Politik

Schwerer Wirbelsturm in Indien macht Millionen obdachlos

Der Wirbelsturm «Amphan» hat in Indien und Bangladesch eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Millionen müssen ihre Häuser verlassen.
21.05.2020 21:12
Lesezeit: 1 min
Schwerer Wirbelsturm in Indien macht Millionen obdachlos
20.05.2020, Bangladesch, Bagerhat: Der Zyklons «Amphan» tirfft ein. Ein starker Wirbelsturm blies nach weiteren heftigen Regenfällen und starken Winden an die Küstenregionen Indiens und Bangladeschs nachdem mehr als 2,6 Millionen Menschen evakuiert worden sind. (Foto: dpa) Foto: -

Mehr als 80 Menschen sterben, Tausende Häuser werden dem Erdboden gleich gemacht: Das ist die erste Bilanz von Wirbelsturm «Amphan», der mit viel Wind, Regen und Gewitter über Indien und Bangladesch hinweggefegt ist. In der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Kolkata wurde der Flughafen überflutet, Strom und Telekommunikation in Teilen der Metropole im Nordosten Indiens fielen aus. Besonders vom Wirbelsturm betroffen war der Bundesstaat Westbengalen mit mindestens 72 Toten.

Die zuständige Regierungschefin sagte, dass die Naturkatastrophe ihr Gebiet stärker treffe als Corona und es wohl drei, vier Tage brauche, um das ganze Ausmaß der Schäden abzuschätzen. Ein Mann, der in der Nähe des Ortes lebte, an dem der Sturm am Mittwoch mit 185 Kilometern pro Stunde auf Land traf, sagte dem Fernsehsender NDTV: «Viele Gebiete sind verwüstet und es gibt keine Wasserversorgung. In unserem Dorf hat dieser schreckliche Sturm alles platt gemacht.» Eine Bewohnerin der Stadt Kolkata sagte: «Unsere Fenster haben gerüttelt und unser Haus hat sich wegen des Sturms bewegt. Ich habe sowas noch nie erlebt.»

In beiden Ländern wurden vor dem Eintreffen des Sturms mehr als drei Millionen Menschen in Notunterkünfte gebracht. Indien und Bangladesch haben viel Erfahrung mit starken Wirbelstürmen, die im Golf von Bengalen immer wieder vorkommen. Betroffen ist auch eine Region, die einer der letzten großen Lebensräume freilebender und gefährdeter Bengal-Tiger ist.

Bei einem großen Zyklon im Jahr 1999 starben knapp 10 000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den vergangenen Jahren generell kleiner, da die beiden Länder inzwischen gute Notunterkünfte gebaut und Evakuierungspläne entworfen haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Inflation und Deflation zugleich - Wohin steuert das Finanzsystem?

Die wirtschaftlichen Signale aus den USA, China und Europa werden widersprüchlicher. Während der Preisdruck nachlässt, verliert der...

DWN
Politik
Politik Wirtschaft: Russlands Kriegswirtschaft bringt den zivilen Sektor an seine Grenzen
14.08.2026

Russland steckt immer mehr Geld, Arbeitskräfte und Kredite in den Krieg, während der zivile Teil der Wirtschaft zurückfällt. Hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Insolvenzen bei Firmen sinken erstmals seit Februar
14.08.2026

Deutschlands Pleitewelle zeigt erstmals seit Monaten ein kleines Zeichen der Entspannung. Doch hinter dem Rückgang im Mai verbirgt sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Talanx-Aktie: Versicherer hebt nach Rekordgewinn im ersten Halbjahr Gewinnprognose an
14.08.2026

Nach dem ersten Halbjahr setzt Talanx die Messlatte höher: Der Gewinn erreicht einen Rekord, auch weil die Belastung durch Großschäden...

DWN
Politik
Politik AfD vor Wahlsieg in Sachsen-Anhalt? So bereitet sich der Bundesrat darauf vor
14.08.2026

Die AfD führt die Umfragen in Sachsen-Anhalt deutlich vor der CDU an. Sollte sie erstmals einen Ministerpräsidenten stellen, würde das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stellenabbau: Autoindustrie streicht so viele Jobs wie nie
14.08.2026

Deutschlands Autoindustrie galt lange als verlässlicher Beschäftigungsmotor. Doch inzwischen geraten Hersteller und Zulieferer immer...

DWN
Politik
Politik Wirtschaftsministerin Reiche sieht Positives bei Reformplänen für Emissionshandel
14.08.2026

Der europäische Emissionshandel soll reformiert werden. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erkennt in den Vorschlägen aus Brüssel...

DWN
Politik
Politik Luftalarm in Lettland: Eurofighter greifen ein und schießen Drohne ab
14.08.2026

Mitten in der Nacht wird über Lettland eine ausländische Drohne entdeckt und schließlich abgeschossen. Der Vorfall reiht sich in eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (08/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
14.08.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...