Politik

EU-Staaten einigen sich auf Corona-Vorgaben im Luftverkehr

Lesezeit: 1 min
23.07.2020 17:16  Aktualisiert: 23.07.2020 17:16
Maskenpflicht, Abstandspflicht, Corona-Tests. Die EU-Staaten haben sich auf Hygiene-Standards im Luftverkehr verständigt.
EU-Staaten einigen sich auf Corona-Vorgaben im Luftverkehr
Fluggäste stehen am Check-in-Schalter des Flughafens Hannover. (Foto: dpa)
Foto: Hauke-Christian Dittrich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die EU-Staaten haben sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zufolge auf Hygiene-Standards im Luftverkehr verständigt. Gemeinsame Regelungen seien hier wichtig, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag bei einer Luftfahrtkonferenz. "Deswegen freut es mich, dass der deutsche Vorschlag im Kollegenkreis auf europäischer Ebene so angenommen wurde und wir uns gestern auf diese einheitlichen Standards verständigen konnten."

Demnach soll ein Mund/Nasen-Schutz für Reisende ab sechs Jahren Pflicht sein. Zudem müssen bei Sicherheitskontrollen oder am Check-In Mindestabstände eingehalten werden. Eine hohe Frischluftquote in den Flugzeugen müsse ebenso gesichert sein wie die Verbreitung von Informationen in mehreren Sprachen, ergänzte Scheuer. Außerdem sind Reinigungen öfter als bislang vorgesehen.

Mittelplätze in 3er-Reihen müssen aber nicht frei bleiben. Dies sei wissenschaftlich mit dem Robert-Koch-Institut geklärt worden, sagte Scheuer. Weil die Luft in den Maschinen regelmäßig ausgetauscht werde, seien freie Mittelplätze nicht nötig. Airlines können mit zu viel freien Plätzen nicht rentabel arbeiten.

Sie sind in der Coronavirus-Krise mit am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Lufthansa hat deswegen bereits staatliche Hilfen im Umfang von neun Milliarden Euro erhalten. Wegen der Pandemie ist die Nachfrage dramatisch eingebrochen. Laut Flughafenverband ADV gab es im Juni 1,48 Millionen Passagiere an deutschen Airports, knapp 94 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, obwohl das Geschäft gegenüber April und Mai langsam wieder anlief. Im Frachtgeschäft betrug das Minus beim Aufkommen im Juni 8,4 Prozent.

KEINE SCHNELLE ERHOLUNG IN SICHT

"Gegenwärtig verlieren wir alle 60 Minuten etwa eine Million Euro an Liquidität", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Konferenz. "Ende des Jahres wird es immer noch eine Million Euro alle 90 Minuten sein." Denn schnelle Besserung ist nicht in Sicht. 2021 werde die Lufthansa nicht mehr als 60 Prozent ihrer ursprünglich einmal geplanten Kapazität erreichen.

Mit der gemeinsamen Regelung für die EU-Staaten kommt die Politik einer Forderung der Fluglinien nach. Die unterschiedlichen Standards hatten für Verwirrung gesorgt. Die Einigung kam laut Verkehrsministerium im Ausschuss der ständigen Vertreter der Staaten zustande und muss formell noch von den Ministern gebilligt werden. Scheuer hält auch die Debatte über Corona-Tests an Flughäfen für richtig, räumte aber ein, dass es hier noch viel zu organisieren gebe. "Wir sind in einer Sondersituation." Kunden müssten sich auf längere Abfertigungszeiten an Flughäfen einstellen.

Bei den heiß begehrten Start- und Landerechten an Flughäfen wurden in der Corona-Krise die bisherigen Regeln bis Oktober ausgesetzt. Spohr forderte eine Verlängerung, mindestens für den Winterflugplan. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse gesichert werden. Scheuer nannte dies ebenfalls als Ziel. "Wir brauchen jetzt keine zusätzlichen Belastungen."


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Bundesgesetz macht Klagen gegen Ausgangssperre vor Verwaltungs-Gerichten unmöglich

Das geplante Corona-Bundesgesetz hebelt die Verwaltungsgerichte aus. Es wird rechtlich nicht möglich sein, dass Bürger vor die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Wegen Corona: Wirtschaftsexperten raten zu späterer Rente

Das Rententhema wird eines der wichtigsten im kommenden Bundestagswahlkampf. Führende Wirtschaftsinstitute raten jetzt zu einem höheren...

DWN
Politik
Politik Diese drei Top-Leute sind seit Beginn des ersten Lockdowns verstorben

Seit Beginn der Corona-Krise sind drei Persönlichkeiten, die die deutsche Bundes- und Landespolitik geprägt haben, unerwartet verstorben.

DWN
Politik
Politik Luxemburg: Ministerium bestätigt Tod nach AstraZeneca-Impfung

Das luxemburgische Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass eine 74 Jahre alte Frau am 10. April an einer Hirnblutung nach einer...

DWN
Politik
Politik Umfrage: 46 Prozent der Deutschen gegen nächtliche Ausgangssperren

Die von der Bundesregierung geplante Einführung nächtlicher Ausgangssperren in Gebieten mit hohen Corona-Fallzahlen halten einer Umfrage...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung...