Deutschland

Killer tötet SEK-Beamten bei Wohnungsdurchsuchung

In Gelsenkirchen wurde ein SEK-Beamter aus Münster bei einer Wohnungsdurchsuchung getötet. In der Wohnung des Todesschützen wurden “ein scharfer Revolver, mehrere Luftgewehre und Messer, eine Paintball-Handgranate sowie selbstgebaute Pyrotechnik sichergestellt”.
29.04.2020 13:39
Aktualisiert: 29.04.2020 13:39
Lesezeit: 2 min
Killer tötet SEK-Beamten bei Wohnungsdurchsuchung
Ermittler der Polizei am Tatort. (Foto: dpa) Foto: Bernd Thissen

Die Polizei NRW Gelsenkirchen teilt über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: “Bei einem Polizeieinsatz in Gelsenkirchen-Buer am heutigen Morgen, 29. April 2020, gegen 6 Uhr ist ein 28 Jahre alter SEK-Beamter bei einer Durchsuchungsmaßnahme von einem 29 Jahre alten Gelsenkirchener angeschossen und schwer verletzt worden. Etwa eine Stunde später ist der Beamte in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der Tatverdächtige ist festgenommen. Wir trauern mit der Familie des Kollegen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Es wird nachberichtet.”

Der Beamte soll zum SEK Münster gehört haben. Bei dem Todesschützen handelt es sich um Thomas K. (29). Der Westen berichtet, dass K. ein Drogendealer ist.

“In der Wohnung selbst wurden Marihuana im Wert von etwa 1.000 Euro, weitere Drogen wie Kokain in geringeren Mengen, eine größere Menge Bargeld, ein scharfer Revolver, mehrere Luftgewehre und Messer, eine Paintball-Handgranate sowie selbstgebaute Pyrotechnik sichergestellt”, so das Blatt. Eine Anwohnerin wörtlich: “Er war immer sehr nett und hilfsbereit. Er hat viel an Autos rumgebastelt und mir neulich noch mit dem Anlasser geholfen. Er hat auch ab und zu auf meinen Hund aufgepasst. Dass er aber harte Drogen nahm und mit ihnen gehandelt haben soll, ist mir neu. Ich bin sehr schockiert, das alles hätte ich Thomas nie zugetraut.”

“Nach Informationen der Bild habe der Mann beim Eintreffen der Einsatzkräfte ,mindestens zwei Schüsse’ durch die geöffnete Tür abgefeuert. Einer der Schüsse soll einen Beamten, vermutlich durch die Armöffnung der Schutzweste tödlich in den Brustkorb getroffen haben. Das SEK erwiderte das Feuer, wobei keiner der Schüsse traf. Der angeschossene Polizist wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und erlag diesen eine Stunde später”, so Ruhr24.

Die dpa meldet: “Was die Drogenfahnder dem 29-jährigen Gelsenkirchener genau vorwerfen, dazu machten die Behörden zunächst keine Angaben. Nur so viel: Bis dahin sei der Mann der Polizei nicht bekannt gewesen. Nun wird nicht nur wegen Drogenbesitzes und -handels gegen den Gelsenkirchener ermittelt, sondern auch wegen der Tötung eines Polizisten (...) Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) sollen die Schüsse beim Öffnen der Wohnungstür gefallen und durch das Türblatt gegangen sein. Einer verfehlte die Truppe, ein anderer traf den jungen Kollegen, wie Grauwinkel berichtete. Die angegriffenen Polizisten hätten das Feuer erwidert, aber den Tatverdächtigen nicht getroffen.

Ruhr24 zitiert den Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski: “Ich bin erschüttert über den Tod des Polizeibeamten. Das Leben eines jungen Menschen wurde ausgelöscht, der nichts anderes tat, als seiner Pflicht zu folgen. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Es ist schwer zu begreifen, dass jemand morgens das Haus verlässt, um seiner Arbeit nachzugehen und dann nie mehr zurückkehren wird.”

“Der Tod dieses jungen Mannes führt uns schmerzhaft vor Augen, welches Risiko die Polizistinnen und Polizisten in unserem Land jeden Tag eingehen, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Ihr Beruf ist lebensgefährlich, das wissen wir. Umso erschreckender und gnadenloser trifft uns der Tod dieses Kollegen. Heute stehen alle Beschäftigten der Polizei Nordrhein-Westfalens in Trauer vereint als Polizeifamilie zusammen”, so NRW-Innenminister Herbert Reul.

Polizeibeamte sind insbesondere im Vorfeld der Demonstrationen, die zum 1. Mai stattfinden sollen, hoch gefährdet. So haben Linksextremisten auf der Webseite Indymedia ein Fahndungsplakat mit Polizeibeamten veröffentlicht. Fahndungsplakate mit Polizisten wurden auch auf Wänden, Hauseingängen und an einer Litfaßsäule in Berlin gefunden. Doch der Gesetzgeber bleibt untätig.

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