Technologie

Ford: Rote E-Autos haben besonders große Reichweite

Ford entwickelt einen Batterie-angetriebenen Mini-Bus, bei dem der Wechsel der Innenraum-Beleuchtung zur Steigerung der Reichweite beiträgt.
26.12.2019 11:10
Aktualisiert: 26.12.2019 11:10
Lesezeit: 1 min
Ford: Rote E-Autos haben besonders große Reichweite
Ein roter Ford Mustang mit Elektro-Antrieb. (Foto: dpa) Foto: Carlos Osorio

Beim Prototyp von Fords E-Mini-Bus „Ford Transit Smart Energy Concept“ wird der Farbton der Innenraum-Beleuchtung der dort jeweils herrschenden Temperatur angepasst. Das heißt, bei einer eher niedrigen Temperatur erscheint rotes Licht, bei einer eher hohen Temperatur blaues Licht. Das soll das Unterbewusstsein der Insassen beeinflussen: Rotes Licht suggeriert Wärme, blaues Licht Kälte. Das wiederum soll dazu führen, dass die Insassen darauf verzichten, die Heizung beziehungsweise die Klimaanlage hoch aufzudrehen.

Dazu schreibt Lioba Müller, Ingenieurin für den Bereich Fahrzeug-Architektur bei Ford Europa: „Farben haben einen vielfältigen Einfluss auf unsere Stimmung. Deshalb nutzen wir zu Testzwecken eine rote Beleuchtung, damit die Menschen ein buchstäblich wärmeres Gefühl verspüren, und eine blaue Beleuchtung für einen kühlenden Effekt.“

Die entsprechenden Versuche hat Ford im Klima-Windkanal seines Standortes in Köln durchgeführt. Die Insassen des Mini-Busses wurden jeweils einer Temperatur von null Grad (Wintertag) und einer anschließenden Beleuchtung mit rotem Licht sowie von 30 Grad (Sommertag) und einer anschließenden Beleuchtung durch blaues Licht ausgesetzt. Beides Mal verursachte das hinzugefügte Licht einen Unterschied: Das rote Licht ließ die Testpersonen die Kälte weniger spüren, das blaue Licht verringerte das Hitzegefühl.

In einer Presseerklärung von Ford heißt es zur weiteren Erklärung: „Elektrofahrzeuge – insbesondere, wenn es sich um Mini-Busse mit ihren vergleichsweise großen Fahrzeug-Innenräumen handelt – benötigen viel Energie, um das Cockpit zu beheizen beziehungsweise zu kühlen. Untersuchungen des ´National Renewable Energy Laboratory´ in den USA haben gezeigt, dass die Kühlung beziehungsweise die Beheizung eines batterie-elektrischen Fahrzeugs seine Reichweite um bis zu 50 Prozent reduzieren kann.“ Daher die Idee, die Insassen dazu zu bewegen, Kühlung beziehungsweise Beheizung auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren.

Die E-Mobilität kommt – sowohl in Deutschland als auch in der Mehrzahl der anderen großen Automärkte – nur langsam voran. Die mangelnde Reichweite ist eine der Hauptursachen dafür.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Das Thema Datenschutz ist als Verkaufsargument erneut in den Fokus gerückt

Nicht nur im Bankwesen oder in den sozialen Medien spielt der Datenschutz bei alltäglichen Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle. Auch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street feiert Comeback, da Sorgen um Waffenruhe durch Israel-Libanon-Gespräche gelindert wurden
09.04.2026

Nach anfänglichen Turbulenzen drehen die Kurse plötzlich ins Plus – was hinter der Erleichterung der Anleger steckt und welche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation steigt kurzfristig: IWF warnt vor Risiken für Märkte
09.04.2026

Der Iran-Krieg drückt auf das globale Wachstum und treibt die Preise. Selbst das optimistischste Szenario des IWF sieht jetzt eine...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe im Golf: Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt
09.04.2026

Die Waffenruhe im Golf sorgt weiterhin für Unsicherheit auf zentralen Handelsrouten und belastet Reedereien sowie Energiemärkte. Warum...

DWN
Politik
Politik 5 Prozent Inflation: Trotz Waffenstillstand droht erheblicher Kaufkraftverlust
09.04.2026

Es ist laut IEA die "schwerste fossile Energiekrise unserer Zeit" – und die Inflation zieht bereits spürbar an. Experten warnen vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Firmenpleiten auf höchstem Stand seit mehr als 20 Jahren
09.04.2026

Mehr als 4.500 Firmen meldeten im ersten Quartal Insolvenz an – so viele wie seit 2005 nicht mehr. Besonders stark betroffen sind...

DWN
Politik
Politik Nach Waffenruhe: Wie ist der Stand in der Straße von Hormus?
09.04.2026

Der Iran will Maut verlangen. Was ist erlaubt, und wer könnte die Passage sichern? Antworten auf zentrale Fragen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise fallen kaum: Ölpreis stürzt, Zapfsäule bremst
09.04.2026

Der Ölpreis bricht ein – doch an der Zapfsäule kommt davon kaum etwas an. Jetzt wächst der Druck auf Konzerne und Politik, die Preise...

DWN
Politik
Politik Streit um Rundfunkbeitrag: VGH prüft Programmvielfalt
09.04.2026

Neun Kläger vor dem VGH Baden-Württemberg weigern sich, den Rundfunkbeitrag zu zahlen. Sie bezweifeln die Ausgewogenheit der...