Bahn sperrt wichtige Zugverbindungen in Norddeutschland

Lesezeit: 2 min
30.09.2019 10:30  Aktualisiert: 30.09.2019 10:32
Aufgrund des Sturmtiefs Mortimer kommt es in Norddeutschland zur Blockade wichtiger Bahnstrecken.
Bahn sperrt wichtige Zugverbindungen in Norddeutschland
Foto: Bodo Marks

Sturmtief "Mortimer" hat den Fernverkehr der Deutschen Bahn am Montagmorgen getroffen. Gegen 08.00 Uhr sperrte die Bahn teils vorsorglich ihre wichtigsten Strecken nördlich von Hannover. Eine Stunde später waren zumindest die Strecken Hamburg - Hannover, Hamburg - Bremen, Bremen - Hannover und Hannover - Göttingen wieder befahrbar, wie der Konzern auf Twitter mitteilte.



Weiterhin gesperrt blieben zunächst die Fernzug-Gleise Hamburg - Berlin, Hannover - Wolfsburg - Berlin und Wolfsburg - Braunschweig - Hildesheim - Göttingen. Im Regionalverkehr gab es zunächst keine größeren Behinderungen.



In Niedersachsen krachte am Montagmorgen ein Baum in eine Oberleitung. Ein ICE konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle bei Nienburg, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere mussten aber zunächst im Zug ausharren, da nicht klar war, ob noch Strom durch die kaputte Oberleitung fließt und dadurch eine Gefahr für sie besteht.



"Im Norden und Nordosten ist das Schlimmste noch nicht überstanden", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Vormittag über die Wetterlage nach den nächtlichen Stürmen. Etwa von der Ostsee bis zum Erzgebirge bleibe es bis in die Nachmittagsstunden stürmisch, während das Tief ins Baltikum weiter ziehe. Dort, wo schauerartige Regenfälle hinzu kämen, könnten sich die Windgeschwindigkeiten auf Orkanstärke steigern. An diesen Orten drohten auch Unwetter mit Windgeschwindigkeiten von 110 Kilometern in der Stunde.



In der Nacht hatte es zunächst nur geringfügige Schäden durch "Mortimer" gegeben. Die Lagezentren der Polizei in allen 16 Bundesländern berichteten hauptsächlich von umgekippten Bäumen und abgebrochenen Ästen.



Eine spektakuläre Rettungsaktion erlebten Hunderte Schafe auf einer Weide in Dortmund. Starke Regenfälle hatten die Weide mit rund 300 Tieren geflutet. Die Feuerwehr setzte ein Rettungsboot ein und baute Stege, um die Tiere vor dem Ertrinken zu retten, wie ein Sprecher der Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen sagte. Bis 02.00 Uhr waren den Angaben zufolge 200 Tiere von der Weide geholt. Die Wiese stand nach Angaben eines dpa-Fotografen anderthalb bis zwei Meter unter Wasser. Mehrere Tiere, darunter auch Lämmer, seien in den Wassermassen verendet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort.



Die Verwaltung des Nationalparks Harz warnte am Montag vor dem Betreten der Wälder in dem Mittelgebirge. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen, sagte Sprecher Friedhart Knolle am Morgen in Wernigerode. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig wurden am frühen Montagmorgen Windgeschwindigkeiten von knapp 145 Kilometern pro Stunde auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges gemessen.



Auch die niedersächsischen Landesforsten warnten vor dem Betreten der Wälder: Weil die Bäume nach zwei trockenen und heißen Sommern geschwächt seien, sei besondere Wachsamkeit gefordert, sagte der Präsident der Landesforsten, Klaus Merker: "Auch bei Windstille können Äste unvermittelt abbrechen. Die Risikolage ist in diesem Jahr besonders hoch." Jogger, Hundebesitzer und Radfahrer sollten die Wälder bei Wind und zu erwartenden Stürmen meiden.

