Deutschland

Heute in Schloss Bellevue: Mario Draghi erhält das Bundesverdienstkreuz

Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, erhält heute das Bundesverdienstkreuz.
31.01.2020 09:00
Lesezeit: 1 min
Heute in Schloss Bellevue: Mario Draghi erhält das Bundesverdienstkreuz
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) besucht den damaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi (r), in der EZB-Zentrale in Frankfurt im September 2018. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll laut Medienberichten am heutigen Freitag in seinem Amtssitz „Schloss Bellevue“ in Berlin dem ehemaligen Präsidenten der EZB, Mario Draghi, das Bundesverdienstkreuz verleihen. Von offizieller Seite ist dies nicht bestätigt; die Namen der Ordensträgerinnen und Ordensträger werden in der Regel erst vier Monate nach der Verleihung bekannt gegeben.

„Bundesverdienstkreuz“ ist ein umgangssprachlicher Begriff für den „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“. Dieser wird seit 1951 laut Webseite des Bundespräsidenten an „in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich“.

Der 1947 in Rom geborene Mario Draghi war acht Jahre lang, von November 2011 bis Oktober 2019, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter anderem sorgte er in dieser Zeit mit seiner lockeren Geldpolitik für das Überleben zahlreicher italienischer überschuldeter Banken („bad banks“) sowie des italienischen Staates, der ohne die Aufkäufe seiner Anleihen durch die EZB zahlungsunfähig geworden wäre. Gleichzeitig sorgte der Doktor der Ökonomie dafür, dass (deutsche) Sparer für ihr Geld so gut wie keine Zinsen mehr bekommen, die Altersvorsorge vieler Menschen gefährdet ist sowie Mieten und Preise für Immobilien in die Höhe geschossen sind, weil Investoren immer mehr in Sachwerte flohen beziehungsweise immer noch fliehen.

Der Orden wird in acht Stufen verliehen; die unterste ist das „Verdienstkreuz am Bande“, die höchste die „Sonderstufe des Großkreuzes“. Welche Stufe Draghi erhält, ist nicht bekannt.

Auf der Webseite des Bundespräsidenten steht: „Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden.“ Draghi erhielt als EZB-Präsident ein Jahresgehalt von 390.000 Euro plus eine sechsstellige Summe als Zulage.

Seit der Einführung des Bundesverdienstkreuzes haben rund 257.000 Männer und Frauen dieses erhalten. Auf Ebay werden Bundesverdienstkreuze ab circa zehn Euro angeboten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...

DWN
Politik
Politik Subventionen für Europas Industrie: Deutschland und Frankreich uneins bei EU-Förderregeln
24.09.2026

Um der teuren Energie sowie dem Druck aus China und den USA zu trotzen, fordert die europäische Industrie staatliche Hilfen. Während...