Deutschland

Wir haben es satt: Bundesweiter Bauern-Protest gegen Klimaschutz-Vorgaben

Tausende Bauern haben sich am Freitagmorgen nach Berlin und andere Großstädte aufgemacht, um gegen die strengen Klimaschutz-Regeln zu protestieren. Die Bauern fühlen sich in ihrer Existenz bedroht.
17.01.2020 09:52
Aktualisiert: 17.01.2020 09:52
Lesezeit: 1 min
Wir haben es satt: Bundesweiter Bauern-Protest gegen Klimaschutz-Vorgaben
Landwirte demonstrieren mit ihrenTraktoren gegen die Klimaschutz-Vorgaben. (Foto: dpa) Foto: Andreas Arnold

Die bundesweiten Bauernproteste mit mehreren hundert Traktoren zum Auftakt der Grünen Woche sind am Freitagmorgen angelaufen. Auf zahlreichen Bundesstraßen versammelten sich Treckerfahrer zu Sternfahrten nach Berlin und andere größere Städte. Pendler müssen sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Umfangreiche Aktionen der Landwirte zur Grünen Woche sind in Bayern, Niedersachsen, Bremen, Baden-Württemberg, Berlin und Hessen geplant.

Zu den Protesten aufgerufen hat die Bauern-Initiative “Land schafft Verbindung”. Die Landwirte demonstrieren für die Interessen der Agrarbetriebe und gegen aus ihrer Sicht zu harte Umweltschutzvorgaben. Für Samstag ist in Berlin zum zehnten Mal eine Demonstration der Initiative “Wir haben es satt!” geplant, an der sich Umwelt- und Tierschützer sowie Landwirte beteiligen wollen, meldet die dpa.

In Dresden sind seit etwa 5 Uhr rund 1.000 Traktoren in der Stadt unterwegs. Die Fahrer brachen von vier Sammelpunkten aus in Richtung der Staatskanzlei auf, wie die Polizei in der Landeshauptstadt mitteilte. In den Morgenstunden haben auch in Niedersachsen die Proteste begonnen - Traktoren sind auf dem Weg zu Demonstrationen in Hannover und Bremen. Allein zu der Kundgebung in Hannover werden mehr als 2.500 Landwirte mit ihren Fahrzeugen erwartet.

In Berlin sollen zum Auftakt der Agrar- und Verbrauchermesse Hunderte Traktoren durch die Hauptstadt rollen. Die Polizei erwartete wegen der mit 500 Treckern angemeldeten Sternfahrt ab den Morgenstunden Staus und am späten Vormittag große Behinderungen.

In Stuttgart sind 1000 Landwirte zu einer Sternfahrt angemeldet. In Nürnberg erwarten die Veranstalter bis zu 10.000 Teilnehmer. In Rheinhessen wollten sich nach Angaben der Organisatoren 1.000 bis 2.000 Fahrzeuge an einer Traktorenkette beteiligen. Proteste sind zudem in Kiel, Schwerin, Rostock, Magdeburg und Halle angekündigt.

Die Landwirte kritisieren unter anderem die geplante Verschärfung der Düngeverordnung. Der Protest richtet sich gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, das etwa ein staatliches Tierwohl-Label und ein Aktionsprogramm Insektenschutz mit Einschränkungen beim Pestizide-Einsatz vorsieht. Die Landwirtschaft dürfe nicht mehr länger billiger Rohstofflieferant der Lebensmittelindustrie sein.

Mehr zum Thema:

Nach CO2-Steuer: Kommt jetzt die die Tierwohl-Steuer?

Grüne und SPD setzen sich durch: Sondersteuer auf CO2 wird überraschend massiv angehoben

Verfassungsklage: Greta Thunberg-Anhänger wollen Deutschland zu mehr Klimaschutz zwingen

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Sandisk und Intel leiden unter Ausverkauf bei Chipaktien, während Händler weitere Inflationsdaten verarbeiten
15.07.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street bewegten und warum einige Schwergewichte trotz Marktdrucks kräftig...

DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...