Finanzen

Flucht in den Dollar: Syriens Währung fällt auf Rekord-Tief

Der Kurs der syrischen Lira ist Anfang der Woche auf ein neues historisches Tief gesunken. Hintergrund ist nicht zuletzt die Krise im Nachbarland Libanon.
05.12.2019 15:00
Lesezeit: 1 min
Flucht in den Dollar: Syriens Währung fällt auf Rekord-Tief
Ein Bankkunde hebt in der libanesischen Hauptstadt Beirut Geld ab. (Foto: dpa) Foto: Bilal Hussein

Am Montag waren Syrer zu den Banken des Landes geeilt, um ihre syrische Lira in US-Dollar einzutauschen, was die Kurse der syrischen Landeswährung zum US-Dollar auf neue historische Tiefstände fallen ließ, sagten zwei anonyme Händler und ein Banker gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die syrische Lira, die vor Ausbruch des Stellvertreterkrieges im Land vor fast neun Jahren noch im Verhältnis 47 Lira pro Dollar gehandelt worden war, sank am Montag vorübergehend auf 950 Lira pro Dollar. Das entsprach einem Verlust um 25 Prozent innerhalb weniger Tage, vergangene Woche lag der Dollarkurs noch bei 765 Lira.

Das syrische Pfund hat sich zum Mittwoch aber wieder deutlich verbessert, berichtete Al-Watan am Mittwochmorgen. Demnach stieg die syrische Lira innerhalb von 24 Stunden um mehr als 15 Prozent und erreichte 850 Lira pro Dollar. Dem Bericht zufolge waren am Dienstag eine Vielzahl von wirtschaftlichen und kommerziellen Aktivitäten und Geschäften geschlossen, bis sich der Wechselkurs wieder stabilisierte.

Der Fall der syrischen Lira hatte sich seit Mitte Oktober beschleunigt, als sich die Wirtschaftskrise des Libanon inmitten einer Welle von Protesten gegen die Regierung verschärfte. "Es sind Panikkäufe", sagte Yusef Hamada, ein in Damaskus ansässiger Händler, per Telefon zu Reuters.

Das syrische Pfund stand bereits vor Beginn der libanesischen Krise unter Druck und spiegelte die tiefen wirtschaftlichen Probleme Syriens wider, die durch einen Krieg verschärft wurden, der große Teile des Landes verwüstete. Solange der Stellvertreterkrieg andauert, ist Syrien vom Libanon abhängig, um den Betrieb von Wirtschaft und Handel aufrechtzuerhalten. Aber strenge Kontrollen bei Abhebungen von harten Währungen und Transfers durch die libanesischen Banken, wo die syrischen Bürger große Ersparnisse einlagern, haben den Fluss von Fremdwährungen erstickt, sagen Banker.

Viele Syrer haben die Lira fast aufgegeben und verwenden stattdessen Dollar für ihre alltäglichen Transaktionen. Zudem horten sie die harte Währung, um ihre Ersparnisse zu schützen. Der Zerfall der syrischen Währung hat die Inflation in die Höhe getrieben und die Not im Land verschärft, da die Syrer Probleme dabei haben, sich grundlegende Dinge wie Nahrung und Strom zu leisten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Ergebnisse der Tech-Giganten: Meta plant KI-Investitionen von bis zu 135 Milliarden Dollar
28.01.2026

Die Technologiegiganten Meta, Microsoft und Tesla übertrafen die Erwartungen der Analysten, insbesondere im Hinblick auf den Wettlauf um...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: US-Börsen blieben nach Zentralbankentscheidung stabil
28.01.2026

Die erwartete Entscheidung der US-Notenbank, die Zinssätze stabil zu halten, ließ die Märkte auf klarere Hinweise bezüglich künftiger...

DWN
Politik
Politik Energieprojekt Bornholm: Dänemark und Deutschland einigen sich auf gemeinsame Finanzierung
28.01.2026

Deutschland und Dänemark rücken bei einem zentralen Energieprojekt enger zusammen. Welche wirtschaftlichen und strategischen Folgen hat...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Trump treibt Gold-Rallye weiter an – sind bald schon 6.000 Dollar möglich?
28.01.2026

Der Goldmarkt erlebt derzeit eine historische Ausnahmesituation: Ein neues Goldpreis-Rekordhoch folgt dem nächsten. Trumps...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Puma unter chinesischem Großaktionär: Welche europäischen Sportmarken unabhängig bleiben
28.01.2026

Der Einstieg eines chinesischen Großaktionärs bei Puma rückt die Eigentümerstrukturen europäischer Sportmarken in den Fokus. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Verdacht auf Geldwäsche: BKA durchsucht Deutsche Bank
28.01.2026

Erneut Ärger wegen möglicher Geldwäsche: Justiz und BKA sichern Beweise bei der Deutschen Bank. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang...

DWN
Politik
Politik Haseloff-Nachfolger: Schulze neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
28.01.2026

Nach 15 Jahren Reiner Haseloff übernimmt Sven Schulze das Amt des Regierungschefs in Sachsen-Anhalt – und muss gleich gegen einen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau: Amazon streicht weltweit 16.000 Arbeitsplätze
28.01.2026

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon baut erneut Tausende Stellen ab. Was hinter den Entlassungen steckt und wie der Konzern auf die...