Politik

Verteidigungsvertrag: USA bauen Militärpräsenz in Polen aus

Lesezeit: 1 min
24.09.2019 12:50  Aktualisiert: 24.09.2019 12:54
Die USA wollen ihre Truppen in Polen um 1.000 auf 4.500 Soldaten aufstocken. Die Einheiten sollen an bis zu sechs Standorten stationiert werden. Polens Regierung hatte in der Vergangenheit mehrfach um ein stärkeres Engagement der Amerikaner geworben.
Verteidigungsvertrag: USA bauen Militärpräsenz in Polen aus
Foto: Stratfor

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

.

Die USA werden wahrscheinlich Truppen von anderen Stützpunkten in Europa nach Polen verlegen, sagte Präsident Donald Trump am Montag, als er einen Verteidigungsvertrag mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda unterzeichnete, berichtet Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL).

Die US-Streitkräfte verfügen derzeit über 4.500 Rotationstruppen in Polen. Diese Zahl werde der gemeinsamen Erklärung zufolge “in naher Zukunft voraussichtlich um etwa 1.000 zusätzliche US-Militärangehörige steigen”. Trump sagte, die neuen Truppen würden “höchstwahrscheinlich” von anderen europäischen Stützpunkten herangezogen. In Deutschland sind derzeit 35.000 US-Soldaten stationiert. Im Juni 2019 schlug Trump vor, zusätzliche Soldaten aus Deutschland nach Polen zu verlegen.

Der gemeinsamen Erklärung zufolge wurden sechs Standorte in Polen zur Verstärkung des Einsatzes von US-Truppen identifiziert, und beide Seiten befinden sich in Gesprächen, um einen Standort zu finden.

In Poznań soll demnach die Unterstützungsgruppe der US-Armee stationiert werden. In Drawsko Pomorskie wird das primäre Kampftrainingszentrum für die polnische und die US-amerikanische Armee eingerichtet. Wrocław-Strachowice wird Austragungsort des Luftschifffahrtshafens der US-amerikanischen Luftwaffe sein. Łask wird Gastgeber der ferngesteuerten Flugzeugstaffel der United States Air Force sein. Powidz wird eine Kampfflugzeug-Brigade, ein Unterstützungsbataillon für Kampfunterstützung und eine Spezialeinheit für Einsatzkräfte beherbergen. In Lubliniec soll eine weitere Spezialeinheit untergebracht werden.

Polen werde “uns Einrichtungen bauen, von denen ich sicher bin, dass sie sehr schön sein werden”, sagte Trump. “Sie werden die gesamten Kosten tragen”, fügte er hinzu. Die Truppenverlegung stehe nicht im Zusammenhang mit Russland, sagte Trump. US-Vizepräsident Mike Pence hatte Warschau Anfang September 2019 besucht, um den Plan zum Ausbau der US-Militärpräsenz in Polen vorzubereiten, berichtet Stars and Stripes.

Trotz des Beitritts zur Nato im Jahr 1999 fehlt Polen immer noch eine große Nato-Präsenz, wie sie in westeuropäischen Staaten wie Deutschland und Italien zu finden ist. Somit fühlt sich Polen immer noch anfällig für den russischen Einfluss, berichtet der US-Informationsdienst Stratfor. Aber die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2016 habe Warschau seitdem eine neue Gelegenheit geboten, Washington davon zu überzeugen, eine ständige US-Militärpräsenz im Land zu implementieren. Während eines Treffens mit Trump im September 2018 bot der polnische Präsident Duda den USA die Finanzierung einer US-amerikanischen Basis an der polnischen Ostgrenze in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar an und schlug sogar vor, sie “Fort Trump” zu nennen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die deutsche Wirtschaftskrise ist eine Chance für Start-ups
24.02.2024

Die Berliner Unternehmerin Julia Derndinger spricht im exklusiven DWN-Interview über den aktuellen Zustand der deutschen Gründerszene,...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Vermögensregister und Bargeldbeschränkungen: Risiko für Anleger
23.02.2024

Das EU-Vermögensregister gehört derzeit zu den größten Risiken für Anleger. Daher ist es wichtig, sich jetzt zu überlegen, wie man...

DWN
Technologie
Technologie Googles KI generiert nach zu viel Diversität keine Bilder von Leuten
24.02.2024

Google lässt seine KI-Software Gemini vorerst keine Bilder von Menschen mehr erzeugen, nachdem sie Nutzern nicht-weiße Nazi-Soldaten und...

DWN
Politik
Politik UN-Chef Guterres: Höchste Zeit für Frieden in der Ukraine
24.02.2024

Zwei Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres ein Ende der Kämpfe verlangt - und eindringlich vor...

DWN
Politik
Politik Dringend: Deutschlands Wirtschaft fordert Steuerreform
24.02.2024

Führende Industrieverbände fordern steuerpolitische Reformen: Sie präsentieren ein Spektrum an Maßnahmen, von der Senkung der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Regeln für den Onlinehandel in der EU - was jetzt zu beachten ist!
24.02.2024

Wer Onlinehandel betreibt, läuft Gefahr, in eine Abmahnfalle zu geraten. Dies kann aus Unwissenheit passieren oder wenn Fehler...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Können Kasachstan und Aserbaidschan russische Energie ersetzen?
23.02.2024

Aserbaidschan und Kasachstan sollen als Folge des Ukrainekrieges zu wichtigen Energieversorgern Deutschlands und der EU werden. Doch wie...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Wunderwaffen gibt es nicht
23.02.2024

Im Ukraine-Krieg treffen russische auf westliche Waffensysteme. Inwieweit lässt sich deren Effektivität vergleichen, sind ausgebrannte...