Deutschland

Deutsches Medizin-Unternehmen schiebt mit neuem Roboter-Zentrum künstliche Intelligenz in Deutschland nach vorne

Bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz liegt Deutschland im internationalen Vergleich immer noch hinten. Jetzt richtet ein Dienstleister ein Zentrum ein, wo Roboter gereinigt werden, die im Operationssaal eingesetzt werden.
29.06.2020 15:00
Lesezeit: 1 min
Deutsches Medizin-Unternehmen schiebt mit neuem Roboter-Zentrum künstliche Intelligenz in Deutschland nach vorne
Auch im Operationssaal werden manchmal Roboter eingesetzt. Hier am Universitätsklinikum in Jena. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Die schweizerisch-deutsche Unternehmensgruppe Vitruvia bringt die Anwendung von Robotern im Gesundheitswesen voran. Wie der Fachdienst "mt-medizintechnik" berichtet, investiert der Dienstleister an seinem Hauptsitz in Schönebeck an der Elbe 2,5 Millionen Euro in eine Anlage, wo Roboterassistenten gereinigt, sterilisiert und für den erneuten Einsatz konfektioniert werden. Diese befindet sich auf einer Fläche von 2.000 Quadratmeter – also einer Fläche, die der Hälfte eines Fußball-Feldes entspricht. Den Planungen zufolge werden hier 15 neue Arbeitsplätze entstehen.

„Tatsächlich lässt sich medizinisches Zubehör so gut reinigen, dass auch sogenannte Wegwerfprodukte völlig keimfrei gemacht und wiederverwendet werden könnten“, sagte Rainer Grabow, der Geschäftsführer. „Nach ihrem Lebenszyklus können die Geräte sogar recycelt und die Rohstoffe einer Wiederverwertung zugeführt werden. Letztlich geht es in der Medizintechnik auch um sehr viel Geld. Unter Nutzung neuester Technologien und Verfahren wollen wir die Voraussetzungen schaffen, dass moderne Medizintechnik bezahlbar ist“, erklärte der Manager.

Die Robotik ist nur ein Geschäftsfeld des Unternehmens. So reinigt und sterilisiert das Dienstleistungsunternehmen reinigt auch andere technologische Apparate im Gesundheitswesen – beispielsweise in Krankenhäusern. Es gibt dort unter anderem Roboter, die den Patienten Blut abnehmen.

Wie wichtig es ist, künstliche Intelligenz im deutschen Gesundheitswesen durchzusetzen, wird aus einer Studie deutlich, die die internationale Beratungsgesellschaft PWC veröffentlicht hat. Die Experten zeigen sich hier sehr skeptisch: „Deutschland ist weit abgeschlagen: In anderen europäischen Ländern gehören digitale Technologien bereits zum medizinischen Alltag, während es in Deutschland noch Umsetzungshürden gibt, etwa zahlreiche Insellösungen, die eine sektorübergreifende Vernetzung erschweren“, schreiben die Fachleute.

Der Schritt, den nun Vitruvia mit der Investition in das neue Kompetenzzentrum gemacht hat, ist folglich für die gesamte Branche nicht unwichtig, Allerdings dürfte dies kaum ausreichen. Es gibt für die Unternehmen in dieser Hinsicht noch viel zu tun.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik EU-Energieabhängigkeit: Weg von Putin, hinein in Trumps Einfluss
06.04.2026

Die EU hat ihre Abhängigkeit von russischer Energie in den vergangenen vier Jahren deutlich reduziert. Stattdessen ist eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der moderne CEO: Warum klassische Karrierewege nicht mehr ausreichen
06.04.2026

Immer mehr Vorstandschefs großer Konzerne werden ausgewechselt, während sich zugleich die Anforderungen an die Rolle deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung: Welche Hilfe das Finanzamt wirklich leisten darf
06.04.2026

Das Finanzamt gilt für viele als erste Anlaufstelle bei Steuerfragen. Doch nicht jede Antwort ist erlaubt oder verbindlich. Welche Hilfe...

DWN
Technologie
Technologie KI im E-Learning: Wie ChatGPT Kursanbieter entlarvt
06.04.2026

Was früher niemand las, prüft heute eine Maschine in Sekunden. Kunden lassen Verträge, E-Books und Onlinekurse von KI analysieren und...

DWN
Panorama
Panorama Die unsichtbaren Schatzkammern der Welt: 10 Rohstoffquellen unter dem Radar
06.04.2026

Rohstoffe sind zurück im Zentrum der Weltpolitik – doch die größten Konflikte entstehen nicht in Venezuela, Iran oder China. Tiefsee,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektrischer Mercedes GLC: Preise, Technik und Reichweite im Überblick
06.04.2026

Mit dem elektrischen GLC will Mercedes den Umstieg in die Elektromobilität attraktiver machen und kombiniert moderne Technik mit...

DWN
Politik
Politik AfD-Erfolg im Westen: Trotz Skandalen ist die Partei auf dem Vormarsch
06.04.2026

Trotz Vetternwirtschaftsdebatten, Extremismus-Vorwürfen und interner Konflikte gewinnt die AfD weiter an Zustimmung, auch im Westen. Das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Techpreise steigen: Günstige PCs und Smartphones vor dem Aus
06.04.2026

Günstige Technik verschwindet schleichend aus dem Markt. Chipmangel, geopolitische Krisen und der KI-Boom treiben die Preise nach oben....