Politik

Chinesische Truppen annektieren indisches Gebiet im Himalaya

China soll einem Bericht zufolge im indisch-chinesischen Himalaya-Gebiet ein mehr als sechzig Quadratkilometer indisches Territorium annektiert haben.
16.06.2020 11:00
Lesezeit: 1 min
Chinesische Truppen annektieren indisches Gebiet im Himalaya
Chinas Präsident Xi Jinping und Vizepremier Li Keqiang. (Foto: dpa) Foto: Adrian Bradshaw

China hat nach Angaben einer hochrangigen indischen Armeequelle mehr als sechzig Quadratkilometer indisches Territorium im Osten Ladakhs besetzt, was die schwelende Spannung zwischen den beiden asiatischen Supermächten dramatisch eskalieren lassen könnte. "The Daily Telegraph" kann nachweisen, dass im vergangenen Monat bis zu 12.000 chinesische Truppen bei Grenzkollisionen über die Grenze nach Indien entsendet wurden. Peking versucht, den indischen Premierminister Narendra Modi wegen seiner engen Beziehung zu den USA unter Druck zu setzen.

Konchok Stanzin, ein Stadtrat aus dem Wahlkreis Chushul, in dem der Einfall stattgefunden hat, sagte gegenüber "The Daily Telegraph": „Es ist das erste Mal seit über einem Monat, dass wir eine Pattsituation erleben. Wir machen uns Sorgen um unser Leben und unser Land.“

Seit mehreren Monaten gibt es ernsthafte Spannungen zwischen Indien und China in Ost-Ladakh und an der insgesamt 3.488 Kilometer langen „Line of Actual Control“ (LAC) zwischen beiden Ländern.

In dem Abkommen von 1993 über die Wahrung von Frieden und Ruhe entlang der Linie der LAC heißt es : „Bei Bedarf prüfen und bestimmen die beiden Seiten gemeinsam die Segmente des LAC, in denen sie unterschiedliche Ansichten hinsichtlich ihrer Ausrichtung haben.“

Weiterhin heißt es: „Jede Seite wird ihre Streitkräfte in den Gebieten entlang der LAC auf einem Mindestniveau halten, das mit den freundschaftlichen und gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern vereinbar ist. Der Abbau der Streitkräfte erfolgt schrittweise an einvernehmlich festgelegten geografischen Orten.“ Doch das Gegenteil ist aktuell der Fall. China und Indien mobilisieren Truppen und schwere Geräte entlang der LAC.

China ist seit geraumer Zeit wütend auf Indien, weil die USA Indien als künftigen Billigproduktions-Standort im Rahmen der globalen Lieferkette auserkoren haben. Bisher hatte China diese Rolle gespielt.

China war vor der Corona-Krise in den Augen vieler Länder ein zuverlässiger Exporteur. Das Land kann zwar immer noch Produkte zu geringen Kosten produzieren. Doch was wird passieren, wenn der chinesische Teil der globalen Lieferkette in Zukunft erneut schwer gestört wird?

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall-Aktie unter Druck: Umsatz steigt stark, Prognose sinkt
05.11.2026

Rheinmetall wächst kräftig und steigert Umsatz sowie operatives Ergebnis deutlich. Trotzdem senkt Deutschlands größter Rüstungskonzern...