Finanzen

Auf Deutschlands Stahlindustrie kommen Stellenstreichungen zu

Eine Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung zeichnet ein negatives Bild der Zukunft für die Stahlproduzenten.
24.10.2019 14:28
Aktualisiert: 24.10.2019 14:32
Lesezeit: 1 min
Auf Deutschlands Stahlindustrie kommen Stellenstreichungen zu
Blick in die Schmiede der Saarstahl AG in Völklingen im Jahr 2009. (Foto: dpa) Foto: Becker & Bredel

Die sinkende Industrieproduktion in Deutschland bedroht jetzt auch Arbeitsplätze in der deutschen Stahlindustrie. Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung rechnet wegen der schwachen Konjunktur in seinem am Donnerstag veröffentlichten «Stahlbericht» mit dem Abbau von rund 1500 der 90 000 Stellen in der Stahlproduktion.

Bisher hätten die Stahlproduzenten einen Beschäftigungsabbau noch durch kürzere Arbeitszeiten und die Hinnahme eines Produktivitätsrückgangs vermeiden können, heißt es in der Studie. Doch seien hier anscheinend die Grenzen des Möglichen erreicht. «Da die Stahlkonjunktur wohl ein weiteres Jahr schwach bleiben wird, werden die Unternehmen nicht um Beschäftigungsanpassungen herumkommen», prognostizierte der RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn.

Insgesamt dürfte die Rohstahlerzeugung in Deutschland dem «Stahlbericht» zufolge in diesem Jahr um 5,6 Prozent niedriger ausfallen als 2018. Hauptgrund dafür sei, dass die Nachfrage der industriellen Stahlverwender wegen der Industrierezession voraussichtlich um knapp 5 Prozent oder rund 1,8 Millionen Tonnen geringer ausfallen werde. Stützend wirke allein noch die gute Baukonjunktur.

Im September ging die Rohstahlerzeugung gegenüber einem bereits schwachen Vorjahresmonat um 4 Prozent zurück, bei den warmgewalzten Stahlerzeugnissen fiel der Rückgang sogar zweistellig aus, berichtet die Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Auch für das kommende Jahr ist der Bericht nicht sonderlich optimistisch. Die Walz- und Rohstahlerzeugung werde voraussichtlich auf dem Niveau von 2019 stagnieren. Auch die Kapazitätsauslastung werde auf dem im längerfristigen Vergleich niedrigen Niveau von rund 81 Prozent verharren.

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl lag die Rohstahlerzeugung in der Bundesrepublik im September mit knapp 3,4 Millionen Tonnen noch einmal um vier Prozent unter dem Vorjahresmonat. Bei warmgewalzten Stahlerzeugnissen verringerte sich die Produktion sogar um 10,7 Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Trumps Verrat wird weitergehen
22.10.2026

Trump nähert sich Putin an, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine ausweitet und nach Darstellung des Autors sogar die NATO...

DWN
Politik
Politik Heizkosten-Schock in Polen: Droht deutschen Haushalten ein ähnlich teurer Winter?
22.10.2026

In Polen warnen Wohnungsgenossenschaften ihre Bewohner bereits vor hohen Heizkosten. In einzelnen Fällen verschlingt die Wärmeversorgung...

DWN
Technologie
Technologie Fitness-Tracking im Alltag: Warum wir ständig unsere Daten kontrollieren und welche Risiken lauern
22.10.2026

Schritte, Schlaf, Kalorien oder Trinkmenge: Apps und Wearables machen den eigenen Alltag messbar wie nie zuvor. Für viele vermittelt das...

DWN
Politik
Politik Schufa-Score vor dem BGH: Wie transparent muss die Berechnung sein?
22.10.2026

Der Schufa-Score kann darüber entscheiden, ob Verbraucher einen Kredit bekommen oder auf Rechnung einkaufen dürfen. Doch wie der wichtige...

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
22.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien erhalten Auftrieb nach positivem Auftakt der Berichtssaison
21.10.2026

Neue Rekordhochs und überraschende Bilanzen: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die US-Märkte aktuell beflügeln.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...

DWN
Finanzen
Finanzen Analyse: Bei der Luxusaktie zeichnet sich eine Wende ab
21.10.2026

Nach mehreren Jahren schwacher Verkäufe und sinkender Gewinne sind die Erwartungen an den Luxuskonzern deutlich zurückgegangen. Die...