Region dann wieder heftige Gefechte. Dabei wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle 17 syrische Soldaten und 23 Rebellenkämpfer getötet, darunter 16 Dschihadisten. Am Mittwoch flogen die syrische und die russische Luftwaffe demnach auch Luftangriffe auf den Südrand von Idlib. Die Regierungstruppen rücken den Angaben zufolge auch auf die Ortschaften Kafr Sita und al-Latamneh vor, die in derselben Region liegen.

Assads Truppen und ihre russischen Verbündeten gehen seit Ende April mit einer neuen Offensive gegen die Dschihadisten und andere Söldner in Idlib vor. Nach Angaben der Beobachtungsstelle, die ihre Informationen angeblich von Aktivisten vor Ort bezieht, wurden seitdem mehr als 800 Zivilisten in der Region getötet. Nach UN-Angaben wurden außerdem mehr als 400.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben.

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