Politik

Russland warnt die USA vor Regime-Wechsel in Venezuela

Moskau hat Venezuela Solidarität im Kampf gegen einen möglichen von der USA betriebenen Regimewechsel in dem Land zugesichert. Doch auch die USA lassen derzeit die Muskeln spielen.
28.06.2020 12:00
Lesezeit: 1 min
Russland warnt die USA vor Regime-Wechsel in Venezuela
Sergej Lawrow (r), Außenminister von Russland, und Jorge Arreaza, Außenminister von Venezuela, am Mittwoch in Moskau. (Foto: dpa) Foto: ---

Mit der größten Militärparade in seiner Geschichte gedachte Russland am Mittwoch seines Sieges über Nazi-Deutschland vor 75 Jahren. Neben zahlreichen anderen ausländischen Gästen war auch der venezolanische Außenminister, Caracas, Jorge Arreaza, zu den Feierlichkeiten in Moskau.

Außenminister Sergej Lawrow nutzte die Gelegenheit, um die USA eindringlich davor zu warnen, in Venezuela einen Regimewechsel voranzutreiben. Lawrow sicherte dem sozialistischen Land seine Unterstützung zu und nannte es "eine Hauptstütze gegen Versuche, die Region ins 19. Jahrhundert zurückzuholen und die Monroe-Doktrin durchzusetzen".

"Wir unterstützen nachdrücklich Ihr Engagement zur Bekämpfung des ausländischen Diktats und aller Versuche einer unverhohlenen Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates und wenden uns gegen alle Versuche eines erzwungenen Regimewechsels", zitiert Newsweek den russischen Außenminister.

Tatsächlich hat es in Venezuela in den letzten anderthalb Jahren mehrere gescheiterte Putschversuche gegeben, die von den USA unterstützt wurden und bei denen Militäroffiziere versuchten, eine Volksrevolte auszulösen. Und kürzlich hat die venezolanische Regierung Berichten zufolge zweimal innerhalb weniger Tage die Einreise von amerikanischen Söldnern abgewehrt.

Lawrow nannte Venezuela einen "zuverlässigen Freund Russlands sowohl in Lateinamerika als auch in der internationalen Arena insgesamt. Zudem lobte der Minister, dass "die bilateralen Beziehungen in Bereichen wie Energie, Industrie, Landwirtschaft, Hochtechnologie, Pharmazie und militärisch-technischer Zusammenarbeit Fortschritte machen".

Die russischen Solidaritätsbekundungen für Venezuela kommen vor dem Hintergrund einer verstärkten Präsenz der US-Marine in der Karibik. Diese ist wiederum darauf zurückzuführen, dass Ende Mai ein iranischer Öltanker Venezuela erreicht hat - trotz der von den USA erlassenen Sanktionen gegen den Iran und Venezuela. Die Streitkräfte Venezuelas eskortierten das Schiff.

In dieser Woche patrouillierte ein US-Kriegsschiff in der Nähe der Küste Venezuelas. Es führte dort eine Operation durch, die das US-Militär als "Freiheit der Navigation" bezeichnet hat. Diese "friedliche" Operation richtete sich der U.S. Navy zufolge gegen einen "übermäßigen Seeanspruch des illegitimen Maduro-Regimes".

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Drohnen-Shows: Das Start-up Skydance will mit 1.000 Drohnen Europas Himmel erobern
30.10.2026

400 Drohnen über einem Megafestival, ein QR-Code am Himmel und bald eine Flotte mit 1.000 Fluggeräten: Das slowenische Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Verwirrung bei Rentenzahlung: Wer das November-Geld bekommt – und wem ein Zahlungsstopp droht
30.10.2026

An diesem Freitag werden die gesetzlichen Renten überwiesen. Doch die Zahlung betrifft je nach Rentenbeginn unterschiedliche Monate. Für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn Paris brennt, denkt man an Anlageratschläge, Straßen und Blut
30.10.2026

Kann ein brennendes Paris gute Nachrichten für Anleger bedeuten? Auf den ersten Blick klingt diese Frage zynisch. Doch an den...

DWN
Finanzen
Finanzen Tankrabatt dämpft Inflation - aber noch keine Entwarnung
30.10.2026

Mit dem erneuten Tankrabatt ist die Inflationsrate in Deutschland deutlich gesunken. Doch eine Trendwende sehen Volkswirte nicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
30.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 49: Die Woche im Rückblick – KW 44
30.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum der Körper im Urlaub schlappmacht
30.10.2026

Der letzte Arbeitstag ist geschafft, der Urlaub beginnt – und plötzlich kommen Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Infekte. Warum der...