DWN
Finanzen
Finanzen Globaler Goldhandel beeinträchtigt: Russland stellt Goldkäufe überraschend ein

Die russische Zentralbank hat in der Vergangenheit in großem Umfang Gold gekauft. Nun werden die Käufe plötzlich eingestellt. Der...

DWN
Finanzen
Finanzen Positive Signale aus China stimmen Anleger zuversichtlicher

Hoffnungsvolle Wirtschaftsdaten aus China und Anzeichen für ein Greifen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus sorgen für...

DWN
Deutschland
Deutschland Die Corona-Krise beendet den Immobilien-Boom, fallende Preise erwartet

Angesichts der Corona-Krise rechnen Investoren mit sinkenden Verkäufen und fallenden Preisen am Immobilienmarkt.

DWN
Politik
Politik AfD-Spitze setzt kompletten Landesvorstand im Saarland ab

Paukenschlag an der Saar: Der AfD-Bundesvorstand setzt den Landesvorstand der Partei im Saarland ab. Die Vorwürfe wiegen schwer. Der...

DWN
Finanzen
Finanzen Liquiditätskrise hinter den Kulissen? Die seltsame Entwicklung eines wichtigen Zinses wirft Fragen auf

Obwohl die Zentralbanken die Finanzmärkte mit billigem Kreditgeld fluten, deutet ein wichtiger Indikator auf eine sich verschärfende...

DWN
Politik
Politik Italien wurde von seinen Freunden im Stich gelassen

Die italienische Zeitung “Corriere della Sera” stellt fest, dass Italien im Verlauf der Corona-Pandemie von seinen “Freunden” in...

DWN
Politik
Politik Warum sich die Corona-Daten des Robert-Koch-Instituts und der John Hopkins University unterscheiden

Das Robert-Koch-Institut erklärt, warum sich seine Corona-Daten von den Corona-Daten der John Hopkins University unterscheiden.

DWN
Finanzen
Finanzen Faktencheck: Von Bargeld geht keine Corona-Infektionsgefahr aus

Ein renommierter Virologe und die Bundesbank bestätigen, dass von Bargeld keine Corona-Infektionsgefahr ausgeht.

DWN
Finanzen
Finanzen BlackRock verwaltet deutsche Vermögen und wettet gleichzeitig gegen sie

Der weltgrößte Vermögensverwalter sahnt gleich mehrfach ab. Aktien, die ihm zur Geldanlage anvertraut werden, verleiht er teilweise an...

DWN
Technologie
Technologie Die schmutzige Lieferkette der E-Mobilität

Der Bau von Elektroautos benötigt eine Vielzahl seltener Rohstoffe. Mit deren Abbau sind auch große Risiken für Mensch und Umwelt...

DWN
Politik
Politik EZB-Vize fordert Vergemeinschaftung der Schulden in der Euro-Zone

EZB-Vize Luis de Guindos fordert die Einführung von Corona-Bonds, um Ländern wie Italien und Spanien zu helfen. Damit fordert er eine...

DWN
Politik
Politik Schweden bleibt im Corona-Kampf weiter relativ entspannt

Schweden macht vor, wie man mit dem Coronavirus auch ganz anders umgehen kann. So bleiben hier zum Beispiel Restaurants, Cafés und Kneipen...

DWN
Politik
Politik Kommt jetzt der Ausverkauf? Italien plant Verpfändung sämtlichen Staatseigentums gegen Kredite

Italien plant, Staatsimmobilien als Garantien zu hinterlegen, um an Milliarden-Kredite zu gelangen. Dazu zählen unter anderem das Gebäude...

DWN
Politik
Politik Corona-Virus stirbt bei 70 Grad innerhalb von fünf Minuten

Einem Bericht zufolge stirbt das Corona-Virus innerhalb von fünf Minuten bei einer Temperatur von 70 Grad. Bei der Reinigung von...

celtra_fin_Interscroller