Finanzen

Insider: EZB prüft Aufkauf von Firmenanleihen mit Ramschstatus

In der Europäischen Zentralbank beginnt die Diskussion um den Aufkauf von hochriskanten Firmenanleihen.
08.05.2020 14:43
Lesezeit: 1 min
Insider: EZB prüft Aufkauf von Firmenanleihen mit Ramschstatus
Eine Frau verschießt in einer pinken Kulisse aus einer goldenen Pistole Geldscheine im «Supercandy Pop-Up»-Museum in Köln. (Foto: dpa) Foto: Rolf Vennenbernd

Experten der EZB prüfen angesichts der Virus-Krise namentlich nicht genannten Insidern zufolge auch den Ankauf von Unternehmensanleihen mit Ramschstatus durch die Euro-Notenbank. Interne Fachleute seien beauftragt worden, die Vor- und Nachteile eines solchen Schritts auszuloten, sagten vier mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem Erwerb von derartigen Firmenbonds würde die EZB die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen erleichtern, die besonders schwer von der Viruskrise getroffen wurden. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

Unternehmensanleihen, die nicht das Gütesiegel "Investmentgrade" besitzen und damit als ausfallgefährdet gelten, sind bislang von den Anleihenkaufprogrammen ausgeschlossen. Denn mit dem Erwerb solcher Papiere würde sich die Notenbank dem Risiko aussetzen, Verluste bei den Titeln einzufahren, sollten Unternehmen im Zuge der Virus-Krise zahlungsunfähig werden.

Den Insidern zufolge muss noch eine Reihe von Währungshütern von der Idee überzeugt werden. Es könne aber womöglich eine Mehrheit für ein solches Vorgehen gefunden werden. Den Insidern zufolge wurde bislang noch kein konkreter Vorschlag gemacht. Das Thema sei weiterhin offen, hieß es. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte im vergangenen Monat entschieden, auch hochverzinsliche Schuldenpapiere zu erwerben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Folge der Zerstörung: Saudis liefern kein Öl mehr nach Europa
22.09.2026

Saudi Aramco liefert im Oktober kein Öl an europäische Partner. Huthi-Angriffe auf eine wichtige Pipeline haben die Versorgung des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Zölle treiben Stahlkunden zurück nach Europa
22.09.2026

Nachdem die EU die Bedingungen für Stahlimporte verschärft hat, hat sie einen Teil der Kunden zu europäischen Herstellern...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Tesla FSD im Test: Wenn das Auto versteht, was um es herum geschieht
22.09.2026

Tesla bringt sein Full-Self-Driving-System nach Europa und zeigt auf einer Testfahrt, wie weit automatisiertes Fahren inzwischen ist. Der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
21.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien steigen kräftig, während die Ölpreise sinken
21.09.2026

Ein ereignisreicher Handelstag bringt überraschende Bewegungen in die globalen Finanzmärkte.

DWN
Politik
Politik Blackrock-Vize: Europa braucht vier Schlüssel gegen die USA-Abhängigkeit
21.09.2026

Philipp Hildebrand, Vizechef von Blackrock und früherer Schweizer Notenbankchef, sieht in der KI-Entwicklung eine historische Chance. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nestlé Russland: Kreml übernimmt Kontrolle über deutsche Beteiligungen
21.09.2026

Putin greift erneut auf das Vermögen eines westlichen Großkonzerns zu. Diesmal trifft es Nestlé und auch Beteiligungen der Nestlé...