Politik

Kontrollsystem offenbart große Lücken: Am Corona-Virus erkrankte Chinesin gelangt problemlos nach Frankreich

Eine am Corona-Virus erkrankte Chinesin konnte die Corona-Virus-Checkpoints an den Flughäfen in China überwinden, um nach Frankreich zu fliegen.
29.01.2020 11:00
Lesezeit: 2 min
Kontrollsystem offenbart große Lücken: Am Corona-Virus erkrankte Chinesin gelangt problemlos nach Frankreich
Die Proliferation des Corona-Virus am 28. Januar 2020. (John Hopkins CSSE)

In einem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Lokal in Lyon hat eine reiche Chinesin gespeist, die offenbar zugab, dass sie so sehr darauf aus war, “eine gute Mahlzeit” zu sich zu nehmen, dass sie die Coronavirus-Checks eines Flughafens betrog, um China zu verlassen.

Die Frau, die nur mit ihrem Nachnamen identifiziert wurde, schrieb in den sozialen Medien, dass sie Fieber und Husten hatte, als sie vom Flughafen Wuhan abflog. Wuhan ist die Stadt, in der das Corona-Virus ausgebrochen ist. “Kurz bevor ich ging, hatte ich niedriges Fieber und Husten. Ich hatte Todesangst und beeilte mich, [fiebersenkende] Medikamente zu mir zu nehmen. Ich habe meine Temperatur immer wieder überprüft. Zum Glück habe ich es geschafft, sie zu senken, und meine Abreise verlief reibungslos”, so die Betroffene.

Laut BBC sind ihre genauen Reisedaten nicht bekannt, obwohl bereits Wärmescanner am Flughafen installiert waren, um die Passagiere auf Anzeichen von Fieber zu untersuchen. Sie verließ die Stadt, lange bevor alle Züge und Flugzeuge aus der Stadt gestrichen wurden, um die Stadt unter Quarantäne zu stellen.

Als sie in Paris landete, postete sie ein Bild von einem Sandwich und einer Tasse Tee in einem EXKi-Café. (Im Großraum Paris gibt es fast zwei Dutzend EXKi-Standorte, darunter die Flughäfen Charles de Gaulle und Orly.) Von dort reiste sie nach Lyon, wo sie in einem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant aß.

Ihre Social Media-Posts wurden viral und die chinesische Botschaft in Paris begann, viele besorgte Telefonanrufe und E-Mails zu versenden. Ein Vertreter der Botschaft bestätigte gegenüber der BBC, dass sie Kontakt zu ihr aufnehmen könne, und wies sie an, “sich an medizinische Dienste zu wenden”. Sie veröffentlichte am vergangenen Donnerstag eine Erklärung, in der sie berichtete, dass sie kein Fieber oder Husten mehr habe und dass sie keine “weiteren Untersuchungen” benötige.

In China sollen mindestens 2.744 Menschen mit dem Virus infiziert worden sein, während 81 an der Krankheit gestorben sind. “Derzeit beschleunigt sich die Entwicklung der Epidemie. Ich fürchte, es wird noch einige Zeit dauern, und die Zahl der Fälle könnte steigen, zitiert Science Alert die chinesische Gesundheitsministerin Ma Xiaowei.

In Frankreich wurden bisher vier Personen registriert, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben, berichtet Le Figaro. Bei der Person handelt es sich um einen chinesischen Touristen, der sich auf der Intensivstation eines Pariser Krankenhauses befindet. Er kommt aus der Provinz Hubei und befindet sich in einem kritischen Zustand.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Raffinerien stoppen Exporte: Was passiert mit den Dieselpreisen in Europa?
02.10.2026

Der weltweite Dieselmarkt steht bereits massiv unter Druck. Nun drosseln chinesische Raffinerien ihre Exporte und konzentrieren sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Scandit stoppt Diebstahl an der Selbstbedienungskasse
02.10.2026

Selbstbedienungskassen sparen Personal, öffnen Händlern aber eine teure Schwachstelle: Kunden scannen Waren falsch oder gar nicht. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: VDMA verlangt Importverbote für Risikoprodukte aus China
02.10.2026

Deutschlands Maschinenbauer warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch Produkte, die europäische Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen....

DWN
Technologie
Technologie „Völliger Mist“: So fällt die Kritik an Europas Microsoft-Teams-Alternative aus
02.10.2026

Element Pro soll die Kommunikation sicherstellen, falls Microsoft Teams ausfällt. Die Europäische Kommission betreibt die Lösung auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KNDS zwischen Börse und Panzern: Investoren warten, Waffenaufträge wachsen
02.10.2026

Der Börsengang ist vorerst verschoben, die Auftragsbücher dagegen füllen sich weiter. Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bonuszahlungen: Wenn Boni aus dem Ruder laufen
02.10.2026

Bonusprogramme waren früher oft spontane Belohnungen, heute sind sie ein professionelles Steuerungsinstrument für Vorstände und...