Wirtschaft

Kalifornien setzt neue Genehmigungen für Fracking aus

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat Neugenehmigungen für die Fracking-Industrie ausgesetzt. Der Energiekonzern Chevron ist nicht begeistert.
23.11.2019 09:17
Aktualisiert: 23.11.2019 09:17
Lesezeit: 1 min
Kalifornien setzt neue Genehmigungen für Fracking aus
Der Fracking-Boom hatte die USA zum größten Energieproduzenten weltweit aufsteigen lassen. (Foto: dpa) Foto: epa Larry W. Smith

Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hat der heimischen Fracking-Industrie einen Schlag versetzt, indem er ein vorübergehendes Moratorium für neue Fracking-Genehmigungen im Bundesstaat Kalifornien erlassen hat. Ob die Fracking-Genehmigungen erneut erteilt werden, hänge davon ab, wie ein wissenschaftliches Gutachten ausfällt. Das Gutachten wird derzeit vom Lawrence Livermore National Laboratory und vom Sandia National Laboratory erstellt.

Die Maßnahme von Newsom umfasst auch Ölbohrungen mit Dampfeinspritzung, da zu Beginn des Jahres bei einem Unfall am Standort Kern County mehr als 1,3 Millionen Gallonen Öl und Wasser ausgeflossen waren. Der Betreiber Chevron musste daraufhin eine Strafzahlung in Höhe von 2,7 Millionen US-Dollar bezahlen.

Gouverneur Newsom verbindet die Maßnahmen auch mit einer umfassenderen Abkehr vom Öl im Allgemeinen. “Dies sind die notwendigen Schritte, um die Überwachung der Öl- und Gasförderung zu stärken, während wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden und uns auf saubere Energiequellen konzentrieren”, zitiert die Los Angeles Times Newsom. Chevron-Chef Mike Wirth ist nicht begeistert von Newsoms Vorstoß. “Die Richtlinien in Kalifornien sind in vielen Geschäftsbereichen ziemlich restriktiv geworden, nicht nur in Bezug auf die Umwelt”, zitiert Bloomberg Wirth. Als positives Gegenbeispiel zu Kalifornien nennt der Chevron-Chef Texas.

Eine Umfrage des Public Policy Institute of California aus dem Jahr 2016 ergab, dass die meisten Wähler des Staates gegen Fracking sind. Eine große Mehrheit befürwortete auch strengere Emissionsgrenzwerte für Kraftwerke, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dennoch gibt es in Kalifornien 26 Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, und die Ölindustrie unterstützt nach Angaben der Western States Petroleum Association knapp 368.000 Arbeiter im Bundesstaat.

Nach Angaben des kalifornischen Naturschutzministeriums gibt es in dem Bundesstaat rund 72.000 Ölquellen, welche im vergangenen Jahr 165,3 Millionen Barrel Öl aus Onshore- und Offshore-Anlagen gefördert hatten. Kalifornien verbrauchte 2017 mit 366 Millionen Barrel auch mehr Benzin als jeder andere Bundesstaat der USA, so die US-amerikanische Energy Information Administration.

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