Politik

Söder: Popularität der Union beruht primär auf scheidender Kanzlerin

"Die hohen Umfragewerte jetzt sind meiner Meinung nach prioritär der Bundeskanzlerin geschuldet", meint CSU-Chef Markus Söder.
06.07.2020 11:37
Lesezeit: 1 min
Söder: Popularität der Union beruht primär auf scheidender Kanzlerin
Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Die Unionsparteien dürfen sich nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder angesichts hoher Umfragewerte nicht in falscher Sicherheit für die Bundestagswahl im kommenden Jahr wiegen. "Die hohen Umfragewerte jetzt sind meiner Meinung nach prioritär der Bundeskanzlerin geschuldet", sagte Söder am Montag in München vor einer Vorstandssitzung seiner Partei. Die Union kam in Umfragen zuletzt auf Werte um 37 Prozent. Kanzlerin Angela Merkel hatte angekündigt, bei der nächsten Wahl nicht mehr anzutreten, und damit eine Nachfolgedebatte ausgelöst.

Söder, der als bayerischer Ministerpräsident hohe Popularität genießt und dem Ambitionen auf die Kanzlerschaft nachgesagt werden, hatte am Wochenende gewarnt, wenn die Union in der Corona-Krise versage, habe sie keinen moralischen Führungsanspruch. "Nur wer Krisen meistert, wer die Pflicht kann, der kann auch bei der Kür glänzen." Das war auch als Kritik am nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und CDU-Landeschef Armin Laschet gedeutet worden, der ebenfalls als möglicher Nachfolger Merkels gilt.

Am Montag allerdings sagte Söder, die Schwesterpartei CDU habe viele "Top-Kandidaten" und lobte ausdrücklich Laschets Regierungsarbeit in NRW sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Ich finde auch, dass Armin Laschet das jetzt in NRW, von außen betrachtet, sehr, sehr stabil und sehr stringent gemacht hat", sagte der CSU-Chef. "Dass ich Jens Spahn schätze, das wissen Sie, dass ich viel von ihm halte, auch. Er gehört sicherlich zu den großen Hoffnungsträgern, die die CDU hat." Für sich selbst schloss Söder einen Wechsel nach Berlin erneut aus: "Mein Platz ist natürlich immer in Bayern."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: S&P 500 erreicht Rekordhoch – Aktien steigen wegen Verlängerung der Iran-Waffenruhe und starken Quartalszahlen
22.04.2026

Spannende Entwicklungen an der Wall Street: Erfahren Sie, welche Dynamiken den Markt aktuell beherrschen und warum Investoren jetzt genau...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftswende abgesagt: Deutschland erwartet Mini-Wachstum und halbiert Konjunkturprognose
22.04.2026

Nicht nur die Folgen des Iran-Kriegs bremsen die Konjunktur in Deutschland weiter aus. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem...

DWN
Politik
Politik Kein Öl mehr aus Kasachstan: Russland stoppt Lieferung nach Deutschland
22.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Politik
Politik Ungarn gibt Ukraine-Blockade auf: EU-Milliarden und neue Sanktionen gegen Russland kommen
22.04.2026

Der Weg für den 90 Milliarden schweren EU-Kredit sowie für weitere Russland-Sanktionen ist frei. Die Hälfte des Geldes soll bereits in...

DWN
Immobilien
Immobilien Bund als Wohnungsbauer? Regierung plant Bundesbaugesellschaft
22.04.2026

Wenn Wohnraum knapp wird, steigen die Preise: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen zugleich verteuern sich die Mieten vor allen in...

DWN
Politik
Politik Zwischen Datenschutz und Kontrolle: EU-App zur Altersprüfung im Internet kommt
22.04.2026

Um den Jugendschutz im Internet zu verbessern, hat die EU eine App zur Altersverifizierung entwickelt. Die Lösung, die Ursula von der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Flugstreichungen: Lufthansa streicht 20.000 Flüge bis Oktober
22.04.2026

Die Schließung der Cityline reißt Lücken ins Lufthansa-Netz. Was heißt das konkret für die nächsten Monate und ihre Urlaubspläne?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Übernahme durch UniCredit: Welche Rolle spielt die Commerzbank-Aktie?
22.04.2026

Im Ringen um die Commerzbank-Übernahme verschärfen sich die Fronten, während UniCredit auf Kontrolle drängt und die mBank für den...