Deutschland

Stahl-Produktion in Deutschland geht massiv zurück

Die Rohstahl-Produktion in Deutschland ist 2019 erheblich zurückgegangen.
15.02.2020 12:42
Lesezeit: 1 min
Stahl-Produktion in Deutschland geht massiv zurück
Flachband-Stahlrollen in der Verzinkerei der "ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH" in Eisenhüttenstadt. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Die Stahlproduktion in Deutschland geht weiter zurück. Wie die „Wirtschaftsvereinigung Stahl“ mitteilt, sank sie im Jahr 2019 gegenüber 2018 um 6,5 Prozent. 2018 war sie gegenüber 2017 um 2,0 Prozent gesunken. Insgesamt wurden letztes Jahr knapp 39,7 Millionen Tonnen produziert – das niedrigste Volumen seit 2009. Als Gründe für den Rückgang nennt die Wirtschaftsvereinigung Stahl zum einen „die schwache Konjunktur in wichtigen Verwender-Industrien aus dem verarbeitenden Gewerbe“, zum anderen den „hohen Importdruck, verschärft durch die Umleitungseffekte des US-amerikanischen Protektionismus“.

Den Deutschen Wirtschaftsnachrichten sprachen mit einem Stahl-Experten, der nicht genannt werden will. Er sagt, dass sich die deutsche Stahlproduktion im Jahr 2020 voraussichtlich nicht erholen werde. Gründe dafür seien:

  • Erstens die zu erwartende schwache Nachfrage seitens der inländischen Automobil- und Maschinenbau-Industrie.
  • Zweitens die mauen Aussichten im internationalen Handel, auf den das verarbeitende Gewerbe in Deutschland stark angewiesen ist.
  • Drittens der Umstand, dass selbst eine Erhöhung der Nachfrage, etwa aus lagerzyklischen Gründen, die deutsche Produktion wahrscheinlich nicht erhöhen, sondern stattdessen vor allem den „Importdruck anziehen lassen“ würde. 2019 haben ausländische Stahl-Hersteller ihre Quoten nämlich nicht ausgeschöpft – da diese jedoch auf 2020 übertragbar sind, wird bei starker Nachfrage eben auch die Importquote dementsprechend zunehmen.
  • Viertens der US-Protektionismus, der zu Umleitungseffekten führt – das heißt, der ausländische Stahl, der früher in die USA verkauft wurde, wird jetzt anderenorts angeboten, unter anderem auch in Deutschland.

Stahlproduktion in Deutschland 2019 (in Millionen Tonnen):

Rohstahl gesamt: 39,667 (-6,5 Prozent im Vergleich zu 2018)

Davon:

Oxygen-Stahl: 27,762 (-6,6 Prozent)

Elektro-Stahl: 11,905 (-6,3 Prozent)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Trumps Politik schwächt Dollar: US-Währung verliert an Einfluss weltweit
03.02.2026

Trumps Wirtschaftspolitik lässt den Dollar schwanken und bringt Anleger in Alarmbereitschaft. Die US-Währung hat seit seiner...

DWN
Politik
Politik Kevin Warsh als FED-Vorsitzender: Mehr Stabilität oder neue Unsicherheit?
03.02.2026

Die Nominierung von Kevin Warsh als Vorsitzenden der US-Notenbank verschiebt die Erwartungen an die künftige Geldpolitik und beeinflusst...

DWN
Panorama
Panorama Tanken in Deutschland: Spritpreise steigen wegen Rohöl und CO2-Preis
03.02.2026

Sprit wird teurer: Benziner und Diesel kosten im Januar deutlich mehr. Haupttreiber sind steigende Rohölpreise und die neue CO2-Abgabe.

DWN
Politik
Politik Nato-Generalsekretär Rutte zu Besuch in Kiew
03.02.2026

Russlands Angriffe auf die Ukraine treffen erneut die Energieinfrastruktur. Hunderttausende Menschen stehen ohne Heizung und Strom da....

DWN
Finanzen
Finanzen Zalando-Aktie bricht ein: TikTok-Konkurrenz verunsichert Anleger
03.02.2026

Ein einziger Analystenkommentar reicht – und schon rauscht die Zalando-Aktie in den Keller. Die Anleger fürchten, dass globale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilzeit boomt: Wie Unternehmen, Branchen und Demografie die Quote treiben
03.02.2026

Das Angebot an Teilzeitjobs wächst seit Jahren, damit auch die Anzahl an Beschäftigen in Teilzeit – freiwillig oder nicht. Warum die...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Aktie sackt ab: Anleger von PayPal-Quartalszahlen geschockt – was jetzt droht
03.02.2026

Die PayPal-Aktie erlebt einen dramatischen Absturz nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem überraschenden Chefwechsel. Die Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entscheidungsautonomie: Warum Führungskräfte entscheiden dürfen, aber nichts bewirken
03.02.2026

Flache Hierarchien, Vertrauen und Agilität gelten als neue Leitbilder moderner Unternehmensführung. Doch hinter der Fassade...