Politik

Linksjugend provoziert bei Dresden-Gedenken

Bei den Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Dresden-Bombardements im Jahr 1945 ist es zum Eklat gekommen. Die Linksjugend Dresden skandierte: “Deutsche Täter*innen sind keine Opfer - Dresden, Deine Nazis haben es verdient.”
13.02.2020 13:53
Aktualisiert: 13.02.2020 13:53
Lesezeit: 1 min
 Linksjugend provoziert bei Dresden-Gedenken
Sachsen, Dresden: Rosen liegen auf dem Altmarkt an einer Gedenkstätte, die an die Opfer der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg vor 75 Jahren erinnern soll. (Foto: dpa) Foto: Robert Michael

Bis zum heutigen Abend sind zahlreiche offizielle Gedenkveranstaltungen für die schätzungsweise 25.000 Opfer der Dresden-Bombardierungen zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 geplant. Viele von ihnen sind auf dem Waldfriedhof in Reihengräbern und einem Aschegrab bestattet.

Die Linksjugend Dresden protestierte auf dem Friedhof mit einem Transparent “Deutsche Täter*innen sind keine Opfer - Dresden, Deine Nazis haben es verdient”. Mit Zwischenrufen und Parolen vom Band störten linke Demonstranten von Beginn an, lieferten sich laute Wortgefechte mit der Polizei, die einschritt, und überschatteten das bis dahin stille Gedenken, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

Die Linksjugend hatte zuvor auf ihrer Facebook-Seite mitgeteilt: “Am 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens will der Verein ,Denk mal Fort’ auf dem Dresdner Heidefriedhof die Namen von ca. 4000 identifizierten Toten vorlesen. Dabei wird es keine Differenzierung geben, ob die Toten Opfer der Nazis waren - oder zu den Täter*innen gehören. Eine derartige Gleichsetzung von Opfern und Täter*innen werden wir nicht unkommentiert lassen (...) Das Rondell auf dem Heidefriedhof wurde in den 60er Jahren fertig gestellt und ist nur ein Ausdruck des unsäglichen Opfermythos der Stadt. In der Mitte steht eine Opferschale welche von 14 Säulen umrangt wird: 7 Säulen mit den Namen von zerbombten Städten sowie von 7 Konzentrationslagern, wodurch Dresden unkommentiert in einer Reihe mit Auschwitz, weiteren Konzentrationslagern, sowie von Deutschland zerbombten Städten steht.”

Am Nachmittag wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet, der die Gedenkrede hält und sich dann zusammen mit dem Herzog von Kent, dem Cousin von Königin Elisabeth II., in die traditionelle Menschenkette einreiht. Mit der Aktion ehren sich die Dresdner auch gegen den Missbrauch des Gedenkens durch Rechtsextreme und andere Revisionisten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...

DWN
Politik
Politik Recht auf Reparatur: So sparen Sie künftig Geld bei Handy, Waschmaschine & Co.
25.03.2026

Schluss mit der Wegwerf-Kultur: Das neue „Recht auf Reparatur“ soll die Lebensdauer von Haushaltsgeräten und Smartphones deutlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BASF-Aktie: Mega-Werk in China eröffnet – Wachstumschance oder riskante Wette?
25.03.2026

Der Chemieriese BASF setzt voll auf Expansion: Mit der offiziellen Eröffnung des neuen Verbundstandorts in Zhanjiang nimmt der...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilien-Hammer 2026: Steigende Preise und Zins-Schock durch Iran-Krieg
25.03.2026

Immobilienkäufer stehen vor einer Doppelbelastung: Erstmals seit 2022 ziehen die Preise wieder an (+3,2 %), während der Iran-Krieg die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kalter Krieg um Energie: Risiko für die deutsche Wirtschaft – was Unternehmen jetzt ändern müssen
25.03.2026

Energie ist längst keine bloße Betriebskostenfrage mehr, sondern ein geopolitischer Machtfaktor. Wer jetzt nicht umdenkt, riskiert mehr...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückenwind für die Ryanair-Aktie: Konkurrenz unter massivem Kostendruck
25.03.2026

Die Ryanair-Aktie profitiert von einem klaren Kostenvorsprung und einer nahezu schuldenfreien Bilanz im europäischen Billigflugmarkt. Doch...

DWN
Politik
Politik Reformstau unter Merz: Wackelt Schwarz-Rot nach der SPD-Wahlschlappe?
25.03.2026

Nach bitteren Wahlniederlagen und bei trüber Wirtschaftslage wächst der Druck auf die Regierung in Berlin. Während Kanzler Friedrich...