Finanzen

Silber springt über 23 Dollar, doch das ist erst der Anfang der Rallye

Der Silberpeis hat sich seit seinem Tief im März fast verdoppelt. Doch die Anzeichen mehren sich, dass dies erst der Anfang einer längeren Rallye auf über 50 Dollar pro Unze ist.
23.07.2020 13:39
Aktualisiert: 23.07.2020 13:39
Lesezeit: 2 min
Silber springt über 23 Dollar, doch das ist erst der Anfang der Rallye
Unrestaurierte Silbermünzen aus einem Fund in der Gemarkung der Stadt Ellwangen. (Foto: dpa) Foto: Simon Sachseder

Am Montag hatte der Silberpreis erstmals seit 2016 die Marke von 20 Dollar pro Unze durchbrochen. Seitdem hat Silber seinen Kursanstieg mit gewaltigen Schritten fortgesetzt. Vorübergehend lag der Spotpreis sogar oberhalb von 23 Dollar, also fast doppelt so hoch wie zu seinen Tiefstständen im März dieses Jahres. So teuer wie jetzt war Silber zuletzt vor sieben Jahren.

Am Donnerstag hat der Silber-Spotpreis auch kurzzeitig erstmals seit 2013 die Marke von 20 Euro übersprungen. Die Preise für Silbermünzen bei den deutschen Edelmetallhändlern sind jedoch noch immer deutlich höher. Dies gilt nicht nur für die Verkaufspreise, die etwa 5 Euro über dem Spotpreis liegen, sondern auch für die Ankaufspreise, die aufgrund der hohen Nachfrage ebenfalls über dem Spotpreis liegen.

Doch was bedeutet der massive Preisanstieg der letzten Monate und der erneute Preissprung der letzten Tage? Ist dies der Beginn der erwarteten Normalisierung des Gold-Silber-Verhältnisses, das in der Folge der Corona-Turbulenzen im März weit über die Marke von 100 schoss und das inzwischen wieder auf 82 gefallen ist?

Der Ökonom Peter Schiff, der unter anderem dafür bekannt ist, dass er die Große Finanzkrise korrekt vorausgesagt hatte, erwartet schon seit einiger Zeit einen starken Anstieg des Silberpreises. Die Anstiege der letzten Monate und Tage sind seiner Ansicht nach aber erst der Anfang einer stärkeren Rallye, sagte er am Dienstag in seinem Podcast.

Laut Schiff wird der Silberpreis als nächstes bis auf 50 Dollar pro Unze steigen. Silber lag im Jahr 2011 schon einmal nahe bei 50 Dollar, und davor schon einmal im Jahr 1980. Double-Tops seien dafür gemacht, gebrochen zu werden, so Schiff. Aber diesmal werde der Silberpreis dort nicht anhalten. Sobald Silber die Marke von 50 Dollar durchbricht, werde es noch "viel, viel höher" gehen.

Der Ausbruch von Silber ist laut Schiff auch ein gutes Zeichen für Gold. Denn wenn Silber nun endlich den aktuellen Bullenmarkt für Gold bestätigt, so entfällt ein wichtiger Grund, warum manche Investoren bisher nicht an den Bullenmarkt für Gold geglaubt haben, weil nämlich Silber nicht daran teilgenommen hat.

Die aktuelle Silber-Rallye ist Schiff zufolge ein Warnzeichen, dass der Dollar zusammenbrechen wird und dass nicht mehr viel Zeit bleibt. "Der Absturz des Dollars kann jetzt jeden Tag kommen. Gold könnte jetzt jeden Tag durch die Decke gehen. Dies ist also wirklich ein Rennen - ein Rennen gegen die Uhr, um die Menschen aus dem Dollar herauszuholen."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
06.11.2026

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 50: Die Woche im Rückblick – KW 45
06.11.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lufthansa in der Krise: Billigflieger sollen Gewinne retten
06.11.2026

Steigende Treibstoffpreise, hohe Betriebskosten und die Folgen vergangener Streiks setzen Lufthansa zunehmend unter Druck. Trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
06.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen E-Rechnung ab 2027: Wie KMU die Umstellung wirtschaftlich gestalten
06.11.2026

Die E-Rechnung wird für noch mehr Unternehmen Pflicht – doch wo lässt sich sparen? Christian Mehrtens, Geschäftsführer von Sage...

DWN
Finanzen
Finanzen Ist das das Geräusch einer platzenden KI-Blase?
06.11.2026

Die größten Technologiekonzerne investieren immer höhere Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Doch Anleger beginnen, die...

DWN
Politik
Politik Sozialreformen: Hohe Bereitschaft der Deutschen zu persönlichen Einschnitten
06.11.2026

Der Reformbedarf ist groß in Deutschland, darüber herrscht Einigkeit. Doch wie steht es um die Opferbereitschaft der Bevölkerung? Eine...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
06.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...