Politik

Libyen: Russische Söldner ziehen sich zurück

Russische Söldner der Wagner Group sollen sich aus der Nähe der libyschen Hauptstadt Tripolis zurückgezogen haben. Unklar ist, ob die Geheimverhandlungen zwischen Moskau, Ankara und Washington, die zuvor geführt wurden, eine Rolle dabei spielen.
24.05.2020 19:44
Aktualisiert: 24.05.2020 19:44
Lesezeit: 1 min
Libyen: Russische Söldner ziehen sich zurück
17.02.2020, Libyen, Tripolis: Ein Soldat der international anerkannten Regierung (GNA) geht vor Scharfschützen in Deckung. (Foto: dpa) Foto: Amru Salahuddien

"Russische Söldner der Wagner Group haben am Sonntag die libysche Stadt Bani Walid an Bord von drei Flugzeugen verlassen, nachdem sie sich aus dem südlichen Gebiet von Tripolis zurückgezogen hatten. Dies erklärte der Bürgermeister von Bani Walid, Salim Nuweir, gegenüber dem Sender Libya al Ahrar. Bani Walid liegt etwa 170 Kilometer südöstlich von Tripolis und etwa 90 Kilometer südöstlich von Tarhuna", teilt die italienische Nachrichtenagentur Agenzia Nova mit.

Nuweir erklärte, dass zuvor "Luftverteidigungssysteme aus Tarhuna in Bani Walid eingetroffen waren, um die Söldner zu schützen". Anschließend hätten die Stammesführer von Bani Walid den Wagner-Söldnern und Kämpfern des Söldner-Generals Chalifa Haftar ein Ultimatum gestellt, damit alle Söldner abziehen.

Türkische Drohnen sollen in den vergangenen Tagen zahlreiche Luftabwehrsysteme des libyschen Söldner-Generals Haftar zerstört haben. Einem Bericht zufolge sollen sich anschließend Vertreter der USA, Russlands und der Türkei zu einem Geheimtreffen auf Malta eingefunden haben, um Verhandlungen über die Aufteilung des "libyschen Kuchens" zu führen.

Eine zentrale Rolle im libyschen Machtkampf spielen weiterhin die Ölvorkommen des Mittelmeerlandes. Die Söldner um General Haftar blockieren Ölfelder und -häfen, obwohl die UN sie zur Aufgabe dieser Taktik aufgefordert haben, so Reuters. Doch bevor die Söldner das lukrative Geschäft mit dem Rohstoff wieder freigeben, wollen sie stärker an den Einnahmen beteiligt werden. Das müsse die internationale Gemeinschaft erkennen, sagt Sanussi al-Swai, Chef einer Stammesgemeinschaft, die rund um Ölanlagen ansässig ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

DWN
Politik
Politik Grundrechte in Gefahr? BND-Reform sieht weitgehende Befugnisse vor und sorgt für Streit
24.09.2026

Eine geplante Gesetzreform zur Stärkung von BND und Verfassungsschutz heizt die politische Debatte in Berlin an. Während Koalition und...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Michael: Soll ich die Vonovia-Aktie kaufen, wenn die Politik mit der Enteignung von Wohnungen droht?
24.09.2026

Die Vonovia-Aktie bietet einen schönen Abschlag auf den Vermögenswert und eine Dividendenrendite von sieben Prozent. Doch ist jetzt der...

DWN
Technologie
Technologie Elektroautos überflügeln in Europa reine Verbrenner
24.09.2026

Im August stieg ihr Anteil auf deutlich mehr als ein Viertel. Doch ohne Subventionen könnte der Boom schnell nachlassen, warnen Experten....

DWN
Politik
Politik Trump-Xi-Gipfel: Warum Trump China jetzt nicht provozieren kann
24.09.2026

Donald Trump empfängt Xi Jinping mit allem Pomp, den Washington zu bieten hat. Doch sechs Wochen vor den Zwischenwahlen kann sich der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft wächst wieder: Institute verdoppeln Prognose
24.09.2026

Die deutsche Wirtschaft kommt wieder in Bewegung: Führende Institute verdoppeln ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Doch hohe...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Gründer starten neues Unternehmen
24.09.2026

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci bauen neben dem Mainzer Pharmakonzern ein neues Unternehmen auf. Mit Arife wollen sie...

DWN
Immobilien
Immobilien Vonovia bietet Soldaten neuen Wohnraum
24.09.2026

Die Bundeswehr wächst, doch in einigen Städten fehlt es schon heute an passenden Wohnungen für Soldaten. Vonovia bietet nun eine...

DWN
Politik
Politik Grönland-Abkommen mit Trump: Eine Frage bleibt offen
24.09.2026

Wir waren in New York dabei, an einem historischen Tag für Dänemark. Als die Erleichterung einsetzte, kam jedoch auch eine Erkenntnis...