Politik

Grüne Abgeordnete fordert Protestler auf, das Europäische Parlament zu besetzen

Die grüne EU-Abgeordnete Manon Aubry hat die Gruppe "Extinction Rebellion" dazu aufgefordert, das Europäische Parlament zu besetzen.
06.11.2019 14:00
Lesezeit: 1 min

Der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, hat der Ko-Vorsitzenden der linken GUE/NGL-Fraktion, Manon Aubry, mit Sanktionen wegen eines Tweets gedroht, in dem sie die grüne Aktivistengruppe "Extinction Rebellion" ermutigt hatte, das Europäische Parlament zu stürmen, um es zu besetzen.

Als Reaktion warf Aubry Sassoli am 5. November 2019 vor, die Meinungsfreiheit der Abgeordneten zu untergraben. In dem Video, das im vergangenen Monat auf Aubrys YouTube- und Twitter-Konten veröffentlicht wurde, schlug die französische Europaabgeordnete vor, dass die Aktivisten der Extinction Rebellion einen Teil des Parlaments besetzen könnten. Die im Vereinigten Königreich gegründete Gruppe ist bekannt für ihre jüngsten Aktionen des zivilen Ungehorsams in den europäischen Hauptstädten, wie etwa die Sperrung von Hauptstraßen in London oder Paris.

“Das Ziel war nicht, Kontroversen zu erzeugen, sondern die Nutzung des zivilen Ungehorsams als Mittel, um dringend Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern”, sagte Aubry dem EU Observer.

Doch gleich nachdem Aubry ihr Video veröffentlicht hatte, schickte Sassoli ihr einen Brief, in dem er ihr mitteilte, dass ihr Tweet nicht den internen Regeln der Institution entspreche und sie möglicherweise Sanktionen für ihre Handlungen erfahren könnte.

Nach Angaben von Aubry hat ihr Tweet keine Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments verletzt, da das Video die Klimaaktivisten angeblich nicht dazu ermutige, die laufenden parlamentarischen Verfahren, die Sicherheit oder das ordnungsgemäße Funktionieren der Institution zu gefährden. Selbst wenn diese Aktivisten friedlich im Europäischen Parlament sitzen würden, was nicht geschehen wäre, würde ihre Aktion wahrscheinlich nicht die Funktionsweise des Parlaments beeinträchtigen, schrieb sie in dem an Sassoli gerichteten Brief.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street im Aufwind durch nachlassende Iran-Spannungen und schwächere Inflationsdaten
14.04.2026

Überraschende Entwicklungen abseits des Handelsparketts sorgen für neuen Schwung an den Finanzmärkten. Erfahren Sie, welche Faktoren die...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Erhöhung finanziert Entlastungsprämie 2026: Doch nicht nur Raucher gehen bei der Ausgleichprämie leer aus
14.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt: Bau-Reform mit einem erweitertem Vorkaufsrecht der Kommunen für Grundstücke geplant
14.04.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Baurechts, das den Kommunen deutlich mehr Eingriffsmöglichkeiten als bisher auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anthropic-Manager Guillaume Princen über den Wettbewerb mit OpenAI und den Konflikt mit Trump
14.04.2026

Der Wettbewerb im KI-Markt spitzt sich zu: Anthropic, das Unternehmen hinter dem populären KI-Assistenten Claude, fordert den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Debatte um den Bitcoin-Erfinder: Steckt Adam Back hinter Satoshi Nakamoto?
14.04.2026

Die Debatte um die Identität des Bitcoin-Erfinders gewinnt neue Dynamik, nachdem eine umfassende Recherche einen konkreten Namen in den...

DWN
Politik
Politik Debatte um EU-Wettbewerbsfonds: Milliarden für Schlüsselindustrien geplant
14.04.2026

Die EU plant mit dem EU-Wettbewerbsfonds einen milliardenschweren Fonds, um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu...

DWN
Politik
Politik Teuer und ineffizient: CDU-Generalsekretär Linnemann will Krankenkassen streichen
14.04.2026

CDU-Generalsekretär Linnemann fordert weniger Krankenkassen. Warum er weniger Kassen für ausreichend hält und welche Reformen er noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krankenstatistik im Unternehmen: Wie Sie Fehlzeiten auswerten – mit und ohne Software
14.04.2026

Fehlzeiten sind eine betriebswirtschaftliche Größe und keine bloße HR-Kennzahl. Wer Fehlzeiten korrekt definiert, strukturell auswertet...