Politik

Frankreich ist dran: Anti-Rassismus-Proteste in Paris, Polizei setzt Tränengas ein

In Paris haben Tausende von Menschen am Dienstagabend gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Der Protest in Paris war von der Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Adama Traoré organisiert worden.
02.06.2020 23:31
Lesezeit: 1 min
Frankreich ist dran: Anti-Rassismus-Proteste in Paris, Polizei setzt Tränengas ein
02.06.2020, Frankreich, Paris: Demonstranten knien nieder und reagieren vor einer brennenden Barrikade. (Foto: dpa) Foto: Michel Euler

In mehreren französischen Städten haben Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In Paris protestierten am Dienstagabend mehrere Tausend Menschen trotz eines coronabedingten Versammlungsverbots vor einem Gerichtsgebäude im Norden der Stadt. Die überwiegend jungen Demonstranten riefen bei der Anti-Rassismus-Kundgebung als Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA Slogans der „Black Lives Matter“-Bewegung. Auch in Lyon und Marseille gingen Medienberichten zufolge Menschen auf die Straßen. Sollen französische Polizeibeamte Tränengas in eine Menge geschossen haben. Euronews berichtet: „Die Polizei feuerte Tränengas auf Tausende von Demonstranten in Paris während einer nicht autorisierten Demonstration gegen Rassenungerechtigkeit und Polizeigewalt.“

Der Protest in Paris war von der Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Adama Traoré organisiert worden. Forensische Berichte, die von Traorés Familie und Richtern angefordert worden seien, kämen zu der Schlussfolgerung, dass Adama Traoré erstickte, weil drei Gendarmen ihn zu Boden zwangen und nicht in Folge einer vorbestehenden Herzerkrankung starb, berichteten Medien in Berufung auf Assa Traoré.

Die Pariser Polizei hatte die Demonstration zuvor verboten und sich auf die Coronavirus-Beschränkungen berufen. Demnach dürfen sich höchstens zehn Menschen versammeln. Am Rande des Protestes kam es zu Ausschreitungen, wie die Pariser Polizeipräfektur auf Twitter mitteilte. Medienberichten zufolge wurden Gegenstände in Brand gesteckt, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Homeoffice: Warum die Rückkehr ins Büro kein Rückschritt sein muss
16.07.2026

Die Diskussion um das Homeoffice wird nicht abklingen. Viele Firmen haben es versäumt, Mitarbeiter damit zu konfrontieren, wie die...

DWN
Finanzen
Finanzen Delivery-Hero-Aktie zittert trotz Milliarden-Übernahme
16.07.2026

Uber will Delivery Hero für fast 13 Milliarden Euro übernehmen – doch die Delivery-Hero-Aktie bleibt trotz Milliardenofferte unter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russische Wirtschaft: China legt den Kreml an die technologische Leine
16.07.2026

Russland pumpt Milliarden in seine Rüstungsindustrie, doch die Wirtschaft schrumpft, die Inflation steigt und die Devisenreserven...

DWN
Finanzen
Finanzen TSMC-Aktie profitiert vom KI-Boom
16.07.2026

Die TSMC-Aktie erhält neuen Rückenwind: Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger hebt seine Umsatzprognose an und erhöht zugleich seine...

DWN
Technologie
Technologie Warum kauft China so viele deutsche Firmen?
16.07.2026

China kauft Deutschlands Kronjuwelen: Das ehrgeizige Reich der Mitte übernimmt immer mehr deutsche Traditionsunternehmen – und mit ihnen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrigwasser beeinträchtigt Schifffahrt und treibt Transportkosten
16.07.2026

Derzeit herrschen an Flüssen wie Rhein, Elbe und Donau extrem niedrige Pegelstände. Der Wasserstand könnte mancherorts in den kommenden...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft LNG-Importe der EU: Amerika kassiert, Europas Industrie zahlt
16.07.2026

Europa wollte sich aus der Abhängigkeit von russischem Gas befreien und setzte auf Flüssigerdgas aus aller Welt. Doch inzwischen liefern...

DWN
Finanzen
Finanzen Robotik-Aktien: Warum Yaskawa die nächste Nvidia werden könnte
16.07.2026

Der nächste große KI-Gewinner könnte keine Texte schreiben, sondern Roboterarme bewegen. Während Yaskawa vom weltweiten...