Finanzen

Schuldschein von Berliner Wohnungs-Unternehmen bricht mehrere Rekorde

Die Niedrigzins-Politik der EZB macht es möglich: Das Berliner Wohnungsbau-Unternehmen „Gewobag“ konnte ein Darlehen in Rekordhöhe von 700 Millionen Euro in Form eines am Markt platzierten Schuldscheins aufnehmen. Ursprünglich wollte man nur 200 Millionen aufnehmen, aber das Interesse der Geldgeber war immens.
13.09.2019 18:11
Aktualisiert: 13.09.2019 18:33
Lesezeit: 1 min
Schuldschein von Berliner Wohnungs-Unternehmen bricht mehrere Rekorde
Das "Neue Kreuzberger Zentrum" (NKZ) in Berlin ist eines der Gebäude-Komplexe im Besitz der "Gewobag". (Foto: dpa) Foto: Paul Zinken

.

Eigentlich wollte die „Gewobag“ lediglich 200 Millionen Euro aufnehmen. Nach Angaben der Bayern LB, die das Darlehen arrangierte, waren die Investoren an dem Geschäft jedoch so interessiert, dass eine achtfache Überzeichnung erreicht wurde (das heißt, die „Gewobag“ hätte 1,6 Milliarden aufnehmen können). Bei den weit über 100 Investoren handelt es sich vor allem um Versicherungen, Sparkassen, Pensionsfonds und Vermögensverwaltern. Die Laufzeiten der einzelnen Darlehen betragen zwischen 400 Tagen und 40 Jahren, der Durchschnitt liegt bei knapp 22 Jahren.

Bei dem Schuldschein-Darlehen handelt es sich um das bisher höchste eines deutschen Immobilien-Unternehmens überhaupt. Darüber hinaus ist die 40-jährige Laufzeit die bislang längste Namensschuldverschreibung eines deutschen Unternehmens (eine Namensschuldverschreibung ist eine Anleihe, die auf einen bestimmten Gläubiger lautet und deshalb für eine Übertragung auf andere Personen nicht vorgesehen ist).

Nach Einschätzung der Bayern LB trugen mehrere Umstände zur starken Nachfrage bei: Die Tatsache, dass sich die „Gewobag“ in kommunalem Besitz befindet, ihr guter Ruf sowie das Rating von A+ (Standard & Poor´s) beziehungsweise A1 (Moody´s). Offensichtlich ist auch, dass Investoren angesichts der Niedrigzins-Politik der EZB verstärkt nach interessanten Anlage-Möglichkeiten suchen.

Die „Gewobag“ ist eines von sechs Berliner Wohnungs-Unternehmen in kommunalem Besitz. Das Unternehmen, das im Mai dieses Jahres sein 100jähriges Bestehen feierte, bewirtschaftet mehr als 62.000 Wohnungen mit über 100.000 Mietern (Städte ab 100.000 Einwohnern gelten als Großstädte). Es erzielt mit rund 650 Mitarbeitern einen Umsatz von circa 430 Millionen Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Forbes-Liste der reichsten Menschen: Elon Musk kann erster Billionär der Welt werden
15.03.2026

In der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen liegt Tesla-Chef Elon Musk quasi uneinholbar in Front. Bei einem erfolgreichen...

DWN
Politik
Politik Steuerrecht: Ehegattensplitting vorm Aus? Mehr Arbeitszeit für Frauen nicht lukrativ
15.03.2026

Für viele Frauen lohnt es sich finanziell nicht, in den Job zurückzukehren oder ihre Teilzeit auszubauen, das Ehegattensplitting entpuppt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industrial Accelerator Act: EU-Kommission stärkt Industriepolitik – Anteil am BIP soll auf 20 Prozent steigen
15.03.2026

Die Europäische Kommission will mit dem Industrial Accelerator Act die Industriepolitik der EU neu ausrichten und die Produktion in Europa...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilien-Prognose 2026: Bremst das Baukreditgeschäft alles aus?
15.03.2026

Nach einem hoffnungsvollen 2025 wird die Preisentwicklung für Immobilien laut Greis-Kaufpreisindex im laufenden Jahr 2026 wieder...

DWN
Finanzen
Finanzen Mazda 6e im Vergleich: Wie wettbewerbsfähig ist das Elektromodell?
15.03.2026

Die neue Mazda 6e entsteht auf chinesischer Plattform und markiert einen strategischen Neustart für die Baureihe Mazda6. Kann das...

DWN
Technologie
Technologie Immer mehr US-Forschende zieht es nach Deutschland
15.03.2026

Aus politischen Gründen geht das Weiße Haus gegen Elite-Unis vor. Für Wissenschaftler und Studierende aus den USA wird Deutschland daher...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI trifft auf SaaS: Steht die Softwarebranche vor einem Strukturwandel?
15.03.2026

Künstliche Intelligenz verändert die wirtschaftliche Logik der Softwarebranche und setzt das klassische SaaS-Modell unter Druck. Steht...

DWN
Finanzen
Finanzen Iran-Krieg heizt Energiepreise an: Investoren suchen Absicherung
15.03.2026

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise nach oben und zwingt Investoren weltweit, ihre Strategien angesichts steigender Öl- und Gaspreise...